{"id":2977,"date":"2011-02-23T22:06:22","date_gmt":"2011-02-23T20:06:22","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2977"},"modified":"2011-02-24T23:23:08","modified_gmt":"2011-02-24T21:23:08","slug":"abschied-von-okada","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2977","title":{"rendered":"Abschied von Okada"},"content":{"rendered":"<p>Japaner sind komisch. O.k., diese Feststellung ist nicht neu und in den letzten Monaten hat es sich immer wieder best\u00e4tigt. Aber trotzdem schaffen sie es immer wieder, mich zu \u00fcberraschen und das soll etwas bedeuten, schlie\u00dflich bin ich mittlerweile schon etwas abgeh\u00e4rtet, was japanische Seltsamkeiten betrifft. Der heutige Tag begann ziemlich ruhig und eigentlich nicht besonders. Den Vormittag nutzte ich zu einer Grundreinigung meiner WOhnung, da in wenigen Tagen eine Kontrolle ansteht und im Anschluss machte ich mich auf den Weg ins Buro. Nur weil die meisten Studenten nicht mehr kommen, hei\u00dft das ja noch lange nicht, dass ich nicht auftauche.<\/p>\n<p>Nachdem der Anfang des Aufenthaltes ziemlich ruhig verlief, meldete sich auf einmal Shimizu zu Wort, dass am Abend wohl eine Feier anstehen w\u00fcrde und ich gefalligst auch kommen soll. Gut, ich kann mich ja nicht immer ausklinken und die letzte Feier hatte ich aufgrund meines Aufenthalts beim Schneefestival in Sapporo verpasst. Da kann ich mir auch den Abend heute freischaufeln und zu der Feier gehen. Zu meiner \u00dcberraschung erwarteten mich keine Professoren, sondern es wurde nur das Buro genutzt. Ansonsten handelte es sich um eine pure Feier von Studenten. Zu meinem Leidwesen bedeutete das verst\u00e4rkten Japanischeinsatz. Da ich es aber verstehe und notfalls mit Shimizu ein \u00dcbersetzer anwesend ist, stellt das ein vernachl\u00e4ssigbares Problem dar. Viel mehr verwunderte mich schon die erste Handlung einer Studentin. Ehe er \u00fcberhaupt die Chance hatte, sich anst\u00e4ndig zu betrinken, um eine Ausrede f\u00fcr sein Handeln zu haben, lie\u00df sich Okada bereitwillig von einer Mitstudentin schminken. Mit schminken meine ich \u00fcbrigens das gesamte Programm, vom Lidschatten, \u00fcber Maskara und den farbigen Erdbeerlippenbalsam wurde alles aufgefahren, was die weibliche Schminktasche hergab. Okada ist mir zwar fr\u00fcher schon aufgefallen als jemand, der bereitwillig bei Karaokeauftritten den weiblichen Gesang imitieren kann und das auch ausnutzt, aber das Verhalten ging doch weit \u00fcber den Karaokeauftritt hinaus. Daf\u00fcr hat er eindeutig einige Punkte in der M\u00e4nnlichkeitsskala verloren! Sp\u00e4ter, als der Alkohol dazu noch seine Wirkung zeigte, wurde es dann ganz schlimm mit ihm und er klammerte sich an Shimizu, der das missbillig \u00fcber sich ergehen lie\u00df. Die Frauen dagegen hatten eindeutig ihren Spa\u00df, machten viele Fotos und freuten sich \u00fcber den &#8222;Bishonen&#8220;. Mit seinem Auftritt war Okada n\u00e4mlich gar nicht so weit von einigen japanischen Idealen entfernt. Japanische Glamrocker treten genau so wie er heute auf und bei Japanerinnen existiert das Ideal des Bishonen, des sch\u00f6nen Jungen, der notfalls auch als Frau durchgeht. Nicht ohne Grund werden besonders viele Filme in diesem Genre gedreht. Nachdem sie ihn fertig geschminkt hatten, waren die Frauen aber noch nicht beruhigt, n\u00e4chstes Ziel sollte Yokojama werden, der aber die richtige Antwort mit einem b\u00f6sen Blick gab und uns dadurch vor den Frauen bewahrte. Wobei, vermutlich h\u00e4tte man mich dank meines Bartes (das Abrasieren hatte ich heute fr\u00fch noch auf morgen verschoben) eh verschont, aber man muss es ja nicht heraufbeschw\u00f6ren.<\/p>\n<p>Allgemein sind japanische Feiern aber aufgrund der Regeln sehr interessant. So ist es zum Beispiel verp\u00f6hnt, sich selbst Getr\u00e4nke einzuschenken. Vielmehr sollte man immer seinem Nachbarn etwas anbieten. So geschieht es, dass man mehr auf den Gegen\u00fcber als auf sich selbst achtet. Am w\u00f6rtlichsten nahm eine der Japanerinnen diese Regel, die mich f\u00f6rmlich mit Blicken t\u00f6tete, als ich ihren Plaumenwein das erste Mal ablehnte. Auch ansonsten waren die Gespr\u00e4che sehr interessant, wobei ich manchmal nicht alles hundert prozentig verstehen konnte. Modische Akzente wurden neben Okada \u00fcbrigens auch gesetzt. Eine junge Dame kam im Gothic Lolita Outfit, komplett in schwarz mit T\u00fcten\u00e4rmeln und viel zu vielen R\u00fcschen. Hierzulande findet solch ein AUftreten nicht mal Beachtung. In Deutschland, da bin ich mir sicher, w\u00fcrde jeder starren, so seltsam ist das Outfit.<\/p>\n<p>Das Essen, teilweise von unseren Damen selber gemacht, war aber sehr lustig und auch ansonsten machte es sehr viel Spa\u00df. Lieber w\u00e4re mir zwar gewesen, wenn ich noch mehr h\u00e4tte sprechen k\u00f6nnen, aber Japanisch ist nun einmal eine ziemlich schwere Sprache, die man in einem Jahr nicht mal eben so nebenbei perfektioniert. Trotzdem hat sich das Bleiben aber auf jeden Fall gelohnt und wenn es nur f\u00fcr die Beweisfotos von Shimizus &#8222;neuer&#8220; Freundin war. Problematisch ist eigentlich nur eine Kleingkeit: Keiner erw\u00e4hnte, dass es die Nacht wohl durchgeht. Solch ein Vorgehen war \u00fcberhaupt nicht in der Planung und eigentlich wurde auch immer wieder das nach Hause gehen erw\u00e4hnt eh sie bemerkten, dass sie doch durchmachen wollen und teilweise aufgrund der nicht mehr nach Hause fahrenden Busse auch m\u00fcssen. Da ich mitten in der Nacht nur noch die H\u00e4lfte mitbekam, stellte das auf einmal doch eine kleine \u00dcberraschung dar. Da aber alles f\u00fcr die Feier von Okada und den anderen Studenten \u00fcbernommen wurde, wollte ich auch nicht einfach verschwinden, so wurde halt eine Nachtschicht eingelegt. Wie sich um 4 Uhr dann auch mal herausstellte, war die ganze Feier die Abschiedsfeier von Okada, der um 6 Uhr morgens mit dem Bus in die Stadt, in der er seinen Master machen wird, fahren wollte und zum Abschied wurde er auf diesem Weg auf die richtige Art verabschiedet. Das h\u00e4tte ich gerne alles etwas fr\u00fcher geh\u00f6rt, dann h\u00e4tte ich mich besser auf die Feier vorbereitet. Aber so habe ich wenigstens eine Ausrede und ich bin jung und \u00fcberlebe so einen Abend auch schon mal. Und wie gesagt, gelohnt hat es sich auf alle F\u00e4lle.<br \/>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-2977 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1446.jpg'><img width=\"84\" height=\"113\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1446-84x113.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1446-84x113.jpg 84w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1446-112x150.jpg 112w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1446-168x225.jpg 168w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1446.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 84px) 100vw, 84px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1450.jpg'><img width=\"84\" height=\"113\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1450-84x113.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1450-84x113.jpg 84w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1450-112x150.jpg 112w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1450-168x225.jpg 168w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1450.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 84px) 100vw, 84px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1452.jpg'><img width=\"84\" height=\"113\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1452-84x113.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1452-84x113.jpg 84w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1452-112x150.jpg 112w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1452-168x225.jpg 168w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1452.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 84px) 100vw, 84px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1460.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1460-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1460-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1460-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1460-300x225.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/imgp1460.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl>\n\t\t\t<br style='clear: both' \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Japaner sind komisch. 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