{"id":2824,"date":"2011-02-12T22:27:30","date_gmt":"2011-02-12T20:27:30","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2824"},"modified":"2011-02-12T22:27:30","modified_gmt":"2011-02-12T20:27:30","slug":"urlaubserholung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2824","title":{"rendered":"Urlaubserholung"},"content":{"rendered":"<p>Wer kennt das nicht? Es ist Urlaub und es wurde nat\u00fcrlich viel zu viel gegessen. Jedenfalls nach meinem Geschmack trifft diese Einsch\u00e4tzung auf den Urlaub in Sapporo ziemlich genau zu. Aus diesem Grund gibt es nur ein Mittel, um den Umst\u00e4nden entsprechend auf dieses Problem zu reagieren, ich machte eine Fahrradtour. Gut, wirklich gro\u00df anders zu meinem normalen Vorgehen ist das nicht. Besser als zuhause rumsitzen, wie das die anderen Sappororeisenden heute durchgehend betrieben haben, war die Tour aber auf alle F\u00e4lle. Sowieso ist die Abneigung der Japaner gegen\u00fcber l\u00e4ngeren Fahrradtouren, oder noch viel schlimmer, l\u00e4ngeren Spazierg\u00e4ngen nicht feierlich. Immer wieder berichten mir Japaner, wie schrecklich es doch das erste Mal in Europa f\u00fcr sie war, als ein Europ\u00e4er sie fragte, ob sie denn spazieren gehen m\u00f6chten und dieser Spaziergang im Anschluss dann auf einmal mehrere Stunden ging. Gelohnt hat sich die Tour auf alle F\u00e4lle jetzt schon. Sendai hat wirklich einige Stra\u00dfen, deren Besichtigung sich wirklich lohnt und das Wetter war auch noch sehr mild. Spazieren gehen sch\u00f6n und gut, aber doch nicht l\u00e4nger als zwanzig Minuten! Kein Wunder also, dass Japanerinnen alle den lieben langen Tag Di\u00e4t machen wollen, indem sie nichts essen. Sport ist Mord, ist hierzulande der Hauptslogan. Besonders problematisch ist diese Einstellung zur Nulldi\u00e4t bei mir bekannten Japanerinnen. Wenn Rieko oder Yuka auf einmal kommen, sie m\u00fcssen Di\u00e4t machen, dann kann man sich nur an den Kopf fassen. Kein Gramm Fett an ihrem K\u00f6rper, aber sie sind ja angeblich zu fett. Dazu f\u00e4llt mir wirklich nur noch Thomas Frage ein, ob die Damen schon mal deutsche Frauen gesehen haben?<\/p>\n<p>Beim Thema Thomas bin ich aber auch schon bei meiner heutigen Hauptbesch\u00e4ftigung. Nachdem ich mich in meiner Lieblingsart aufgemacht hatte, um neue Stra\u00dfen zu entdecken und dahin zu gehen, wo noch nie ein Ausl\u00e4nder zuvor gewesen ist, fand ich einige neue Gebiete und auch Gesch\u00e4fte. Leider wird man als Ausl\u00e4nder aber automatisch immer angeschaut, als ob gerade ein Alien den Laden betreten hat. Auf fiese Blicke k\u00f6nnte ich ja gut verzichten, aber ich kann es ja nicht \u00e4ndern. Als alter Valentinstagsmuffel war f\u00fcr mich aber vor allem erschreckend, wie ausgepr\u00e4gt die Vorbereitungen auf dieses ?Fest? sind. Egal welcher Laden, alle haben schon Mitte Januar angefangen, f\u00fcr das Gro\u00dfereignis die Vorr\u00e4te umzustellen. Aber heute war es extremst, besonders da vermutliche die gesamte Damenwelt Sendais in den Gesch\u00e4ften auf Schokoladensuche war. Mal schauen, was das am 14. wird. Aber ich gehe eh davon aus, dass ich sp\u00e4ter am 14. April in bester Koreanertradition den Black Day begehen kann. Da muss ich dann schwarze Soba essen, da ich keine Schokolade abbekommen habe. Eins muss man den Koreanern lassen, ihre Trauerfeiern haben mehr Stil, als die der Deutschen, die vermutlich Frustsaufen angestellt h\u00e4tten. <\/p>\n<p>\u00dcberw\u00e4ltigt und halb umgetrampelt von Heerscharen von Frauen, machte ich mich mit meinem Rad lieber wieder auf den Weg. Ich befand mich gerade am Hintern der Welt, als ich auf einmal eine Einladung erhielt. Besagte Yuka, deren Deutsch viel  besser ist, als das aller Japaner der Germanistik in meinem B\u00fcro zusammen, lie\u00df anfragen, ob ich Lust auf ein Treffen h\u00e4tte. Kein Frage, f\u00fcr Treffen bin ich immer zu haben und ich spreche  gerne mit ihr Deutsch, aber die Fahrt zum MafuMafu gestaltete sich schwieriger als gedacht. In absoluter Dunkelheit konnte ich froh sein, \u00fcberhaupt das Ziel gefunden zu haben. Wirklich einfach war es aber nicht. So stand ich nun leicht versp\u00e4tet im Cafe. Yuka erschien auch gleich und so stand einer gepflegten Konversation nichts mehr im Wege. Leider bin ich aber bekannt wie ein bunter Hund und so wurde ich auch andauernd in andere Gespr\u00e4che eingebunden. Besonders interessant war aber ein Angebot von Thomas. Wenn ich nicht Japan verlassen w\u00fcrde, w\u00fcrde er mir einen Job im Cafe besorgen. Das auf andere Zugehen, wie er es perfektioniert hat, w\u00fcrde ich seiner Ansicht nach auch sehr gut hinbekommen und da er ja bald f\u00fcr einen besseren Job aufh\u00f6rt, h\u00e4lt er mich f\u00fcr einen mehr als geeigneten Nachfolger. Gut aber, dass ich mich bald in die Heimat aufmache, sonst h\u00e4tte ich es wenigstens durchdacht. Mehr als Geldverdienen neben dem Studium w\u00e4re es aber eh nie geworden, daf\u00fcr mag ich Geschichte viel zu sehr. Trotzdem ist es nett, solche M\u00f6glichkeiten an der Hand zu haben. Interessant waren aber auch die anderen G\u00e4ste des Lokals heute. <\/p>\n<p>Japaner vertragen bekanntlich keinen Alkohol und nach ein bis zwei Bier waren sie dementsprechend auch gut aufgelegt. Dass es noch viel schlimmer gehen kann, zeigt besonders Kokubuncho, da man dort die ersten sich \u00fcbergebenden Japaner schon ab 19 Uhr erleben kann. Auf jeden Fall waren die Japaner gut fertig und sangen auf einmal die verschiedenen ihnen bekannten Nationalhymnen. Viele waren das nicht, aber man hat ja noch Ausl\u00e4nder im Raum. Kurzerhand wurde bei uns gebettelt, zu singen. Es d\u00fcrfte ja meine Abscheu gegen\u00fcber dem Singen bekannt sein, solange es keine Fu\u00dfballlieder sind. Trotz allem lie\u00dfen wir uns breitschlagen zu singen und so gab es ein Duett der deutschen Nationalhymne. Nur das ebenfalls geforderte Auferstanden aus Ruinen konnten wir beide nicht. Eine Schande eigentlich, aber wann brauchte man das schon mal? Die Japaner waren auf jeden Fall absolut von unseren Liedern begeistert und steigerten sich bei ihren Rezitationen immer mehr, um ihre Lieder m\u00f6glichst originaler zu bekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer kennt das nicht? Es ist Urlaub und es wurde nat\u00fcrlich viel zu viel gegessen. Jedenfalls nach meinem Geschmack trifft diese Einsch\u00e4tzung auf den Urlaub in Sapporo ziemlich genau zu. 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