{"id":42,"date":"2010-04-06T21:30:37","date_gmt":"2010-04-06T19:30:37","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=42"},"modified":"2011-02-21T07:59:28","modified_gmt":"2011-02-21T05:59:28","slug":"06042010-im-an-alien-im-a-legal-alien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=42","title":{"rendered":"I&#8220;m an alien I&#8220;m a legal alien"},"content":{"rendered":"<p>Die ersten Tage in Japan sind immer die ereignisreichsten und spannendsten des ganzen Aufenthaltes, dementsprechend kann ich nat\u00fcrlich auch nicht damit geizen. O.k. gut, auf das Verschlafen am ersten Tag h\u00e4tte ich locker verzichten k\u00f6nnen, doch meine vier Stunden Schlaf waren garantiert nicht daran Schuld. Aber ich berichte lieber von Anfang an. Acht Uhr morgens ging es zum Treffen mit den Auslandsbetreuern von @home. Bl\u00f6d nur, wenn man fix und fertig ist und keine Lust hat aufzustehen. Die paar Minuten l\u00e4nger im Bett bleiben entwickelten sich schnell in ein gehetztes &#8222;Mist, ich bin sp\u00e4t dran&#8220;. Na ja, einer muss ja den Ruf der Deutschen als immer p\u00fcnktliche Menschen vernichten, dann kann ich das auch gleich \u00fcbernehmen.<br \/>\nDanach ging es zum Rathaus, um die Alien-Registrierungskarte abzugeben. Endlich, nach tausend sumimasen, hatten wir Zeit, um andere Menschen kennen zu lernen, die nicht nur Japanisch sprechen. Gesagt getan und erst mal Amanda (USA, Halbjapanerin, 21, Ingenieurin) und Orsolya (Ungarn, Bio, 25, kann Deutsch) kennen gelernt. Dazu hat sich auch noch Mohamed (Lybien, 27, Ingenieur) gesellt. Damit war die lustige Runde f\u00fcr den Tag zusammen. Gut, ich bin negativ aufgefallen, weil ich als Einziger eine vern\u00fcnftige Wohnung habe. Aber das wird durch Ausgleichsbesuche der Betroffenen bei mir abgegolten. Also wurde sich flugs auf Englisch ausgetauscht. Bl\u00f6d nur, dass so eine Truppe, trotz 20 zus\u00e4tzlicher Studenten, nat\u00fcrlich Aufsehen erregt. Alle paar Minuten kam ein Japaner auf uns zu und hat uns ausgequetscht. <\/p>\n<p>Irgendwie kam ich dabei nicht allzu gut weg. Nat\u00fcrlich war das Hauptproblem mein Name. Ist ja schon schlimm genug, dass meine Eltern einen Namen gefunden haben, mit dem schon Europ\u00e4er so ihre Probleme haben. Was von meinen beiden Name der Vorname ist, war genauso unklar wie die Aussprache beider Namen. Bei Reik brechen sich alle die Zunge und mein Nachname ist meist noch nicht mal im Ansatz als der Name zu erkennen.<br \/>\nWeiter ging es mit dem Wohnort. Fast alle Japaner scheinen schon mal Deutschland bereist zu haben. Aber Magdeburg kennt keiner, Berlin ist schwierig und Hannover unm\u00f6glich, doch Leipzig, ja, das kennen sie alle. Ich h\u00e4tte vermutlich mehr Werbung f\u00fcr Magdeburg oder auch G\u00f6ttingen mitbringen sollen. Anstelle von G\u00f6ttingen kennen sie alle nur Heidelberg.<br \/>\nNach der Diskussion \u00fcber den Wohnort reichte dann zu allem \u00dcberfluss noch der Hinweis auf das Geschichtsstudium und sie waren endg\u00fcltig schockiert. Ich bin hier einer der ersten ausl\u00e4ndischen Geschichtsstudenten und das wirkt doch immer noch so verwirrend, dass alle lieber das Thema oder gleich den Gespr\u00e4chspartner wechseln. Es hat schon einen Grund, warum die anderen alle Naturwissenschaften studieren. <\/p>\n<p>Drei Stunden und einen DVD-Austauschvertrag mit einem pakistanischen Doktoranden sp\u00e4ter, hatten wir endlich unsere Alien-Karte in der Hand. Nie stimmte der Songtext von Sting &#8211; &#8222;I&#8220;&#8220;&#8220;&#8220;&#8220;&#8220;&#8220;&#8220;m an alien I&#8220;&#8220;&#8220;&#8220;&#8220;&#8220;&#8220;&#8220;m a legal alien&#8220; mehr. Jetzt noch schnell ein Bankkonto und Sparheft besorgt und etwas zu essen gesucht, der Mob ist hungrig.<\/p>\n<p>Das @home-Team hatte sich auch ein sch\u00f6nes traditionelles Restaurant ausgesucht. Es gab genau zwei Hauptspeisen auf dem Plan: Tempura mit Fisch oder Schwein. O.k., wurde mein Einwurf des Vegetarier-Seins noch mit einem Herzinfarkt und &#8222;sortiere doch einfach aus&#8220; quittiert, sorgte der Einwurf des veganen Inders (nein Lars, zu meiner Entt\u00e4uschung nicht aus dem Punjab) schnell f\u00fcr ein Zusammenbrechen des Betriebes. Das halbe Restaurant suchte eine Alternative f\u00fcrs Essen und die Kunden halfen lautstark mit. Ich glaube, mit Fischessen fange ich besser bald an, wenn das so weitergeht. Ist eh besser, weil das, was man hier meist zu essen bekommt, oft undefinierbar ist. Wir gehen schon so weit, alle Sachen nur einmal zu besorgen und dann notfalls Warnungen auszugeben. Gleichzeitig lernte ich auch einen neuen Trick. Hat sich je jemand gefragt, wie die Japaner es zwei, drei Stunden mit verschr\u00e4nkten Beinen sitzend aushalten? Ich hab es versucht und kurz bevor ich aufgeben wollte merkte ich, dass unter dem Tisch einfach eine Aussparung war und man so bequem wie an einem Tisch sitzen konnte. <\/p>\n<p>Weiter ging es shoppen. Der 100-Yen-Shop steckt jeden unserer Euro-Shops locker in die Tasche. Auf 6 Etagen shoppen ist schon lustig, wenn alles gleich kostet. Weiter ging es dann Eis besorgen. Das allseits beliebte Macha- und Wasabieis war genauso vertreten, wie die doch etwas ungew\u00f6hnliche Sorte &#8222;ger\u00e4ucherter Thunfisch&#8220;. Die Cr\u00eapes mit Eis waren dagegen f\u00fcr meinen Geschmack etwas zu stark von Zucker untersetzt, aber einen Cr\u00eape ohne drei Eiskugeln und So\u00dfe wollten sie mir leider nicht verkaufen. Bei der anschlie\u00dfenden entsetzten Frage, ob das so ohne Eis \u00fcberhaupt essbar w\u00e4re war ich nur froh, dass unsere franz\u00f6sischen Begleiter schon weit weg waren. Allgemein kann ich auch Bananenmilch aus 100 Prozent echten Bananen und Milch empfehlen. Das es weder nach dem einen noch nach dem anderen geschmeckt hat, war nat\u00fcrlich purer Zufall.<\/p>\n<p>Nach ausgepr\u00e4gtem Shopping ging es dann zur Unterkunft zur\u00fcck und Punkt 20.00 Uhr waren wir wieder in den Wohnheimen. Jetzt bleibt mir nur noch, auf meinen Datteln zu kauen, die ich den Lybiern im Austausch gegen gute deutsche Schokolade abnehmen konnte. Wenn das so weitergeht, werden wir bald auch noch als Terroristen gesucht. <\/p>\n<p>Das Auftreten unserer Vierergruppe sorgte auf jeden Fall \u00fcberall f\u00fcr ein kleineres Aufsehen. Daf\u00fcr habe ich Partner f\u00fcr Besuche der \u00f6rtlichen Fu\u00dfballstadien gefunden. Ausgezeichnet, wenigstens ein kleiner Ausgleich f\u00fcr die Qualen einiger verpasster FCM-Spiele. Das der eine als Japaner Bayern-Fan ist, werde ich ihm aber noch austreiben m\u00fcssen. Ein Schweinsteiger, sein Lieblingsspieler, ist schlie\u00dflich nie besser als ein Prest oder Bauer. Aber ich habe ja noch ein paar Tage Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten Tage in Japan sind immer die ereignisreichsten und spannendsten des ganzen Aufenthaltes, dementsprechend kann ich nat\u00fcrlich auch nicht damit geizen. O.k. gut, auf das Verschlafen am ersten Tag h\u00e4tte ich locker verzichten k\u00f6nnen, doch meine vier Stunden Schlaf waren garantiert nicht daran Schuld. Aber ich berichte lieber von Anfang an. Acht Uhr morgens &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=42\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[4,5],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42"}],"collection":[{"href":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=42"}],"version-history":[{"count":27,"href":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79,"href":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42\/revisions\/79"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=42"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=42"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=42"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}