{"id":2960,"date":"2011-02-21T22:02:07","date_gmt":"2011-02-21T20:02:07","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2960"},"modified":"2011-02-21T22:02:07","modified_gmt":"2011-02-21T20:02:07","slug":"schule-in-japan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2960","title":{"rendered":"Schule in Japan"},"content":{"rendered":"<p>Irgend etwas muss im deutschen Schulsystem schiefgehen, wenn ich mir die Stadt Sendai bei Nacht so betrachte. Zu gerne erinnere ich mich an meine Schule zur\u00fcck. Ein viel zu altes Geb\u00e4ude, schlechte Ausstattung, bis auf Naturwissenschaftszirkel kaum au\u00dferschulische Bet\u00e4tigungsm\u00f6glichkeiten und zu allem \u00dcberfluss auch noch niemals Geld, um daran etwas zu \u00e4ndern. Nein, viel mehr wurden noch ?unn\u00f6tige? Orte der Besch\u00e4ftigung wie das Computermuseum und die Bibliothek kaum einmal ge\u00f6ffnet, um Geld einzusparen. Wenn man dagegen nachts in Japan an einer Schule vorbei kommt, merkt man den Unterschied deutlich und schon aus der Ferne. Das erste klare Zeichen, dass man sich in der N\u00e4he einer Schule befindet, ist unwiderlegbar das Flutlicht. Aus unerfindlichen Gr\u00fcnden haben alle Schulen Japans f\u00fcr ihren Sportplatz vor der Schule ein Flutlicht, um n\u00e4chtliche Aktivit\u00e4ten zu unterst\u00fctzen. Auch ansonsten sieht man einiges, wenn man an diesen Geb\u00e4uden vorbei kommt. Neben Sportplatz und Sporthalle verf\u00fcgen viele Schulen noch \u00fcber Tennispl\u00e4tze und Schwimmb\u00e4der. Von so einer Ausstattung konnten wir damals nur tr\u00e4umen.<\/p>\n<p>Allgemein ist das Schulleben hierzulande ziemlich interessant und es ist wirklich bedauerlich, dass ich es nie geschafft habe, eine Schule von innen zu sehen. Das auff\u00e4lligste Merkmal japanischer Schulen ist eindeutig die Schuluniform, Albtraum aller deutschen Sch\u00fcler und Traum vieler erwachsener Japaner, wenn man die Menge an Schuluniformkost\u00fcmen in den Kost\u00fcmladen sieht. Dabei unterscheiden sich die Schuluniformen gravierend von ihren Gegenst\u00fccken in England. Vielmehr sind sie  preu\u00dfischen Marineuniformen nachempfunden, sehr d\u00fcnn und bei den weiblichen Varianten sehr weiblich geschnitten. Jede Schule besitzt dabei einen eigenen Typ, der einmal im Jahr, je nach Schule zum Fr\u00fchling- oder Sommer- beziehungsweise Herbstanfang, gewechselt wird. In drei Wochen gibt es also an den ersten Schulen schon wieder die Sommeruniformen. Das alte Vorurteil der deutschen Kinder, dass niemand freiwillig die Uniformen tragen w\u00fcrde, widerlegen gleichzeitig die Bilder nachts und am Wochenende auf der Stra\u00dfe. \u00dcberall und t\u00e4glich sind die Uniformen anzutreffen und werden auch in der Freizeit getragen. Um Kanayo zu diesem Thema zu erw\u00e4hnen, eines der Dinge, das sie aus ihrer Jugend vermisst, ist das Tragen von Uniformen. Man gew\u00f6hnt sich wohl daran.<\/p>\n<p>Schule bildet auf jeden Fall bei Japanern den perfekten Gespr\u00e4chsanfang, wie ich bei Gespr\u00e4chen mit meinen Mitstudenten erfahren durfte. Besonders bei der Frage nach Clubs leuchteten die Augen der Anwesenden. Schulen bieten f\u00fcr eine gute Ausbildung ihrer Sch\u00fcler auch eine Vielzahl an Clubs an, die in der Freizeit besucht werden k\u00f6nnen und ziemlich intensiv genutzt werden. Aus diesem Grund gibt es das echte Jugendprogamm mit Comicserien hierzulande ab 22 Uhr, weil das Zielpublikum um diese Uhrzeit am wahrscheinlichsten zuhause ist. Die wichtigsten Clubs wie Baseball und Fu\u00dfball tragen dazu auch noch Turniere aus, wo die Teilnehmer wie Popstars gefeiert werden. Heute erst habe ich ein dickes Heft mit Hochglanzbildern aller Spieler des letzten Interhighs der Fu\u00dfballmannschaften im Zeitungsladen entdeckt, dass wegging, wie warme Semmeln. Trotz des jungen Alters der Teilnehmer von vielleicht 15 Jahren waren die Stadien dabei auch bis oben hin gef\u00fcllt. Man stelle sich vor, wie viele Zuschauer zum Beispiel bei der C-Jugend irgend eines Vereins in Deutschland kommen! Schade, dass ich schon viel zu alt f\u00fcr so etwas bin, aber f\u00fcr ein paar Tage w\u00fcrde ich zu gerne mal den Alltag einer dieser Schulen sehen.<\/p>\n<p>Ganz interessant war aber nicht nur der Bericht \u00fcber die Schulen durch meine Mitstudenen, sondern auch meine Zeitplanung f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen. Bekanntlich habe ich noch einige Pl\u00e4ne in der n\u00e4chsten Zeit, was die anderen offensichtlich nicht st\u00f6rt. So bekam ich eine Nachricht von einem Kumpel mit der Frage, was ich gerne esse? Nach meiner Antwort kam eine Nachricht zur\u00fcck, dass wir uns dann am 25.02. treffen und er das Restaurant schon gebucht hat. Gut, dass ich durch Zufall gerade noch Zeit freischaufeln kann. Kurz danach ging es dann mit der Planung weiter. Am 28.02. ist offensichtlich eine Party f\u00fcr mich. Nur gut, dass ich da jetzt zumindest inoffiziell informiert bin. Mal sehen, wann jemand mal offiziell mit mir spricht. Mal schauen, was das noch so wird und gut, dass ich nicht so oft feiere.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgend etwas muss im deutschen Schulsystem schiefgehen, wenn ich mir die Stadt Sendai bei Nacht so betrachte. Zu gerne erinnere ich mich an meine Schule zur\u00fcck. Ein viel zu altes Geb\u00e4ude, schlechte Ausstattung, bis auf Naturwissenschaftszirkel kaum au\u00dferschulische Bet\u00e4tigungsm\u00f6glichkeiten und zu allem \u00dcberfluss auch noch niemals Geld, um daran etwas zu \u00e4ndern. 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