{"id":3452,"date":"2012-12-20T22:22:11","date_gmt":"2012-12-20T20:22:11","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=3452"},"modified":"2012-12-20T22:22:11","modified_gmt":"2012-12-20T20:22:11","slug":"alltag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=3452","title":{"rendered":"Alltag"},"content":{"rendered":"<p>Mhhh &#8211; eigentlich brauche ich die Unterlagen f\u00fcr das Stipendium gar nicht, ich bleibe einfach gleich hier! Mit einer Wohnung und meinem alten B\u00fcro f\u00fchlt sich es gar nicht so an, als ob ich nur kurz zu Gast bin, aber der Reihe nach. Der Eine oder Andere erinnert sich eventuell noch an meine K\u00e4mpfe gegen Windm\u00fchlen &#8211; auch bekannt als die japanische Verwaltung. Nach Punkten f\u00fchre ich, aber die Japaner versuchen alles, um es spannend zu machen. Vor mehreren Monaten schickte ich Orsolya zum Internationalen B\u00fcro der Uni, um Details \u00fcber das Stipendium zu erfahren. Damals wurde ihr mitgeteilt, dass es reicht, wenn ich im Dezember erscheine und dann alles gemacht wird. Schon der Freitag hat diese Aussagen L\u00fcgen gestraft und dass ein internationales B\u00fcro kein Englisch kann, begeistert mich auch sehr. Als wir heute hier erschienen, wurden wir gleich empfangen und erkannt. Man wollte mir aber keine Unterlagen schicken, sondern rief meine speziellen Freunde in der  Verwaltung der Geisteswissenschaften an, dass diese mir Details besorgen. <\/p>\n<p>Kurzerhand gingen wir also dort r\u00fcber und man las uns stur einen Ausdruck aus dem Internet vor, weil man selber nicht mehr wusste. Nun habe ich in relativ kurzer Zeit unendlich viele Formulare zu beschaffen um die Bewerbung noch auf den Weg zu bringen, Dinge die man in den letzten Monaten schon h\u00e4tte erledigen k\u00f6nnen. Egal, kurzerhand ging ich hoch ins B\u00fcro und arbeitete dort daran. Trotz zweij\u00e4hriger Abwesenheit werde ich dort noch wie ein Mitglied aufgenommen und kann dort ein- und ausgehen. Es f\u00fchlte sich wie fr\u00fcher an. Interessant wurde dabei das Treffen mit meiner alten deutschen Professorin, die es in zwei S\u00e4tzen schaffte, sowohl den Osten Deutschlands und G\u00f6ttingen zu beleidigen, ein Talent, was mich veranlasste, schnell  zu verschwinden, ehe ich einen Streit anfange.<\/p>\n<p>Gleichzeitig war heute auch deutscher Tag an der Uni. An den Vorbereitungen daf\u00fcr habe ich mich dank des Internets auch beteiligen k\u00f6nnen. Nun ergab es sich, dass die Herren und Damen auf dem Campus standen und Kekse verteilten. Einer der Beteiligten war doch wirklich mein alter Bekannter Endo, ein Student, der in Paderborn ein Austauschjahr gemacht hat und den ich mit anderen Sendaiern in G\u00f6ttingen empfangen habe und dem ich sp\u00e4ter auch noch half. Da er unter anderem wegen eines Animes zur Walpurgisnacht wollte, ohne \u00fcberhaupt zu wissen, was das ist, fragte ich ihn gleich zur Begr\u00fc\u00dfung, ob er denn da war. Seine Reaktion war aber nicht die Erwartete. Ich dachte, mit dieser Aussage ist nach der ersten \u00dcberraschung klar, um wen es sich beim Fragesteller handelt. Dem war aber nicht so, denn Endo verstand die Welt nicht mehr und das Gespr\u00e4ch verlief im Sand. Erst viel sp\u00e4ter, als ich abends Facebook \u00f6ffnete, fand ich eine Entschuldigung und ob ich es denn war, mit dem er heute gesprochen hat und ob ich in Japan bin. Offensichtlich hat der neue Haarschnitt wirklich mehr Wirkung, als ich gedacht habe, den Katoh war auch unter den Verteilern und den hab ich vor drei Monaten das letzte Mal gesehen und trotzdem hat er mich nicht erkennen k\u00f6nnen. Ich glaube, ich werde mir diese Anomalit\u00e4t noch ein wenig zu nutzen machen, vielleicht hat der Haarschnitt  ja so etwas Gutes<br \/>\nAm Abend ging es dann Essen in eine Sushibar, gleich neben Orsolyas Wohnung. Sushi in Japan ist sowieso schon dem Deutschen um Welten voraus, selbst im Kaiten, also Flie\u00dfband. Sushi aber, was dieser Sushimeister auf den Tisch zauberte, war unbeschreiblich. Obwohl wir die normalen Sorten hatten, schmeckte keines der Sushis so wie in den anderen L\u00e4den. Das ganze Sushi zerging auf der Zunge und f\u00fchlte sich fast wie Sashimi an. Wie wir erfuhren, hatte es uns &#8211; als einige der wenigen Ausl\u00e4nder \u00fcberhaupt &#8211; in den Laden des ber\u00fchmtesten Sushimeisters Sendais verschlagen, bei dem unter anderem die Spieler der Rakuten Eagel ein und aus gehen. Daf\u00fcr, was f\u00fcr ein Laden es war, waren die Preise noch sehr g\u00fcnstig und wir bekamen sogar noch eine kostenlose Nachspeise. Wenn irgend m\u00f6glich, muss ich zu dem wieder hin. Ich glaube, ich kann in Deutschland nach dem Besuch kein Sushi mehr essen und ich muss mir deshalb den Geschmack erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mhhh &#8211; eigentlich brauche ich die Unterlagen f\u00fcr das Stipendium gar nicht, ich bleibe einfach gleich hier! Mit einer Wohnung und meinem alten B\u00fcro f\u00fchlt sich es gar nicht so an, als ob ich nur kurz zu Gast bin, aber der Reihe nach. 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