{"id":73,"date":"2010-04-08T21:48:58","date_gmt":"2010-04-08T19:48:58","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=73"},"modified":"2011-02-21T08:00:48","modified_gmt":"2011-02-21T06:00:48","slug":"08042010-i-want-to-ride-my-bicycle","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=73","title":{"rendered":"I want to ride my bicycle"},"content":{"rendered":"<p>Heute stand ein freier Tag an &#8211; mal keine Beamten \u00e4rgern oder Uni-Bereiche durcheinander bringen. Das galt es zu feiern. Was k\u00f6nnte man also besseres machen, als shoppen zu gehen. Gut, erst mal durfte ich wegen Zeitmangel mit den Taxis der Stadt Bekanntschaft machen. Aber die Fahrt zur Uni stellte kein Problem dar. Danach ging es mit meiner ungarischen Begleiterin auf die Suche nach Fahrr\u00e4dern. Dies war wieder mal leichter gesagt als getan. Gestern hatten wir uns ja auf einer Karte die Wege zu den L\u00e4den markieren lassen, nur leider lagen diese in alle vier Himmelsrichtungen verstreut. Busfahren klappt ohne anst\u00e4ndige Fahrplan\u00fcbersicht nicht wirklich, also ging es zu Fu\u00df erst mal einmal quer durch die Stadt. Bei der Suche galt es dann, einige Anforderungen einzuhalten:<\/p>\n<p>1) Das Fahrrad soll keine Kindergartengr\u00f6\u00dfe haben.<br \/>\n2) Das Rad soll nicht komplett geschrottet sein.<br \/>\n3) Kein Pink als Farbe.<br \/>\n4) Preise \u00fcber 200 Euro sind zu viel.<\/p>\n<p>Dementsprechend klein war nat\u00fcrlich die Auswahl. Besonders die Punkte 1 und 4 stellten trotz teilweise vorhandenen Gebrauchtr\u00e4dern ein Problem dar. Also gingen wir lieber erst mal Ramen (japanische Nudeln) essen. Gut wir wussten nicht wirklich, was wir bekommen und wie es schmeckt. Aber hey, man gew\u00f6hnt sich doch langsam dran. Als wir das Restaurant betraten, drehte sich der ganze Laden zu uns um. Es waren \u00fcbrigens nur Gesch\u00e4ftsleute und Verk\u00e4ufer drin. Dann haben wir am Platz gefachsimpelt, was das Kanji auf der Karte nun bedeuten k\u00f6nnte und dann anschlie\u00dfend auf gut Gl\u00fcck bestellt. Die Nachfragen der Verk\u00e4ufer, ob das Essen denn gut sei, kann ich ja noch verstehen. Aber dass s\u00e4mtliche Besucher des Ladens uns beim Rausgehen wie beim Spie\u00dfrutenlauf fragten, musste eigentlich nicht unbedingt sein. <\/p>\n<p>Egal, gest\u00e4rkt ging es weiter zum n\u00e4chsten Fahrradladen. Dieser Laden hatte neben Fahrr\u00e4dern auch noch alles, was man sonst so braucht (oder auch nicht). Nur leider war die Warenanordnung in einer Art und Weise, wie ich sie noch nicht gesehen habe. Shampoo lag neben Tierkleidung, Cosplay neben Anz\u00fcgen und Aufklebern mit eisernem Kreuz und Hakenkreuz drauf. Das ganze war schon ziemlich seltsam! Dazu dudelte noch japanischer Pseudo-Pop und die Hauptfarbe war das allgemein vorherrschende Pink. Aber die Preise waren schon o.k.. Die Frage ist nur, wer sich bitte in diesem Laden freiwillig auf Irrfahrt begibt. Wir waren auf jeden Fall so verwirrt, dass wir nicht mal die Kasse gefunden haben. Erst zweimaliges Nachfragen f\u00fchrte uns zur Kasse. Also hie\u00df es: &#8222;nur schnell raus da&#8220;. Dann ging es mit der Radsuche weiter. Zwischenzeitlich hatten wir Orsolya ein Rad ausgesucht, aber ich war immer noch nicht weiter gekommen. Im letzten Laden und nach knapp 10 Stunden Suche wurden wir endlich f\u00fcndig. Zwar gab es keine 28er R\u00e4der, da diese in Japan nicht produziert werden, sondern nur 27er. Aber die Sitzprobe hat ergeben, dass man bei der h\u00f6chsten Einstellung des Sattels (aber wirklich bis zu dem Punkt, wo absolut nichts mehr geht), fast drauf fahren kann. Gut, ich werde von der jungen Dame noch teilweise ausgelacht, weil es trotz allem ziemlich komisch aussieht, aber egal. Besser h\u00e4tte mir zwar noch ein Mountainbike gefallen, das angeblich sehr gro\u00df war, aber ein normaler Europ\u00e4er h\u00e4tte aus meiner Sicht nicht drauf gepasst. Selbst mit Sattel ganz oben und allen Tricks sah es aus, als ob ich ein Kinderfahrrad fahren w\u00fcrde. Das hei\u00dft, ich habe mich entschieden und bin damit jetzt endlich mobil &#8211; und das auch noch in blau. Das Rad ist zwar \u00e4lter und hat einige Schrammen, aber es f\u00e4hrt und bremst, mehr brauche ich auch nicht wirklich. Lustig war noch die Registration. Man muss sein Rad bei der Polizei anmelden. Mach das mal, wenn du deine Adresse nicht kennst und der gegen\u00fcber dich nicht versteht! Mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen und Karten erkl\u00e4rten wir den Wohnort. Aber ich glaube, die Polizei darf mich nie anhalten, weil ich annehme, dass trotzdem das Falsche herausgekommen ist.<\/p>\n<p>Was will der Mensch mehr? Ja, schon so einiges, aber man muss sich ja mit den einfachen Dingen zufrieden geben. Anschlie\u00dfend wurden noch schnell die normalen Dinge f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage eingekauft. Dabei habe ich mich dann heute zum Cr\u00eape \u00fcberreden lassen. Dann ging es und endlich nach hause. Auf den Weg dorthin wurde auf der Stra\u00dfe Tee verteilt. Ein perfider Plan, kann ich euch sagen. Anstelle einer Erfrischung gab es den absoluten Zuckerschock. Wie die Japaner aber wirklich alles per Zucker noch s\u00fc\u00dfer machen k\u00f6nnen, als es sowieso schon ist, muss man mir erst mal erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><div id=\"attachment_101\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-101\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/5772531.de.strato-hosting.eu\/cgi-data\/weblog_basic\/uploads\/2010\/04\/dscf2095-200x150.jpg\" alt=\"Abendessen\" title=\"Abendessen\" width=\"200\" height=\"150\" class=\"size-medium wp-image-101\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/dscf2095-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/dscf2095-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/dscf2095.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><p id=\"caption-attachment-101\" class=\"wp-caption-text\">Abendessen<\/p><\/div> Auf dem Heimweg stie\u00dfen wir dann noch auf Mohamed und wir beschlossen, noch gemeinsam in meinem  Wohnheim zu essen und einen sch\u00f6nen Abend zu verbringen. Wir haben uns ein Soba-Gericht selber zubereitet und dann gleich verdr\u00fcckt. <\/p>\n<p>Dabei bin ich auch das erste Mal auf den Haus\u00e4ltesten gesto\u00dfen. Mir wurde sp\u00e4ter nur berichtet, dass er schon aufgeregt zur T\u00fcr geschaut hat, als er von Orsolya erfahren hat, dass ich da bin. Nach der Begr\u00fc\u00dfung musste ich mir einen Erguss an Informationen anh\u00f6ren: \u00fcber sein Leben, sein Schaffen und sein Werden. Dieser Mann ist auch gleichzeitig der Beweis, das man Japanern das Alter nicht ansieht. Er ist 28 Jahre alt und man denkt, er ist maximal 21. Das Geheimnis des Nicht-\u00c4lter-Werdens werde ich noch raus bekommen und dann teuer an alle, die es interessiert, weitergeben. <\/p>\n<p>Morgen geht es dann zum Handy-shoppen. Dann bin ich endlich soweit ausger\u00fcstet und &#8222;mobil f\u00fcr alle Lebenslagen&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute stand ein freier Tag an &#8211; mal keine Beamten \u00e4rgern oder Uni-Bereiche durcheinander bringen. Das galt es zu feiern. Was k\u00f6nnte man also besseres machen, als shoppen zu gehen. Gut, erst mal durfte ich wegen Zeitmangel mit den Taxis der Stadt Bekanntschaft machen. Aber die Fahrt zur Uni stellte kein Problem dar. 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