{"id":3432,"date":"2012-12-11T21:42:51","date_gmt":"2012-12-11T19:42:51","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=3432"},"modified":"2012-12-11T21:42:51","modified_gmt":"2012-12-11T19:42:51","slug":"elfmeterschiesen-oder-ruckspiel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=3432","title":{"rendered":"Elfmeterschie\u00dfen oder R\u00fcckspiel?"},"content":{"rendered":"<p>Im Stadion wird es langsam laut. Die G\u00e4stefans aus Magdeburg skandieren ?Ausw\u00e4rtssieg, Ausw\u00e4rtssieg?. Doch kann man in dieser Situation \u00fcberhaupt von einem Sieg sprechen? Genau diese Frage stellt sich der Trainer, als es zum Elfmeterschie\u00dfen kommt. Was w\u00e4re, wenn doch keine Entscheidung erzwungen werden kann? Was, wenn man ein R\u00fcckspiel ausspielen muss? Wie konnte es nur so weit kommen?<\/p>\n<p>Wir sehen, ich bin wieder da. Aber ich glaube, so langsam \u00fcberrascht das wohl auch keinen mehr. Vor 6 Jahren betrat ich das erste Mal das Land der aufgehenden Sonne und seitdem ist es f\u00fcr mich eine Art zweite Heimat geworden. Ein R\u00fcckspiel w\u00fcrde dementsprechend wohl die Frage aufwerfen, ob man in solchem Zusammenhang noch von einem Ausw\u00e4rtsspiel reden kann. <\/p>\n<p>Im Sommer, nach meiner Reise nach Japan, verbrachte ich erst einmal noch spontan ein paar Tage in Ungarn. Das ist ein sch\u00f6nes Land, auch wenn man an vielen Ecken die Probleme sieht, die auch so wundersch\u00f6ne St\u00e4dte wie Magdeburg plagen &#8211; die Altlasten des Ostens. Die Ungarn sind ein sehr freundliches Volk und Segeln auf dem Balaton hat auch sehr viel Spa\u00df gemacht. Nach meiner R\u00fcckkehr schaffte ich es nach vielen Anl\u00e4ufen, meine Masterarbeit zur\u00fcckzubekommen, ohne die es mir nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, auch nur in Ans\u00e4tzen weiter zu planen. Das Ergebnis dieser Arbeit &#8211; die unter japanisch-deutscher Flagge stand &#8211; ist nun so gut, dass ich gerne meinen Doktor machen w\u00fcrde. Dieses Unterfangen ist aber leichter gesagt als getan. Betreuer wollen gefunden werden, Themen ausgedacht und dann sollte auch eine Finanzierung stehen, da die noblen Unterst\u00fctzer meines bisherigen Studiums von dieser Last ebenfalls einmal befreit seien wollen.<\/p>\n<p>Das kleinste Problem stellte das Thema dar. Was liegt n\u00e4her, als eine Problemfrage zu bearbeiten, welche mich schon bei der Masterarbeit besch\u00e4ftigte und so in der Form noch nicht in deutschen Medien behandelt wurde? Also werde ich mich mit den deutschen Spezialisten in Japan, die den Japanern im neunzehnten Jahrhundert nach der \u00d6ffnung Japans bei der Verwestlichung halfen, besch\u00e4ftigen. In diesem Zusammenhang werde ich den mit ihnen verbundenen Kulturtransfer untersuchen und viel wichtiger noch deren Selbstverst\u00e4ndnis, mit dem sie in einem Land agierten, welches weder dem wirklichen kolonialen Kontext, noch den westlichen Standards entsprach. Schon an dieser Aufgabe sehen wir das erste Problem. Japan ist nicht gerade das Hauptthema in Deutschland und schon gar nicht die von mir gew\u00e4hlte Zeitphase. Dankbarerweise konnte ich doch einen Professor \u00fcberzeugen, sich meiner anzunehmen. Er fordert aber einen Spezialisten zum Thema Japan als Zweitbetreuer. Da f\u00fcr mein Thema ein Aufenthalt in Japan eh zwingend erforderlich sein wird, befinde ich mich mal wieder hier &#8211; diesmal auf der Jagd nach einem Professor und der Erm\u00f6glichung dieses Aufenthalts. Als hilfreich haben sich all meine Kontakte in Japan erwiesen. Masami habe ich mehrere Treffen mit potentiellen Betreuern zu verdanken und Shimizu und Orsolya haben mir bei dem Aufenthalt gut weitergeholfen.  Aber ich muss sagen, dass ich es besonders meinem alten Betreuer Kawamura zu verdanken habe, dass ich schon wieder hier bin. Noch als ich friedlich auf dem Balaton schipperte, fragte dieser bei mir an, ob er meinen Namen und in diesem Zusammenhang den FCM in einem Lehrbuch verwenden darf. Weiterhin fragte er, ob ich nicht gleich noch die Kontrolle \u00fcbernehmen w\u00fcrde, ob es sich bei seinem Ausdruck auch um ?echtes Deutsch? handelt. Gesagt, getan und obwohl ich es auch so gemacht h\u00e4tte, erhalte ich die n\u00e4chsten Tage hier eine Belohnung f\u00fcr die Arbeit, welche mir den Luxus zweier Japanbesuche in einem Jahr erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Bevor es aber zum Ernst des Lebens kommen kann, musste ich erst einmal Japan erreichen. Diesmal geschah dies mit Quatar Airways, von denen ich schon viel Gutes geh\u00f6rt hatte. Ganz konnten sie mich heute nicht \u00fcberzeugen. Dies lag wohl aber zu einem Gro\u00dfteil an meinen fehlenden Nerven nach mehreren Versp\u00e4tungen und an einer Meute Fu\u00dfballfans. Anstelle der angek\u00fcndigten vier Stunden Aufenthalt in Doha hatte ich so 5 Minuten, um zum Gate zu kommen, nachdem der Flug sich dank einer Sicherheitskontrolle in Frankfurt versp\u00e4tete. Auch der zweite Flug erreichte \u00fcber 45 Minuten zu sp\u00e4t sein Ziel, was eine Meute Brasilianer, die zur Club-WM flogen, um ihr Team zu unterst\u00fctzen, nicht sehr leicht fiel. Kurzerhand wurde gesungen und das Flugpersonal genervt. Dies ist eine Tat, die immer auf die armen Mitreisenden zur\u00fcckf\u00e4llt. Verbunden mit einer 45-minutigen Schlange beim Visa, kam ich so geschlagene zwei Stunden zu sp\u00e4t aus dem Flughafen heraus. <\/p>\n<p>Daf\u00fcr fand ich heraus, dass ein Brasilianer Deutsch gelernt hatte und es entstand ein interessantes Gespr\u00e4ch mit seinem Schuldeutsch. Dies ging auf jeden Fall viel besser, als ein Gespr\u00e4ch mit meinen beiden Sitznachbarn. Als diese ein Gespr\u00e4ch anfangen wollten, verstand weder der Rum\u00e4ne noch der Brasilianer Englisch und ich durfte immer mit der Stewardess raten, was die beiden Herren nun diesmal f\u00fcr ein Problem hatten. Wieso halb so gro\u00dfe Japaner im Vergleich zu mir es immer schaffen, die Pl\u00e4tze mit Beinfreiheit zu bekommen und sich dann trotzdem noch am liebsten versuchen langzulegen, wird wohl auch f\u00fcr immer ihr Geheimnis bleiben (zumal mir diesmal Dennis fehlte, um mich in meinem Kampf um normale Beinfreiheit zu unterst\u00fctzen). Das alles war bei einem 19-Stunden-Flug nicht das Angenehmste, aber Fliegen war f\u00fcr mich schon immer nur ein notwendiges \u00dcbel. Ich bin jetzt in Japan, das erste Calpis ist gekauft und nun geht es nach Sendai, wo sich im Laufe der Woche der Ernst des Lebens abspielen wird. Die regelm\u00e4\u00dfige Berichterstattung der letzten Urlaube werde ich dabei vermutlich nicht beibehalten, aber ich werde von Mal zu Mal ein paar Bilder oder besondere Ereignisse aufzeigen. <\/p>\n<p>Auch wenn ich gl\u00fccklicherweise dem Weihnachtsstress entkommen bin, w\u00fcnsche ich den werten Lesern eine sch\u00f6ne Vorweihnachtszeit und bis bald!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Stadion wird es langsam laut. Die G\u00e4stefans aus Magdeburg skandieren ?Ausw\u00e4rtssieg, Ausw\u00e4rtssieg?. Doch kann man in dieser Situation \u00fcberhaupt von einem Sieg sprechen? Genau diese Frage stellt sich der Trainer, als es zum Elfmeterschie\u00dfen kommt. Was w\u00e4re, wenn doch keine Entscheidung erzwungen werden kann? Was, wenn man ein R\u00fcckspiel ausspielen muss? 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