{"id":2842,"date":"2011-02-15T21:46:52","date_gmt":"2011-02-15T19:46:52","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2842"},"modified":"2011-02-15T21:46:52","modified_gmt":"2011-02-15T19:46:52","slug":"zuckeruberschuss","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2842","title":{"rendered":"Zucker\u00fcberschuss"},"content":{"rendered":"<p>Mhh eines ist auf jeden Fall klar, sobald ich aus Japan wieder da bin, ben\u00f6tige ich erst einmal eine Entzuckerung. Valentinstag hat immer noch seine Spuren hinterlassen. Das ganze B\u00fcro ist \u00fcberf\u00fcllt mit Schokolade und ich habe meine Mitstudenten zu gut erzogen, indem ich ihnen gezeigt habe, wie man jedem noch so unwilligen Schokolade andreht. Genau dieses Verfahren haben sie heute gegen mich angewendet, so dass ich viel zu viel und viel zu s\u00fc\u00dfe Schokolade zu mir genommen habe. Merke, lass die Sch\u00fcler nie besser als der Lehrmeister werden. Viel schlimmer ist aber eigentlich, dass die Problematik Valentinstag damit noch nicht \u00fcberstanden zu sein scheint. Mein t\u00e4glicher Supermarktbesuch hinterlie\u00df heute tiefe Spuren. Meine Hoffnung war, dass die Valentinsdeko, die uns nun immerhin schon knapp einen Monat verfolgte, jetzt endlich entfernt werden w\u00fcrde. Aber da habe ich mich offensichtlich geirrt. Die schwarze Schokolade verschwindet zwar aus den Regalen, aber wei\u00dfe nimmt ihren Platz ein. Bekanntlich m\u00fcssen die M\u00e4nner sich ja bei den wichtigsten Schenkerinnen revanchieren und was w\u00e4re da einfacher, als die Schokolade direkt nach dem Valentinstag zu besorgen, wo die Erinnerung an die Geschenke noch frisch ist. Gab es also den letzten Monat den Valentinstag-Overkill, so machen wir jetzt geschlossen mit dem White Day weiter.<\/p>\n<p>Aber nicht nur die Schokolade verfolgte mich heute. Die Wenigsten werden sich noch an mein Treffen mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft erinnern. Letzten Herbst war ich auf einem internationalen Fest und habe sogar etwas echtes Brot bekommen. Damals versprach ich der Leiterin der Gesellschaft, mal bei ihnen vorbei zu schauen, leider habe ich das zeitlich nicht geschafft. Jetzt, f\u00fcnf Monate sp\u00e4ter, scheine ich es zu schaffen meine Verfehlung zu bereinigen. Traditionell leidet die Gesellschaft unter einem starken Problem. Ihnen fehlt die Verbindung der Deutschen mit den Japanern. Zwar leben etwa 25 bis 30 Deutsche in Sendai, aber zu Veranstaltungen der Gesellschaft tauchen sie nicht all zu oft auf. Das Gleiche gilt f\u00fcr die deutschen Studenten, die in der Mehrheit noch nie etwas von der Gesellschaft geh\u00f6rt haben. Bleiben also noch deutschlernwillige Japaner, die bei der Gesellschaft die Sprache erlernen. Diese haben aber meistens nur Kontakt mit den japanischen Mitgliedern der Gesellschaft. Thilo, einer der Deutschen, die wir am letzten Freitag auf der F\u00e4hre von Sapporo getroffen haben, arbeitet nun f\u00fcr diese Gesellschaft und m\u00f6chte das \u00e4ndern. Leichter gesagt als getan, gibt es doch eine nat\u00fcrliche Scheu der Japaner vor Ausl\u00e4ndern. Aus diesem Grund m\u00f6chte Thilo einen Spieleabend zwischen beiden Parteien ins Leben rufen und hat daf\u00fcr sogar Gr\u00fcnkohl organisiert. Nun gibt es nur ein kleines Problem: Woher Deutsche nehmen die willig sind, sich an solchen Veranstaltungen zu beteiligen? Ein Gutes, dass er jetzt mich kennt. Ich  fungiere jetzt als Bindemitglied zwischen beiden Seiten. Meinem kurzfristigen Aufruf, gekoppelt mit dem Versprechen von kostenlosen Mahlzeiten, w\u00fcrden \u00fcber zwanzig Deutschsprachige folgen, so dass wir mittlerweile schon aussortieren m\u00fcssten. Mal schauen, was das wird, aber auf jeden Fall muss ich am Samstag dort jetzt auftauchen. Schade eigentlich, dass ich Gr\u00fcnkohl nicht leiden kann. Eventuell lohnt es sich aber trotzdem noch. Die Chefin der Gesellschaft hat wohl einen sehr wichtigen Sohn. Wie sich herausgestellt hat, ist er Anwalt und weil er sich ver\u00e4ndern wollte, ist er nun \u00dcbersetzer geworden. Durch pures Gl\u00fcck setzte er diese Entscheidung zur richtigen Zeit um, so dass er jetzt \u00dcbersetzer des ber\u00fchmtesten deutschen Japaners ist &#8211; Dortmunds Kagawa. Eventuell fliegt ja noch irgendwo ein Autogramm herum, dass ich irgendwie bekommen kann. Auf jeden Fall haben wir heute aus diesem Grund aber einige \u00dcberlegungen angestellt, wie man die Gesellschaft n\u00e4her mit den deutschen in Sendai  verbinden kann und Thilo wird die Vorschl\u00e4ge bei Gelegenheit wohl mal bei den Chefs der Gesellschaft anbringen. Eventuell k\u00f6nnen wir das System ja zum Besseren \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Nebenbei haben mein Betreuer und ich eine neue Absatzquelle gefunden. Mein Betreuer kennt einige Verlage, die eventuelle Arbeiten von mir in Japanisch ver\u00f6ffentlichen w\u00fcrden. Falls ich also jemals \u00fcber Japan eine echte Arbeit schreibe, muss ich sie \u00fcbersetzen und er k\u00fcmmert sich um die Ver\u00f6ffentlichung. Ich wei\u00df auch schon die richtige Person f\u00fcr die \u00dcbersetzung. Jetzt muss meine Masterarbeit nur noch geschrieben werden und dann steht das erste Buch von mir in der \u00dcbersetzung durch Shimizu S. im Buchregal hier in Japan. Das h\u00e4tte doch etwas.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mhh eines ist auf jeden Fall klar, sobald ich aus Japan wieder da bin, ben\u00f6tige ich erst einmal eine Entzuckerung. Valentinstag hat immer noch seine Spuren hinterlassen. 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