{"id":3340,"date":"2012-08-15T11:58:39","date_gmt":"2012-08-15T09:58:39","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=3340"},"modified":"2012-08-15T11:58:39","modified_gmt":"2012-08-15T09:58:39","slug":"tag-14-zuggedanken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=3340","title":{"rendered":"Tag 14 &#8211; Zuggedanken"},"content":{"rendered":"<p>Es regnet in Hokkaido. Um genau zu sein, scheint sich der Himmel bei dem Gedanken, dass wir diese sch\u00f6ne Insel im japanischen Norden verlassen werden, nicht wohlzuf\u00fchlen und heult. Uns selber soll es aber recht sein, denn wir sind mit anderen Dingen besch\u00e4ftigt. Aus einer spontanen Laune heraus hatten wir uns in einer Ryokan eingemietet. R\u00e4ume mit Tatamimatten, Tee und Geb\u00e4ck kostenlos zum Testen und Schlafen auf dem Boden standen an. Das eigentliche Highlight einer Ryokan ist aber das Essen. Wann auch immer man die Chance hat, sich in einer einzuquartieren, man sollte es mit einem Essen, Fr\u00fchst\u00fcck oder bei entsprechendem Geldbeutel Abendbrot, abrunden.  F\u00fcr das Essen wird in diesem Fall nur das Beste aufgefahren. Fr\u00fchst\u00fcck mit japanischem Omelette, Fisch, Reis, eingelegtem Gem\u00fcse, Natto und andere japanischen Spezialit\u00e4ten sind schon eine Hausnummer, an die sich der Magen erst einmal gew\u00f6hnen muss. Wer sich trotzdem bereiterkl\u00e4rt, das Abenteuer anzunehmen und im Zweifelsfall Dinge zu essen, die er nicht einordnen kann und teilweise auch nicht will, wird mit einem reichhaltigen und interessanten Essen belohnt. Ebenso geschah es mit unserem Fr\u00fchst\u00fcck. Reichhaltig und variationsreich wurde uns aufgetischt, so dass kein Wunsch offen blieb.<\/p>\n<p>Nach dem Essen ging es durch den str\u00f6menden Regen zum Bahnhof. Ziel war es, im Zug in acht Stunden den Weg nach Sendai, \u00fcber die Stationen Hakkodate und Aomori, zur\u00fcckzulegen. Zu dieser Zugfahrt eventuell erst einmal ein Tipp: Die Z\u00fcge in Japan sind fast immer ausgebucht. Aber die Reservierungen werden auch gerne wieder zur\u00fcckgegeben. Aus diesem Grund brauchten wir drei Anl\u00e4ufe, um die Tickets f\u00fcr alle Zugverbindungen bis Sendai zusammenzubekommen. Nichts ist unangenehmer, als auf dem Boden eines Shinkansen zu sitzen, wissend, dass es super bequeme St\u00fchle mit gro\u00dfer Beinfreiheit gibt. Trotz allem schafften wir es also, alle Tickets zu bekommen und es konnte fast losgehen, vom Regen weg. Vorher schaute ich aber noch einmal in den Souvenirladen der Stadt am Bahnhof, es k\u00f6nnte ja vielleicht noch irgendetwas zum Mitbringen f\u00fcr meine Freunde geben. Was ich aber vorfand, darauf war ich nicht vorbereitet. Ich bin ja von den Japanern vieles gew\u00f6hnt: Schokoladenbier, Mixgetr\u00e4nke mit den komischsten leuchtenden Farben, aber Bier in der Farbe blau und dazu wei\u00dfen Schaum, h\u00e4tte ich beim FCM-Fanshop erwartet, nicht aber in Japan. Das Bier musste gekauft werden. Warum man mich fragte, ob man das Bier gleich \u00f6ffnen soll, erschloss sich mir aber nicht. Denn eigentlich dachte ich immer, ich sehe nicht unbedingt wie jemand aus, der um zehn Uhr morgens Bier trinken muss.<\/p>\n<p>Nach diesem Kulturschock ging es in den Zug. Eine lange, aber bequeme Fahrt erwartete uns. Allerdings wollte mich Dennis einmal mit Blicken t\u00f6ten, da er neben einem nervigen Japaner sitzen musste, w\u00e4hrend ich eine junge 26j\u00e4hrige Nachbarin hatte, mit der man sich sogar gut unterhalten konnte. Endlich, kurz nach 18 Uhr, erreichte unser Zug endlich Sendai und durchdrang genau dort die letzten Regenwolken. Wir waren wieder in der ?Heimat?. Das Wetter war zwar im Vergleich zu Hokkaido viel zu warm, aber doch erscheint Sendai selbst schon f\u00fcr Dennis so \u00e4hnlich wie ein alter Bekannter. Nachdem wir unsere Koffer in der MafuMafu-Sprachschule abgegeben hatten und Dennis von einer neuen Mitarbeiterin erst einmal f\u00fcr Thomas, den alten Chef des MafuMafu, gehalten wurde, ging es noch mal in die Stadt zum Shoppen und auf Orsolya warten. Das Warten sollte sich aber lohnen. Auf der einen Seite waren wir froh, sie wiederzusehen und bei ihr unsere Koffer loswerden zu k\u00f6nnen, au\u00dferdem sollte es Sushi geben.<\/p>\n<p>Sushi? Was ist daran so besonderes? Ihr esst das doch h\u00e4ufiger, h\u00f6re ich die Stimmen schon sagen, aber es ging um ein besonderes Sushi. In einem der besten Sushi-Restaurants der Stadt steht noch ein echter Sushimeister vor einem. Um diese Erfahrung richtig zu machen baten wir Orsolya um \u00dcbersetzung, dass wir kein vorgefertigtes Set wollen. Er sollte aussuchen, was am besten zusammen passt und in einem festen Preisrahmen blieb. So bekamen wir zum ersten Mal auch Sushi, welches wir sonst nie gegessen h\u00e4tten &#8211; perfekt aufeinander abgestimmt und in Frische und Geschmack unschlagbar. Selbst Orsolya, die das Restaurant erst f\u00fcr einen Fehler hielt, zeigte sich begeistert. Zus\u00e4tzlich zum Sushi bekamen wir auch noch einen Einblick in Zubereitung und Essmethoden, so dass der Tag einen sehr lohnenden Ausgang hatte. Wer immer die Gelegenheit hat, eine echte Sushibar zu besuchen, sollte dies tun. Setzt euch nur ein Preislimit, welches auch ruhig mal h\u00f6her sein darf und dann einfach alles probieren. Sachen wie zerquetschter Seeigel sind zwar nicht jedermanns Ding, wer aber mit offenen Augen und etwas Selbstvertrauen an die Sache herangeht, wird es nicht bereuen. Das Sushi war auf jeden Fall der perfekte Abschluss f\u00fcr Dennis Restaurantbesuche in diesem Jahr, da er ja morgen nach Hause fliegen ?will?.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es regnet in Hokkaido. Um genau zu sein, scheint sich der Himmel bei dem Gedanken, dass wir diese sch\u00f6ne Insel im japanischen Norden verlassen werden, nicht wohlzuf\u00fchlen und heult. Uns selber soll es aber recht sein, denn wir sind mit anderen Dingen besch\u00e4ftigt. 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