{"id":3272,"date":"2012-08-09T20:13:08","date_gmt":"2012-08-09T18:13:08","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=3272"},"modified":"2012-08-11T19:44:07","modified_gmt":"2012-08-11T17:44:07","slug":"tag-10-dennis-gegen-die-japaner","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=3272","title":{"rendered":"Tag 10 &#8211; Dennis gegen die Japaner"},"content":{"rendered":"<p>Dem geneigten Leser wird es aufgefallen sein, ein Urlaub mit Dennis und mir verl\u00e4uft immer etwas spontaner geplant. Als wir vor drei Tagen in Sendai unseren Hokkaido-Trip planten, war noch die Rede davon, f\u00fcr zwei Tage in einen Nationalpark zu fahren. Aufgrund unserer Erfahrungen gestern cancelten wir diese Planung und heute ging es kurzerhand nach Sapporo, um hier f\u00fcr die n\u00e4chsten f\u00fcnf Tage unser Basislager aufzuschlagen. Zu unserem Gl\u00fcck ist das alles dank der modernen Technik ohne weiteres m\u00f6glich. Im Internet haben wir bisher immer jeweils einen Tag vorher unsere Hotels gebucht und meist bekommen wir sie auch dazu noch weitaus unter den Preisen von Reiseb\u00fcros.<\/p>\n<p>So kam es nun, dass wir am Morgen Hakodate hinter uns lie\u00dfen. Shimizu hatte mit seinen Aussagen zur Stadt nur teils recht. Wirklich sch\u00f6n war sie nicht, aber auch nicht so schlecht, als dass der kurze Aufenthalt ein Verlust war. Nach mehreren Stunden Shinkansenfahrt, merkte man aber in Sapporo schon den Unterschied. Sapporo ist eine Touristenstadt in Hokkaido. \u00dcberall sieht man Ausl\u00e4nder und die Geb\u00e4ude sind in einem weit besseren Zustand, als das es in Hakodate der Fall gewesen ist. Unser Hotel fanden wir auch sehr schnell, so dass wir noch genug Zeit hatten, um mit einer Besichtigung der Stadt starten zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Zuerst muss man festhalten, dass ich Sapporo vor etwas mehr als einem Jahr schon einmal besuchte, aber es handelt sich um einen Unterschied wie Tag und Nacht. Hatte ich im Februar 3 Meter Schnee, Schneeskulpturen und Sichtweiten unter 5 Metern, so erscheint die Stadt im Hochsommer in ganz anderen Farben. Jedem Japanreisenden, der im Winter Sapporo bereiste, kann ich deshalb nur empfehlen, die Stadt im Sommer noch einmal zu besuchen. Wir entschieden uns f\u00fcr unsere Besichtigung f\u00fcr einen Rundgang durch die Stadt. Zuerst ging es durch die lange Parkstra\u00dfe Sapporos, die im Winter durch die Schneeskulpturen gepr\u00e4gt wird und nun ein riesiges Bierfest beherbergt in Richtung Fernsehturm, welchen wir besteigen wollten. Eigentlich ist das ein Ding der Unm\u00f6glichkeit. Vor sechs Jahren, im Zug nach Nara, verbr\u00fcderte sich Dennis noch mit einer Amerikanerin, dass man nur einen Tempel in Japan kennen muss, um alle zu kennen. In diesem Jahr ist er die Triebkraft f\u00fcr den Besuch solcher Aussichtsplattformen, f\u00fcr die die alte Weisheit ja eigentlich auch gelten k\u00f6nnte. Mich freut das nat\u00fcrlich, beweist es doch, dass wir uns auf unseren Reisen und nicht zuletzt dem Alter geschuldet weiterentwickelt haben.<\/p>\n<p>\u00dcber weitere Stationen ging es dann in das Essviertel der Stadt. Auf dem Weg dorthin hatten wir aber eine Begegnung der besonderen Art: die Missionare. Japan ist voll von ihnen, schon in Sendai standen sie an jeder Stra\u00dfenecke und hielten Schilder mit dem Hinweis hoch, nur Gott kann ewiges Leben bieten. In unserem Fall handelte es sich um zwei Amerikaner, welche uns folgten und f\u00fcr sich gewinnen wollten. Da wir als Deutsche nach ihrem Verst\u00e4ndnis aber eh kirchlich waren und au\u00dferdem nur Touristen, lie\u00dfen sie aber schnell wieder von uns ab. Ein Gl\u00fcck, dass sie nichts vom Osten und dessen Einstellung zur Kirche wussten! Ihre Vorgehensweise ist aber interessant. Auf Fahrr\u00e4dern fahren sie in die Innenstadt und k\u00f6nnen so schnell verschwinden, falls ein Japaner sich zu sehr bel\u00e4stigt f\u00fchlt und die Polizei ruft. Auf der anderen Seite gehen sie mit Feuereifer gegen die angeblich falschen Religionen zu Werke. Das, was ich von den beiden  bei einem Gespr\u00e4ch mit einem Japaner mitbekommen habe, verleitet mich aber zur Aussage, wenn die Missionare vor 400 Jahren genauso vorgingen, verstehe ich die Abschlie\u00dfung Japans durch die Tokugawa. Ich w\u00fcrde die Missionare schon f\u00fcr ihr Auftreten heutzutage des Landes verweisen.<\/p>\n<p>Nach dem Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Dennis in einem Supermarkt erst einmal seinen eigenen kleinen Feldzug mit der japanischen Kultur. Wir kennen das alle: Um in einem Supermarkt seine B\u00f6rse nicht zu schwer werden zu lassen, gibt man etwas mehr Geld, um gerade Summen herauszubekommen und damit weniger Geld mitschleppen zu m\u00fcssen. Dies ist eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, welche in Japan unm\u00f6glich ist. In Japan wird vom Personal erwartet, dass es sich bei einem bestimmten Punkt der \u00dcbergabe verbeugt und an der richtigen Stelle bedankt. Wird dabei von dem Kunden zu lange mit der Geldb\u00f6rse hantiert, so muss der Verk\u00e4ufer in einer angedeuteten Verbeugung und mit einem L\u00e4cheln stehen bleiben und auf das Geld warten, gleichzeitig bilden sich ungewohnt lange Schlangen. Aus diesem Grund bezahlen Japaner meist mit Scheinen und nutzen das Kleingeld eigentlich nur an Automaten, wo man sowieso Zeit hat. Gerade Dennis passiert die Verz\u00f6gerung aber h\u00e4ufiger, so dass in Sendai Orsolya einmal seine B\u00f6rse genommen hat und schnell das Geld rausgenommen hat, um den japanischen Betrieb zu retten und die Schlange hinter uns aufzul\u00f6sen. Heute war es dann soweit: Einer Verk\u00e4uferin entglitt immer mehr die freundliche Miene und sie wies Dennis auf Japanisch zurecht. Zu schade, dass er davon nichts verstanden hat, denn es war sehr witzig anzuh\u00f6ren. Auf jeden Fall ist es ein gutes Beispiel, wie unterschiedlich die Kulturen doch sind.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend gab es Kaitensushi, also Flie\u00dfbandsushi. Mit Schrecken fiel uns auf, dass wir in diesem Urlaub noch kein Sushi hierzulande gegessen haben. Sushi in Deutschland ist dabei nicht mit unserem hier zu vergleichen, es sei denn, man isst bei einem Profi in einer der gro\u00dfen St\u00e4dte wie Berlin und Hamburg. Die Auswahl beim Kaitensushi war genial und durch die Lage zum Meer erhielten wir wirklich frisches Sushi. Gut, dass Dennis erst einmal alles isst, denn als ich ihm sp\u00e4ter berichtete, dass er Fischged\u00e4rme gegessen hatte, wurde ihm doch leicht anders. Da er es sich aber ausgesucht hatte und es Teil von mehreren Dingen war, wollte ich ihm den Appetit nicht schon beim Essen verderben. Geschmeckt hat es ihm trotzdem.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/5772531.de.strato-hosting.eu\/cgi-data\/weblog_basic\/uploads\/2012\/08\/imgp4088-klein.jpg\" alt=\"imgp4088-klein\" title=\"imgp4088-klein\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3298\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem geneigten Leser wird es aufgefallen sein, ein Urlaub mit Dennis und mir verl\u00e4uft immer etwas spontaner geplant. Als wir vor drei Tagen in Sendai unseren Hokkaido-Trip planten, war noch die Rede davon, f\u00fcr zwei Tage in einen Nationalpark zu fahren. 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