{"id":3268,"date":"2012-08-08T20:44:56","date_gmt":"2012-08-08T18:44:56","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=3268"},"modified":"2012-08-11T19:48:09","modified_gmt":"2012-08-11T17:48:09","slug":"tag-9-von-quasi-nationalparks-und-meeresgetier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=3268","title":{"rendered":"Tag 9 &#8211; Von Quasi-Nationalparks und Meeresgetier"},"content":{"rendered":"<p>Hafenst\u00e4dte haben f\u00fcr jeden Reisenden einen gewissen Bonus. Zum einen ist das nat\u00fcrlich die Lage am Meer, nichts ist entspannender als am Meer entlangzuwandern. Zum anderen sind das die Fischm\u00e4rkte. Als Inlandsbewohner, welcher zwar die Elbe als Fluss in der N\u00e4he hat, ist dieser Umstand f\u00fcr mich doch immer wieder etwas Besonderes. Dies gilt besonders, wenn man sich in einem Land befindet, in welchem exotische Meerestiere verspeist werden, die ein normaler Europ\u00e4er wohl noch nie gesehen hat. Heute fr\u00fch war es aus diesem Grund an der Zeit, in Hakodate den Fischmarkt aufzusuchen. Das war ein sehr lohnendes Unterfangen. \u00dcberall sah man die seltsamsten Tiere und wirklich rohen Fisch. Zus\u00e4tzlich gab es mancherorts noch Kostproben, so dass Dennis von sich behaupten kann, Hummer zum Fr\u00fchst\u00fcck gehabt zu haben. Gut, es war zwar nur ein kleines St\u00fcck, aber die Tatsache z\u00e4hlt &#8211; wir machen halt edel Urlaub. Nat\u00fcrlich machen gro\u00dfe Ausl\u00e4nder auch immer Eindruck. Bemerkbar wurde dies durch die Vielzahl an H\u00e4ndlern, welche uns ansprachen. Wir erwarteten ja viel, aber als einer dieser H\u00e4ndler uns auf Deutsch ansprach, zuckten wir doch kurzzeitig zusammen. Er merkte zwar schnell, dass wir nicht f\u00fcr seine Krabben und die anderen Getiere zu haben sind. Er erkl\u00e4rte uns, dass sein Stand ein Restaurant beliefert, welches daher immer frischen Fisch hat. Wenn wir Hunger h\u00e4tten, sollen wir es doch besuchen. So etwas lassen wir uns ja nicht zweimal sagen.<\/p>\n<p>Bevor es soweit kommen konnte, ging es aber erst einmal zu einem Nationalpark in der N\u00e4he von Hokkaido, dem ?quasi? Nationalpark Onuma. Wieso es sich um einen Quasi-Nationalpark handelt, blieb uns zwar ein R\u00e4tsel, k\u00f6nnte aber an der starken Bebauung der Region liegen. Auf jeden Fall handelt es sich um ein Gebiet um einen gro\u00dfen See, umgeben von Gebirgen, wobei das Symbol des Parks ein Vulkan ist. Japaner, die nach Onuma fahren, befahren nur den See mit einem Schiff und machen Fotos oder mieten sich ein Fahrrad f\u00fcr die Umrundung des Sees. Ein Fahrrad h\u00e4tte uns auch gereizt, doch h\u00e4tte es keines f\u00fcr \u00fcbergro\u00dfe Deutsche gegeben. Kurzerhand entschieden wir uns, dass wir kein Rad brauchen und umrundeten den See auf einem Weg von rund 15 bis 16 Kilometern zu Fu\u00df. Die Hitze setzte uns zwar zu, aber in etwa drei Stunden schafften wir es trotz einiger l\u00e4ngeren Fotopausen. Auf der Strecke trafen wir dabei auf keinen einzigen Wanderer und nur eine Handvoll Radfahrer. Uns fiel dabei aber auch die Schw\u00e4che des Parks ins Auge. Als Wanderer ist man gezwungen, entlang der Hauptstra\u00dfe zu laufen und von dort ist nur an wenigen Punkten ein Blick auf den See m\u00f6glich. Daf\u00fcr ist die Stra\u00dfe sehr sicher, da wie vielerorts in Japan eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 bzw. 40 km\/h bestand. Mein eigentliches Ziel war die Besteigung des Berges. In Anbetracht fehlender begehbarer Wege oder Beschilderungen verzichteten wir dann leider doch darauf, da man uns noch nicht einmal eine Dauer f\u00fcr die Besteigung nennen konnte. Im Gro\u00dfen und Ganzen war die Wanderung aber eine gelungene Aktion, wobei wir dank dieser Wanderung aber hier auf Hokkaido wohl keine Nationalparks mehr besuchen werden. Laut den Reisef\u00fchrern handelte es sich bei Onuma um den am leichtesten zug\u00e4nglichen Park, wohingegen die restlichen Parks nur per Auto wirklich erkundbar sind. Das ist ein \u00c4rgernis, da viele Besichtigungsziele auf Hokkaido nur so zu erreichen sind. Dennis und ich planen schon, ob man bei den langsamen Geschwindigkeiten, mit denen hier gefahren wird, nicht doch das n\u00e4chste Mal f\u00fcr ein oder zwei Wochen ein Auto leihen sollte. Das m\u00fcsste eigentlich trotz Linksverkehr m\u00f6glich sein. Hokkaidos Natur ist einfach zu interessant, als dass man diese Option nicht ins Auge fassen sollte. Und dieser Urlaub wird wohl nicht unser letzter im Land der aufgehenden Sonne gewesen sein, wenn nicht etwas Unplanm\u00e4\u00dfiges dazwischen kommt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/5772531.de.strato-hosting.eu\/cgi-data\/weblog_basic\/uploads\/2012\/08\/imgp3826-klein.jpg\" alt=\"imgp3826-klein\" title=\"imgp3826-klein\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3300\" \/><\/p>\n<p>Nach der R\u00fcckkehr vom Nationalpark waren unsere F\u00fc\u00dfe eh einmal eingelaufen und wir legten in Hakodate gleich weiter los. Nach mehreren Eink\u00e4ufen ging es auf Restaurantsuche. Das am Morgen vom Fischh\u00e4ndler genannte Restaurant widersprach unserem Trend f\u00fcr doch meist qualitativ gute, aber trotzdem preisg\u00fcnstige Restaurants. Nach einiger \u00dcberzeugungsarbeit meinerseits ging es aber doch in dieses Restaurant hinein und eine gro\u00dfe Meerestierplatte wurde bestellt. Da die Karte komplett nur aus Kanjis bestand und einige der drau\u00dfen genannten Men\u00fcs nicht vorhanden waren, zeigten wir der Kellnerin drau\u00dfen unser gew\u00fcnschtes Essen. Das war der m\u00fcrrischen Kellnerin aber nicht wirklich recht. Sie teilte ihren Unmut jedem Kellner auf dem Weg mit, dass sie zwei Ausl\u00e4nder an der Backe hat, welche kein Japanisch k\u00f6nnen. Kurzerhand wurde eine Kollegin angestellt, welche uns bedienen sollte, da sie etwas Englisch konnte. Umso gr\u00f6\u00dfer war ihre \u00dcberraschung, als wir ihr Japanisch verstanden und sogar mit ihr sprachen. Sie und eine andere Kollegin waren das komplette Gegenteil zur ersten Kellnerin, deren m\u00fcrrische Art ich das erste Mal hierzulande erlebt habe. Das Essen war auf jeden Fall aber die M\u00fche wert. In einem Topf wurden die Lebensmittel direkt an unserem Platz gekocht und mit einer So\u00dfe vermischt. Es schmeckte sogar mir nicht schlecht und Dennis war auch begeistert. Es stimmt einfach &#8211; wenn man irgendwo ist, sollte man den kulinarischen Gepflogenheiten der dortigen K\u00fcche folgen.<\/p>\n<p>Eine weitere \u00dcberraschung erreichte mich heute Abend, als Dennis und ich gerade ins Hotel kamen. Orsolya meldete sich aus dem MafuMafu. Zum einen war mein altes Stammcafe  heute und die n\u00e4chsten Tage mal wieder ge\u00f6ffnet, nachdem es wochenlang zu war. Und zum anderen hat sie mit meinem alten Kumpel Yusuke ausgemacht, dass ich, wenn ich Lust habe, mit zu einem Camp f\u00fcr japanische Kinder kommen soll. In diesem Camp soll den Kindern Englisch beigebracht werden und deshalb sollen die ausl\u00e4ndischen Begleiter nur Englisch mit ihnen reden. Das wird mir ja nicht schwerfallen. Einzig einer gewissen Lehrerin in Magdeburg wird in diesem Moment ein gewaltiger Schauer \u00fcber den R\u00fccken fahren. Frau Schmidt h\u00e4tte vor mittlerweile knapp sechs Jahren wohl auch nicht gedacht, dass ich einmal Kindern Englisch beibringe. Meine Pl\u00e4ne sahen zwar eigentlich anders aus. Aber ich k\u00f6nnte in Sendai eh nicht t\u00e4glich alte Freunde treffen, nachdem Dennis weg ist, da diese ja zur Uni m\u00fcssen und viele nicht mehr da sind. Im Kenkyshitsu sitzen auch nur noch drei bis vier alte Gesichter, so dass ein Camp mit Kindern und Yusuke und Orsolya nur lustig werden kann. Zudem sind es nur zwei Tage und eine \u00dcbernachtung. Mal schauen, ich halte die geneigten Leser auf jeden Fall auf dem Laufenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hafenst\u00e4dte haben f\u00fcr jeden Reisenden einen gewissen Bonus. Zum einen ist das nat\u00fcrlich die Lage am Meer, nichts ist entspannender als am Meer entlangzuwandern. Zum anderen sind das die Fischm\u00e4rkte. Als Inlandsbewohner, welcher zwar die Elbe als Fluss in der N\u00e4he hat, ist dieser Umstand f\u00fcr mich doch immer wieder etwas Besonderes. 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