{"id":927,"date":"2010-06-23T20:28:00","date_gmt":"2010-06-23T18:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=927"},"modified":"2010-06-23T20:28:00","modified_gmt":"2010-06-23T18:28:00","slug":"das-japanische-universitatssystem","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=927","title":{"rendered":"Das japanische Universit\u00e4tssystem"},"content":{"rendered":"<p>Wer erinnert sich als G\u00f6ttinger Student nicht liebend gerne an die guten alten Evaluationsb\u00f6gen, die am Ende des Semesters bei uns die Runde machen. Genau! Fragen wie: Bewerten sie den Aufwand des Seminars in Relation zu den erhaltenden Punkten!, sorgen f\u00fcr die Erheiterung der Studenten und laute W\u00fcrfelger\u00e4usche, wenn man sich die zu vergebende Punktzahl ausdenkt. Transparent ist die Auswertung auch nicht und echte Probleme k\u00f6nnen nicht wirklich angesprochen werden. F\u00fcr den Studenten stellt sich die Situation deshalb in etwa wie folgt dar: Vom auswertenden Amt, bekommt der Professor eine Auswertung aller Frageb\u00f6gen und kann daraus nichts ersehen und schon gar nichts \u00e4ndern. F\u00fcr die Studenten auf der anderen Seite gibt es auch keine Handhabe, irgend etwas an nicht optimalen Seminaren zu \u00e4ndern, wenn der Professor ausnahmsweise mal uneinsichtig ist. Heute habe ich von der deutschen Professorin hier in Sendai einmal Einblick in die allgemeine Situation in Japan bekommen. Die Evaluationsb\u00f6gen machen hier auch die Runde und bestehen immerhin aus knapp drei\u00dfig Punkten. Die Auswertung wird im Anschluss ins Internet gestellt und ist f\u00fcr jeden einsehbar. Sollten sich bei der Bewertung Probleme ergeben, ist der Professor verpflichtet, im Internet Verbesserungsvorschl\u00e4ge zu machen, wie er derartige Probleme im n\u00e4chsten Semester aus dem Weg r\u00e4umen kann. Diese werden auch online angezeigt. Sollte er wider Erwarten dieses Problem auf dem n\u00e4chsten Bewertungsbogen wieder haben, muss er schon langsam um seine Anstellung bangen. Welches System jetzt besser ist, sei dahingestellt. Die Wahrheit liegt vermutlich, wie immer, in der Mitte.<\/p>\n<p>Ansonsten habe ich heute die meiste Zeit des Tages im B\u00fcro oder beim Kanji-Lernen verbracht. Eine sinnvolle Besch\u00e4ftigung bei dem Nieselregen des Tages. Durch meine Kollegen hatte ich auch das erste Mal die M\u00f6glichkeit, einem Kolloquium der deutschen Literatur zu folgen. Ich muss sagen, ich bleibe dabei: Ich bin falsch hier. Also, f\u00fcr das Besprochene konnte ich mich nicht so recht begeistern, aber immerhin habe ich sechzig Prozent des Vortrages verstanden. Das war aufgrund der F\u00fclle an Fachw\u00f6rtern auf Japanisch schon nicht schlecht. Trotzdem verwunderte mich das Kolloquium etwas. Es wurde weder geklatscht, noch wurden wirklich freundliche Worte f\u00fcr die Vortragende gefunden. Dieser Zustand soll sich wohl auch durch die Uni hindurch ziehen, wie mir einige andere Ausl\u00e4nder berichteten. Auch die Pr\u00e4sentationsart gefiel mir nicht sonderlich. Sitzend, am Blatt klebend und eine \u00fcberf\u00fcllte PowerPoint-Pr\u00e4sentation sorgten nicht gerade daf\u00fcr, das Ganze spannender zu machen. Meine Professorin berichtete mir aber sp\u00e4ter, dass der Einsatz von PowerPoint hier noch etwas komplett Neues ist. Deshalb kann man \u00fcber diese Fehler hinweg sehen. Trotz aller Langeweile, werde ich wohl \u00f6fter mal bei den Kolloquien vorbei schauen, da es kaum eine bessere M\u00f6glichkeit gibt, die Sprache zu lernen. Dass es f\u00fcr mich uninteressant war, lag auch eher an der Tatsache, dass es halt nicht mein Fach ist und mich der Vergleich zweier deutscher Schriftsteller und dann noch sehr oberfl\u00e4chlich, nicht so sehr interessiert. Vielleicht wird nebenbei ja in den n\u00e4chsten Kolloquien auch mal diskutiert, nachdem in Geschichtsseminaren nur der Professor sprach und alle ruhig waren. Selbst heute, h\u00e4tte ich der Meinung eines Fragestellers gerne widersprochen, aber da ich das erste Mal da war und die anderen es zwar auch komisch fanden, aber nichts sagten, habe ich mich lieber zur\u00fcck gehalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer erinnert sich als G\u00f6ttinger Student nicht liebend gerne an die guten alten Evaluationsb\u00f6gen, die am Ende des Semesters bei uns die Runde machen. Genau! 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