{"id":724,"date":"2010-06-01T21:09:20","date_gmt":"2010-06-01T19:09:20","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=724"},"modified":"2010-06-01T21:09:20","modified_gmt":"2010-06-01T19:09:20","slug":"zu-hause-bei-japanern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=724","title":{"rendered":"Zu Hause bei Japanern"},"content":{"rendered":"<p>Wenn eine Japanerin und ein Ausl\u00e4nder zusammen durch die Stadt laufen, bedeutet das f\u00fcr Japaner, dass es sich um ein Paar handelt. Was es dann aber bedeutet, wenn eine Japanerin zwischen zwei Deutschen durch die Stadt l\u00e4uft, wollte Yuri uns nicht verraten. Unsere Feststellung, eine Japanerin, die sich nicht entscheiden kann, lie\u00df sie leider nicht gelten. Heute sollte diese Art von Kommentaren noch weiter gehen, schlie\u00dflich waren wir beide zur Abschiedsfeier von Yuri eingeladen. Frei nach dem Motto des Prinzen-Liedes &#8222;Was soll ich ihr schenken, ohne sie zu kr\u00e4nken?&#8220; standen wir beide nun vor einem gro\u00dfen Problem: Was schenken wir einer Japanerin, die garantiert nichts aus Japan braucht und an deutschen Sachen auch nicht so interessiert sein d\u00fcrfte? Die Idee blieb bei einem T-Shirt h\u00e4ngen. Ein T-Shirt, wie einfallslos, wird der geneigte Leser jetzt denken, aber weit gefehlt. Letzten Samstag hatte sich Andre ein T-Shirt mit einer 8-Bit-Rollenspielfigur aus dem Jahr 1987 gekauft. Daf\u00fcr wurde er von Yuri ausgelacht und ge\u00e4rgert. Sie bestand darauf, dass sie nie so etwas anziehen w\u00fcrde und falls ihr Bruder so etwas haben will, w\u00fcrde sie es beseitigen. Was lag nun n\u00e4her, ihr etwas zu besorgen, das sie nicht wegschmei\u00dfen darf, da es sich um ein Geschenk handelt? Sie war doch eindeutig interessiert an dem T-Shirt? Gesagt, getan und mich im Laden erst mal belehren lassen, dass irgendwie nur Ausl\u00e4nder das T-Shirt kaufen. Das letzte Mal am Sonntag ein gro\u00dfer blonder. Tja, Zuf\u00e4lle gibt es!<\/p>\n<p>Nun ging es ans Verpacken und Beschriften. Das Shirt wurde noch mit unseren Namen und Andres Spitznamen versehen und so gut es ging eingepackt. Anschlie\u00dfend ging es endlich los, nur waren wir schon vier Minuten versp\u00e4tet. Genau jetzt gab es schon den ersten Anruf, wo wir denn bleiben. Nach einiger Sucherei und einer fast halbst\u00fcndigen Versp\u00e4tung, fanden wir dann auch endlich das Haus. Es handelte sich um die Privatwohnung eines Group Mori-Mitglieds mit einer kleinen K\u00fcche, einem kleinen Wohnzimmer und anschlie\u00dfendem Tatamizimmer, wo nachts die Betten rausgeholt werden. Es war auf jeden Fall sehr sch\u00f6n, mal irgend eine japanische Wohnung zu sehen und die Idee kennenzulernen, den L\u00fcfter gleichzeitig als Wasserkocher zu missbrauchen. Es wurde ein feucht-fr\u00f6hlicher Abend. Es gab Sushi zum selbst basteln und andere K\u00f6stlichkeiten. Unter anderem entschuldigte sich die Dame noch einmal, dass ich im April nicht vom Flughafen abgeholt wurde und wir nichts von der Willkommensparty von Group Mori wussten, da m\u00fcssen wir wohl durchs Raster gefallen sein. Besonderes Highlight war aber Yuris Blick, als sie das T-Shirt sah. Trotzdem sah sie es sportlich und probierte es sogar an. Wir beide stellten dann auch das Hauptgespr\u00e4chsthema dar. Der Mann des Group Mori-Mitgliedes und eine weitere junge Musikantin l\u00f6cherten uns mit Fragen, die Yuri im Notfall \u00fcbersetzten musste. An Lebensmitteln und Getr\u00e4nken mangelte es auch nie und im Notfall hatten wir in Sekunden etwas Neues zu essen. Immer darauf bedacht, keinen Fehler zu machen, schafften wir es irgendwie, die Fragen alle zu beantworten. Nur mein Studienfach musste ich anders definieren. Geschichte &#8211; insbesondere Generationengeschichte &#8211; zu erkl\u00e4ren, ist ziemlich schwierig und f\u00fchrte zu einem doppelten Erkl\u00e4rungsversuch. Yuri bekam auf  Deutsch eine Erkl\u00e4rung von mir und das Group Mori-Mitglied eine auf Englisch von Andre. Auch zum Thema Freundin wurden wir befragt und wir wurden den Verdacht nicht los, dass sie uns am liebsten mit irgendwem verkuppeln wollte. Das k\u00f6nnen wir aber auch selber und ein wenig flirtete Andre mit Yuri schon, wenn auch nur aus Spa\u00df. Anschlie\u00dfend wurden uns noch Fotos gezeigt und wir redeten viel. Das erste Aufbruchsignal wurde deshalb auch von mir und der Japanerin gekonnt ignoriert. Andre dagegen, hat gar nichts mitbekommen. So wurden wir erst 1.00 Uhr raus geschmissen. Yuri wird uns auf jeden Fall fehlen und besonders eine Geschichte von ihr war traurig. In Mannheim hat sie keine Freunde, mit denen sie etwas unternehmen kann. Am liebsten h\u00e4tte sie uns mit nach Deutschland genommen. Schade, dass man da nicht aus der Ferne helfen kann.<\/p>\n<p>Nach langen Verabschiedungen und zwei Umarmungen durch sie, ging es dann doch nach Hause. Wir werden sie auf jeden Fall im Auge behalten und Group Mori hat uns schon f\u00fcr die n\u00e4chsten Sachen vorgemerkt. Ach, und dass wir Dai mit der anwesenden Japanerin verkuppeln wollten, verraten wir ihm lieber nicht, leider ist es aber an seiner Raucherei gescheitert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn eine Japanerin und ein Ausl\u00e4nder zusammen durch die Stadt laufen, bedeutet das f\u00fcr Japaner, dass es sich um ein Paar handelt. Was es dann aber bedeutet, wenn eine Japanerin zwischen zwei Deutschen durch die Stadt l\u00e4uft, wollte Yuri uns nicht verraten. 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