{"id":3438,"date":"2012-12-16T13:14:46","date_gmt":"2012-12-16T11:14:46","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=3438"},"modified":"2012-12-16T13:14:46","modified_gmt":"2012-12-16T11:14:46","slug":"yamagata","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=3438","title":{"rendered":"Yamagata"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt Orte in Japan, die selbst ich noch nicht besucht habe. Yamagata ist einer von diesen. Eine Autostunde von Sendai gelegen, kannte ich diesen Namen nur vom Kirschen pfl\u00fccken einiger Mitstudenten und als Richtung, um Yamadera, einen meiner drei sch\u00f6nsten Orte Japans, zu erreichen. Heute sollte es aber in diese Richtung gehen. Maryam, meine T\u00fcrkisch-Iranische Bekannte, hatte mit ihrem Stipendium damals zwar an der Tohoku Universit\u00e4t angefangen, wurde aber nicht wie gew\u00fcnscht in das Fach Kunst gesteckt, sondern landete in Kunstgeschichte. Kunstgeschichte hat nun gar nichts mit ihren Vorstellungen zu tun gehabt, aber die japanische Regierung dachte, dass es ja fast das Selbe ist. Notgedrungen suchte sie sich so nun eine andere Universit\u00e4t und was l\u00e4ge n\u00e4her, als eine Kunstuniversit\u00e4t in Yamagata. Als einzige Ausl\u00e4nderin ist sie zwar dort ein Exot, aber ihre Leidenschaften kann sie dort voll ausleben.<\/p>\n<p>Eine Besonderheit dieser Uni sind die Ausstellungen. Mehrmals im Jahr m\u00fcssen die Studenten auf Note ihre geschaffenen Werke ausstellen. Zu diesem Zweck bat Maryam um moralische Unterst\u00fctzung, der wir nur zu gerne nachgekommen sind. Anstelle sich wie jeder Japaner einfach nur langweilig vor ein Bild zu stellen und dieses zu erkl\u00e4ren, entschied sich die erste iranische Rapperin f\u00fcr einen B\u00fchnenauftritt mit selbstgemachtem Musikvideo. F\u00fcr die anwesenden Japaner war dies zwar erst einmal eine Umstellung, gefallen hat es ihnen dann aber wohl doch. Da es einen eklatanten Mangel an Helfern gab, wurden kurzerhand auch wir G\u00e4ste eingebunden. So wurde mir f\u00fcr den Videomitschnitt in Erinnerung an den angeblichen Paparazzi Reik kurzerhand die Kamera in die Hand gedr\u00fcckt. Diese Hilfe wurde mir auch zum Verh\u00e4ngnis, als Frau Omori pl\u00f6tzlich vor mir stand. Der ?Pate? von Sendai war doch tats\u00e4chlich auch gekommen und bombardierte mich gleich mit Fragen und der Aufforderung, sie doch endlich bei Facebook zu adden und sie nach der R\u00fcckkehr nach Sendai doch gef\u00e4lligst anzurufen. Ich mag die Dame ja eigentlich, aber dieses n\u00f6rgelnde, dass man sich vor dem Flug nach Sendai nicht angemeldet hat, ist wirklich anstrengend. Als Ausgleich  daf\u00fcr trafen wir im Anschluss die alten Gasteltern von Maryams Freund Nathan. Diese wollten uns eigentlich nur zum Bahnhof fahren, luden uns dann aber doch noch schnell zum echten Chinesen zum Essen ein. Vergesst dabei alles, was ihr aus Deutschland kennt, es ist kein Vergleich, aber sehr gut. Nur die arme Orsolya wurde verd\u00e4chtigt, Vegetarier zu sein, weil sie erkl\u00e4rte, ich w\u00fcrde kein Fleisch essen. Den Part, das es sich um mich handelt, ignorierten sie einfach und folgerten, dass wenigstens ich so aussehe, als ob ich vern\u00fcnftig essen w\u00fcrde. Was f\u00fcr eine Fehleinsch\u00e4tzung! Den anschlie\u00dfenden Kampf, wer zahlen darf, verloren wir dann und so hatten wir von uns Unbekannten ein freies Essen bekommen. Was will man mehr!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Orte in Japan, die selbst ich noch nicht besucht habe. Yamagata ist einer von diesen. Eine Autostunde von Sendai gelegen, kannte ich diesen Namen nur vom Kirschen pfl\u00fccken einiger Mitstudenten und als Richtung, um Yamadera, einen meiner drei sch\u00f6nsten Orte Japans, zu erreichen. Heute sollte es aber in diese Richtung gehen. 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