{"id":3348,"date":"2012-08-20T21:05:21","date_gmt":"2012-08-20T19:05:21","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=3348"},"modified":"2012-08-22T18:27:41","modified_gmt":"2012-08-22T16:27:41","slug":"tag-16-todesfalle-und-kamikaze","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=3348","title":{"rendered":"Tag 16 &#8211; Todesfalle und Kamikaze"},"content":{"rendered":"<p>Es ist soweit, die zweite H\u00e4lfte des Urlaubs hat begonnen. Dennis ist im Flugzeug und hoffentlich bald sicher in Deutschland angekommen. Er hatte bereits in Deutschland einige Bestellungen f\u00fcr verschiedene Dinge aus Japan bekommen, die nun nach Deutschland verfrachtet werden m\u00fcssen. Ich habe ihm auch gleich noch einigen Kram von mir mitgegeben. Da er aber trotzdem weit unter dem Warenwert bleibt, sollte das alles kein Problem werden. <\/p>\n<p>Die gestrige Feier mit Andre und den anderen ist dann doch l\u00e4nger geworden, so dass ich den heutigen Tag damit verbracht habe, die Batterien aufzuladen. Orsolyas Wohnung ist zum Gl\u00fcck sehr g\u00fcnstig gelegen. Gleich gegen\u00fcber findet man einen Coop und nebenan einen Seyus, die beiden gr\u00f6\u00dften Superm\u00e4rkte der Stadt. Zudem gibt es gegen\u00fcber auch eine Kaitensushibar. Welche dekadentere Mittagessensmethode g\u00e4be es also, als kurzerhand in diese Bar einzuziehen. Das Sushi ist zwar nicht mit dem des Meisters vergleichbar, doch trotz allem immer noch den deutschen Sushi-Restaurants um Meilen voraus. Das spezielle Maguroangebot, also Thunfisch-Spezial, musste ich nat\u00fcrlich sofort probieren und bleibe dabei, dass Maguro der beste Sushifisch ist. Da es sich um ein Kaitensushi handelt, muss man sich das gew\u00fcnschte Sushi von einem Flie\u00dfband nehmen.  Zu unserer \u00dcberraschung scheint dies beliebter zu sein, als man lang hin annimmt. Selbst Sch\u00fcler zog es in die Bar und sie speisten sehr reichhaltig. Herrlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in meinem Schulleben freiwillig in eine Sushibar oder \u00fcberhaupt in ein Restaurant gegangen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Aufgrund des morgigen Tages verlief der restliche Tag eigentlich nur im Rahmen der Lagervorbereitungen, was sich erst abends  \u00e4ndern sollte. Mikako hatte sich angemeldet. Bei dieser jungen Dame handelt es sich um die Freundin meines alten Kumpels Daniel. Eine junge Japanerin, welche heutzutage in einer Bank arbeitet und welche ich vor ziemlich genau einem Jahr das letzte Mal gesehen habe. Umso gr\u00f6\u00dfer war die Wiedersehensfreude. Zur Auffrischung alter Erinnerungen ging es in eine Udonbar hinter dem Bahnhof. In dieser Udonbar galt ich fr\u00fcher als angeblicher Stammgast und auch diesmal machten einige Angestellte Zeichen, als k\u00f6nnten sie mich erkannt haben. Gest\u00e4rkt durch Udon wurde es ein sehr sch\u00f6nes Treffen, in dem sehr \u00fcber meinen Senpai Daniel gel\u00e4stert wurde. Wir hoffen auf jeden Fall beide, dass sein Traum noch wahr wird und er einmal in Japan arbeiten und bleiben kann. Selbst derartig unspektakul\u00e4re Tage zeigen doch, wie entspannt und interessant das Leben hier werden kann. <\/p>\n<p>Eine kleine Anmerkung am Rande: ich verf\u00fcge endlich wieder \u00fcber ein ?Fahrrad?. Mein guter alter Freund ?der Reisende? (also mein altes Fahrrad, das einen Aufkleber mit dem Motto hatte, dass man sich auf es schwingen soll und die Welt erkunden soll) wurde ja nachdem ich weg war gestohlen. Unter mir w\u00e4re das nie passiert, aber ich hatte es Shimizu \u00fcberlassen und bei ihm hat es kein Jahr \u00fcberlebt. Meine Trauer wirkt noch heute nach und ich hoffe inst\u00e4ndig f\u00fcr den Dieb, dass ich das Fahrrad nirgends in Sendai sehe, denn es k\u00f6nnte nicht gut f\u00fcr ihn ausgehen. Als Ausgleich hat Orsolya mir gleich zwei R\u00e4der zur Verf\u00fcgung gestellt. ?Totesfalle? und ?Kamikaze?. Bei Kamikaze handelt es sich um ihr Rad, welches etwas h\u00f6her einstellbar ist, \u00fcber G\u00e4nge verf\u00fcgt und sich etwas leichter fahren l\u00e4sst. Dieses leichtere Fahren hat den Nachteil, dass die Bremsen nicht funktionieren und jedes Anhalten an Ampeln ab einer gewissen Geschwindigkeit, die ich h\u00e4ufiger erreiche, zum \u00dcberlebenskampf wird. Die Todesfalle dagegen wurde mir von Fumiyo gestellt. Fumiyo ist eine alte Bekannte. Sie erschien auf Partys oder Veranstaltungen, aber niemand wei\u00df, wo sie dazugeh\u00f6rt oder was sie macht. Die Schweden in Sendai haben ihr das Fahrrad \u00fcbergeben, damit sie es an die n\u00e4chste Generation weitergibt. Wieso man das Rad weiternutzen wollte,  erschlie\u00dft sich mir aber nicht. Es hat keine G\u00e4nge, die Gr\u00f6\u00dfe ist f\u00fcr jeden Europ\u00e4er ein Witz und die R\u00e4der eiern gef\u00e4hrlich. Keines der beiden R\u00e4der ist also wirklich nutzbar, aber ich werde das Beste daraus machen. Wenigstens bin ich \u00fcberhaupt mobil. Trotzdem kann ich jedem Reisenden nur vorschlagen, sich ein anst\u00e4ndiges Rad zu kaufen und notfalls lieber etwas mehr in Qualit\u00e4t zu investieren. An die beiden R\u00e4der, die Orsolya und ich am Anfang gekauft haben, kam keines ihrer nachfolgenden R\u00e4der mehr heran. Bis zum Ende des Urlaubs werde ich wohl mein G\u00f6tterwissen auf jeden Fall verbessert haben. F\u00fcr die heutige Fahrt mit Kamikaze habe ich alle nordischen G\u00f6tter mit Bitte ums \u00dcberleben durch, als n\u00e4chstes sind dann wohl die Griechischen dran.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist soweit, die zweite H\u00e4lfte des Urlaubs hat begonnen. Dennis ist im Flugzeug und hoffentlich bald sicher in Deutschland angekommen. Er hatte bereits in Deutschland einige Bestellungen f\u00fcr verschiedene Dinge aus Japan bekommen, die nun nach Deutschland verfrachtet werden m\u00fcssen. Ich habe ihm auch gleich noch einigen Kram von mir mitgegeben. 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