{"id":3210,"date":"2012-08-03T22:49:31","date_gmt":"2012-08-03T20:49:31","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=3210"},"modified":"2012-08-11T23:58:06","modified_gmt":"2012-08-11T21:58:06","slug":"tag-4-tokyos-andere-seiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=3210","title":{"rendered":"Tag 4 &#8211; Tokyos andere Seiten"},"content":{"rendered":"<p>Tokyo, ist die Stadt, die niemals schl\u00e4ft. Sie hat viele Menschen, hohe H\u00e4user und nirgends gibt es einen Ort der Ruhe. Dies sind Argumente, die man oftmals \u00fcber Tokyo vorgetragen bekommt. Oftmals wird dies gleich noch als Grund angebracht, die Stadt nicht zu besuchen. Falscher geht es nicht und ich hoffe, dass die Beitr\u00e4ge aller drei Japanreisen, die Dennis und ich unternommen haben, wenigstens einen kleinen Anteil daran hatten und haben werden, die Vorurteile, die gegen dieses exotische Land gehegt werden zu reduzieren oder zu \u00fcberwinden. Obengenannte k\u00f6nnen wir auf jeden Fall kategorisch ausschlie\u00dfen. Ab kurz vor eins am Morgen schl\u00e4ft Japan wirklich. Nicht ohne Grund wurden fragw\u00fcrdige Errungenschaften wie die Kapselhotels gerade in Tokyo eingef\u00fchrt. Da ab 1 Uhr kein Zug mehr in der Stadt f\u00e4hrt und dies bis um f\u00fcnf anh\u00e4lt, waren Gesch\u00e4ftsleute, die die Sperrstunde \u00fcberschritten, gezwungen, irgendwo \u00fcbernachten. Kapselhotels waren daf\u00fcr die L\u00f6sung. Vorgestern war es da fast f\u00fcr uns soweit und mit einer der letzten Bahnen erreichten wir gerade noch unser Hotel. Den Plan, heute fr\u00fch den Fischmarkt aufzusuchen, mussten wir aus dem gleichen Grund streichen, da eine erwartete Ankunft um f\u00fcnf Uhr nur per Taxi oder Hotel nahe des Fischmarktes m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Die weiteren Punkte, von vielen Menschen, hohen H\u00e4usern und keinen Orten der Ruhe, haben wir daraufhin  heute widerlegt. Unser Weg f\u00fchrte uns nach Yanaka, zwei Stationen von Ueno und damit im n\u00f6rdlichen Teil der Innenstadt Tokyos gelegen. Yanaka? Was ist das? Das werden jetzt wohl viele der geneigten Leser fragen. Asakusa, Ueno, Shibuya und Akihabara, das sind Namen, die jeder schon einmal irgendwie \u00fcber Tokyo vernommen haben k\u00f6nnte. Yanaka ist nur ein Geheimtipp. Im Gegensatz zur restlichen Stadt befinden sich in diesem Gebiet die \u00dcberreste des alten Toykos. Kaum Hochh\u00e4user oder Shoppingkomplexe sind zu sehen, daf\u00fcr enge verwinkelte Gassen, wenig Menschen und eine Ruhe, wie man sie in der Weltstadt Tokyo nicht unbedingt erwartet. Die Gesch\u00e4fte sind zudem meist kleinste L\u00e4den, mit Verkaufsst\u00e4nden auf der Stra\u00dfe und \u00fcberall riecht es nach frischen Essen. Die Ger\u00fcche werden durch gewiefte Gesch\u00e4ftsleute mit F\u00e4chern in Richtung der Passanten gewedelt. Neben der Einkaufsstra\u00dfe zeichnet sich das Viertel durch einen hohen Anteil an kleinsten Tempeln, Schreinen und Friedh\u00f6fen aus. Ber\u00fchmtestes Grab dieser Friedh\u00f6fe d\u00fcrfte das Grab des letzten Herrschers der Tokugawa sein. Die Tokugawa waren ein Adelsgeschlecht, welches zweihundert Jahre den Titel des Shoguns auf sich vereinte und unter anderem die Abschlie\u00dfung Japans vom Rest der Welt bewirkte. Erst 1868 verlor die Familie ihren Stand und musste die Herrschaft des Landes an Kaiser Meiji abgeben. Wie durch ein Wunder schafften wir es dabei sogar, alle Sehensw\u00fcrdigkeiten dieser Region zu besichtigen, indem wir blindlings die Gegend erkundeten. Auf jeden Fall tat uns der nette Japaner in der Touristeninformation unrecht, dem wir unseren bisher gegangenen Weg schilderten. Er meinte, wir sollen ihn wieder aufsuchen, falls wir uns erneut verlaufen. Wie kann man sich verlaufen, wenn man gar keinen Weg geplant hatte? Der Weg war das Ziel und genau das hatten wir erreicht.<br \/>\nNach dem Besuch in Yanaka ben\u00f6tigten wir den Gegenentwurf zu der Ruhe. Es ging nach Shibuya. In Shibuya existiert eine Treppe, die wir in fast identischen Winkeln in jedem Urlaub wieder fotografieren, so auch dieses Mal. Wir wollten zur Abwechslung aber wirklich mal shoppen. Alle M\u00fctter, die sich ungl\u00e4ubig die Augen reiben, bitte schnell weiterlesen, es ging nur um eine Geldb\u00f6rse. Das war ein gar nicht so leichtes Unterfangen. Eine Geldb\u00f6rse in Japan ist zumeist so gro\u00df, dass die Scheine umgeknickt in ihr transportiert werden k\u00f6nnen. Kein Problem bei dem Trend in Japan, dass M\u00e4nner auch Handtaschen, meist sogar aus europ\u00e4ischem Verst\u00e4ndnis weibliche, mit sich herumtragen. Hinzu kommt, dass fast alle Geldb\u00f6rsen geschm\u00fcckt sind und so sehr ich Dennis auch gut zuredete, weder mit Edelsteinen noch mit \u00fcbergro\u00dfen Totenk\u00f6pfen konnte und wollte er sich anfreunden. Letztlich fanden wir doch noch etwas geeignetes, wenn auch es nicht zu japanischen Verh\u00e4ltnissen passte, da Dennis noch nicht einmal den an vielen M\u00e4nnerb\u00f6rsen zu findenden rosa Nahtstreifen wollte.<\/p>\n<p>Zum Abschluss des Abends wollten wir in Odaiba zum Baden gehen. Wir erinnerten uns, dort schon einmal Schwimmer gesehen zu haben. Leider war das Schwimmen aber verboten, so gingen wir halt ein wenig spazieren. Wir hatten unser Pensum eh noch nicht erreicht. Auf dem Weg stie\u00dfen wir auf Diver City, einen Einkaufstempel mit sieben Etagen, gegen den das Allee-Center nur ein schlechter Witz ist. Highlight dieses Centers war aber eine 18 Meter hohe Kampfroboterstatue. Diese stammt aus einer alten Kinderserie und ist noch heute sehr ber\u00fchmt. F\u00fcr ein Jubil\u00e4um wurde nun diese Statue aufgestellt und ist ein echter Touristenmagnet.  Besonders bei japanischen M\u00e4nnern ist die Statue sehr beliebt, wie sich auch in der 7. Etage des Einkaufszentrums zeigte. Dort gab es eine Ausstellung aller Figuren, die je zu dieser Serie als Baus\u00e4tze herausgegeben wurden. Werden in Deutschland Schiffe und Flugzeuge gebaut, sind es in Japan halt die Kampfroboter. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/5772531.de.strato-hosting.eu\/cgi-data\/weblog_basic\/uploads\/2012\/08\/imgp3254klein.jpg\" alt=\"imgp3254klein\" title=\"imgp3254klein\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3320\" \/><\/p>\n<p>Als lustige Info am Rande: Vor einem Jahr wurde in einem chinesischen Vergn\u00fcgungspark eine identische Statue, nur in Gelb, gefunden. Sogar die Aufschrift war gleich. Auf Drohung einer Klage durch den Produzenten ver\u00e4nderten die Chinesen die Statue, so dass sie anders aussah. Laut ihrer Aussagen war dies aber von vornherein so gedacht gewesen und die Gleichnisse purer Zufall. Neben der Statue fand gerade auch ein Konzert einer sehr jungen Girlband statt. Als jemand, der das erste Mal eine Girlband live in Aktion gesehen hat, beziehungsweise  \u00fcberhaupt eine Band mit einem Altersdurchschnitt von unter 30, muss ich schon sagen, dass diese Posen schon ziemlich seltsam anmuteten. Die Musik war aber nicht so schlecht, wie der erste Blick auf das durch den Laien als Gehampel bezeichnete Bild auf der B\u00fchne erwartete. Odaiba war so auf jeden Fall eine Tour wert und passte perfekt zu dem Tag der Gegens\u00e4tze, wie wir ihn heute hatten. <\/p>\n<p>Morgen werden wir dann wirklich sagen k\u00f6nnen, wir sind zu Hause, denn morgen steht ein Kurzbesuch bei Orsolya in Sendai an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tokyo, ist die Stadt, die niemals schl\u00e4ft. Sie hat viele Menschen, hohe H\u00e4user und nirgends gibt es einen Ort der Ruhe. Dies sind Argumente, die man oftmals \u00fcber Tokyo vorgetragen bekommt. Oftmals wird dies gleich noch als Grund angebracht, die Stadt nicht zu besuchen. 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