{"id":3344,"date":"2012-08-15T12:00:46","date_gmt":"2012-08-15T10:00:46","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=3344"},"modified":"2012-08-20T21:32:37","modified_gmt":"2012-08-20T19:32:37","slug":"tag-15-abschiede-und-halbzeitpause","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=3344","title":{"rendered":"Tag 15 &#8211; Abschiede und Halbzeitpause"},"content":{"rendered":"<p>Wie in jeder guten Verl\u00e4ngerung ist die Halbzeit angelaufen, der Trainer ber\u00e4t seine Spieler noch einmal und es werden die letzten Auswechslungen vorgenommen. Heutiges Opfer dieser Auswechslungen ist Dennis. Nach zwei Wochen endet sein Urlaub und er muss nach Tokyo, um seinen Flug zu bekommen. Ich habe Dennis ja schon einmal zum Flughafen gebracht, aber so geknickt wegen dem Urlaubsende und dem R\u00fcckflug war er noch nie. Was haben wir auch alles erlebt: Vulkane in Sandaletten bestiegen, geheime Pfade im Wald gefunden, Vegalta angefeuert und im Schnitt rund f\u00fcnfzehn bis zwanzig Kilometer am Tag gelaufen. Vereint mit der japanischen Freundlichkeit, dem Essen und der ganzen Kultur, wird Dennis etwas fehlen. O.k., besonders das Vitaminwasser, nach dem er mittlerweile fast s\u00fcchtig ist, aber der Rest laut eigenen Aussagen auch. Eigentlich wollte ich ihn ja am Bahnhof Sendai verabschieden, widere Umst\u00e4nde zwangen mich aber, die weite Reise nach Tokyo auch zu absolvieren. In unserem ersten Hotel hatten wir es doch wirklich geschafft, meine Schuhe stehen zu lassen, weil jeder von uns beiden dachte, der andere hat sie eingepackt. Und so blieben die Schuhe mit der f\u00fcr Japan seltenen Gr\u00f6\u00dfe 46 im Hotel. Erst in Hakkodate bemerkten wir den Verlust und riefen sofort das Hotel an. Dort verstand man nur die H\u00e4lfte, aber ein armer Japaner auf der Stra\u00dfe, welcher meinte, er k\u00f6nne ein wenig Englisch, wurde kurzerhand gezwungen, den Anruf zu vervollst\u00e4ndigen. So warteten meine Schuhe in Tokyo auf meine Ankunft. Zum Gl\u00fcck eigentlich, hatte Japan doch schon zwei paar meiner Schuhe das Leben gekostet und ein drittes Paar mit sehr abgenutzten Sohlen hinterlassen. <\/p>\n<p>Eine Shinkansenfahrt ist aber zum Gl\u00fcck entspannt und innerhalb relativ kurzer Zeit waren wir in Tokyo, hatten die Schuhe und noch einige andere Sachen absolviert und konnten Dennis in seinen Zug setzen. Zum Abschied erhielt er noch ein Zugbento von mir geschenkt. Zugbentos sind lokale Spezialit\u00e4ten, welche im Shinkansen verkauft werden und eine allgemeine Empfehlung f\u00fcr Reisende sind. Nicht ohne Grund sind sie immer viel zu schnell ausverkauft und teilweise nur unter bestimmten Voraussetzungen zu erhalten. So war der Abschied gekommen. Schweren Herzens stieg Dennis zu seinem Zug im Bahnhof Tokyo herab, w\u00e4hrend ich zu meinem Shinkansen rennen musste. Sein Gesicht sagte auf jeden Fall, dass Japan nicht das letzte Mal von Dennis geh\u00f6rt hat und ich hoffe es auch. Japan ist ein zu sch\u00f6nes Land, als es nicht erneut zu bereisen und gesehen haben wir auch bei weitem nicht alles. Die Frage ist nur, wie das aussehen soll, falls er mal mit einer Familie nach Japan reist. ?Schatz, zeig mir mal, wo man hier gut Shoppen kann! ? Da dr\u00fcben im Hundert Yen Store und ansonsten kann ich dir noch sehr sch\u00f6ne Berge zeigen.??.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/5772531.de.strato-hosting.eu\/cgi-data\/weblog_basic\/uploads\/2012\/08\/imgp4655-klein.jpg\" alt=\"imgp4655-klein\" title=\"imgp4655-klein\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3361\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Abschied ging es f\u00fcr mich mit dem Shinkansen nach Sendai. Orsolya wartete dort schon mit meinem alten Kumpel Andre. Andre, ein alter Mitstudent, welcher aus Berlin stammt, hatte vor ziemlich genau zwei Jahren Sendai verlassen m\u00fcssen. In den zwei Jahren hatten wir es nie geschafft, auch nur mal ein Treffen zu veranstalten. Frei nach dem Motto ?200 km sind viel zu wenig, da treffen wir uns lieber in 10.000 km? kam nun die Situation, dass wir gleichzeitig vor Ort sind und beide Urlaub machen. Andre ist mittlerweile mit Yuri zusammen. Sie ist eine Bekannte von mir (Musikerin). Da hat Group Mori vor zwei Jahren vollen Erfolg gehabt. Group Mori und Frau Omori besonders, sind eine Rentnergruppe, welche sich um die Ausl\u00e4nder Sendais k\u00fcmmern. Frau Omori l\u00e4dt dazu Ausl\u00e4nder gerne in ihre Wohnung ein und ist auch besonders flei\u00dfig beim Kuppeln. Vor zwei Jahren hat sie das ebenfalls mit Andre, Yuri, mir und einer weiteren Japanerin versucht und bei f\u00fcnfzig Prozent der Gruppe Erfolg gehabt. So ging es in ein Restaurant, wo wir zu acht sa\u00dfen und uns an alte Zeiten erinnerten. Etwas schade war, dass Andre und ich kaum Zeit zum Sprechen hatten, was angesichts der Sache, dass ein Treffen in Deutschland theoretisch einfach sein sollte, nicht weiter verwunderte. Anstelle der angestrebten vier Stunden Treffen wurde es dementsprechend noch sehr lustig. Besonderes Highlight war aber Yuka. Das kleine Energieb\u00fcndel ist eine bei einer Getr\u00e4nkefirma arbeitende 25j\u00e4hrige Japanerin, welche perfekt Deutsch, teilweise mit extremen deutschen Dialekten, sprechen kann. Im Rahmen von ihrer Firma erh\u00e4lt Yuka Tickets f\u00fcr ein Spiel der Rakuten Eagles, dem \u00f6rtlichen Baseballverein. Rakuten ist wahrlich kein schlechtes Team und die Tickets werden nicht die schlechtesten sein, wenn ein Sponsor sie hat. Da Yuka aber an diesem Tag ein Grillfest hat, bleiben die Karten \u00fcbrig und gehen an den einen sportverr\u00fcckten Deutschen, den sie kennt. Mir bleibt also nur, den Termin dick im Kalender einzutragen, denn einem geschenkten Gaul, schaut man ja nicht ins Maul. Mal schauen, ob Shimizu mitkommt. Orsolya wird an dem Tag wohl schon in Ungarn im Urlaub verweilen. Wenigstens ist mittlerweile  gekl\u00e4rt, dass ich freundlicherweise ihre Wohnung auch dann weiter nutzen darf. So wurde es ein sehr witziger Abend, bei dem aber viel Wehmut mitschwang. Es waren so viele gute Freunde da, die so vermutlich nie wieder zusammenkommen werden. Ich muss auch ehrlich sagen, ich wei\u00df nicht, ob ich in Sendai noch einmal studieren k\u00f6nnte, da ich an jeder Ecke Freunde vermissen w\u00fcrde. Aber noch einmal nach Japan gehen, dass k\u00f6nnte ich mir gut vorstellen. <\/p>\n<p>Hiermit beenden wir auch die erste Halbzeit der Verl\u00e4ngerung unter dem Motto ?Japanreise? und wechseln zur zweiten H\u00e4lfte ?Die Tage in Sendai?.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie in jeder guten Verl\u00e4ngerung ist die Halbzeit angelaufen, der Trainer ber\u00e4t seine Spieler noch einmal und es werden die letzten Auswechslungen vorgenommen. Heutiges Opfer dieser Auswechslungen ist Dennis. Nach zwei Wochen endet sein Urlaub und er muss nach Tokyo, um seinen Flug zu bekommen. 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