{"id":2661,"date":"2011-01-25T21:42:46","date_gmt":"2011-01-25T19:42:46","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2661"},"modified":"2011-01-25T21:46:45","modified_gmt":"2011-01-25T19:46:45","slug":"vom-kochen-und-schwarzem-humor","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2661","title":{"rendered":"Vom Kochen und schwarzen Humor"},"content":{"rendered":"<p>Der heutige Tag hat eines ganz eindeutig gezeigt: Japaner verstehen keinen schwarzen Humor. Schade eigentlich, denn so ganz unverbreitet ist dieser ja in Deutschland nun nicht. Als ich heute im B\u00fcro sa\u00df, bot ich der deutschen Professorin etwas Schokolade an. Die Frage, ob sie es annehmen kann oder nicht, denn es k\u00f6nnte ja vergiftet sein, \u00fcberraschte mich nicht sonderlich, so dass ich das Spiel einfach mitspielte. Ein kleiner Schlagabtausch an Kommentaren in diese Richtung folgte und uns beiden war klar, dass das nur ein gro\u00dfer Spa\u00df war. Nicht so aber bei den Japanern. Als die Professorin den Raum verlassen hatte, blieben nur fragende Gesichter zur\u00fcck und ein armer Deutscher, der das eben Geschehene erst einmal in aller Ausf\u00fchrlichkeit erkl\u00e4ren durfte. Wie aber erkl\u00e4rt man Leuten, die kaum Deutsch sprechen, bitte schwarzen Humor? Das war ein fast unl\u00f6sbares Problem. Ich versuchte es trotzdem und ich glaube, sie haben es wenigstens etwas verstanden. Auf der positiven Seite wurde Riekos deutsche Zusammenfassung ihrer Masterarbeit sehr gelobt, offensichtlich haben wir nicht so extrem daneben gelegen. Was erwartet man aber auch, wenn ein wirklich alter Student, in die sechzig Jahre z\u00e4hlt er immerhin schon, auch ein 55 Seiten Res\u00fcmee seiner Arbeit abgibt. Da die Flut der Abschlussarbeitsres\u00fcmees der Bachelorstudenten mittlerweile aber im B\u00fcro einfliegt, bin ich momentan ein viel gefragter Mensch. Deutsch ist halt keine leichte Sprache, so dass meine Hilfe gerne mal in Anspruch genommen wird, was auch so \u00f6ffentlich von den Professoren vorgeschlagen wird. Ich mache es aber auch wirklich gerne, so dass ich ihnen heue schon viel helfen konnte.<\/p>\n<p>Helfen musste ich mir aber auch selber und nur Alex ist daran schuld. O.k., das h\u00f6rt sich vielleicht etwas hart an, aber f\u00fcr heute war ich mit Nobu, Rieko und ihm zum Essen verabredet, da Nobu noch nie Milchreis gegessen hatte und sich dieses Gericht nicht wirklich vorstellen konnte. Kurzerhand entschieden wir, es ihm zu zeigen und heute war der gro\u00dfe Tag. Da gibt es nur ein kleines Problem: Alex ist Veganer und der Hauptbestandteil von Milchreis, neben Reis, ist nicht wirklich Vegan. Alternativen mussten also her. Gut, dass es Sojamilch gibt. Aber nur Sojamilch und Reis fand ich dann doch etwas d\u00fcrftig, also suchte ich Vanillezucker. Nat\u00fcrlich blieb dieser Versuch aber nicht erfolgreich, au\u00dfer dass einige Verk\u00e4ufer beim Anblick eines Ausl\u00e4nders jetzt davon rennen, habe ich nichts erreichen k\u00f6nnen. Sie bem\u00fchten sich alle sehr, aber helfen konnten sie mir in f\u00fcnf L\u00e4den nicht. Kurzerhand kaufte ich eine Vanilleschote und schmiss noch Schale von einer Zitrone in den Topf und der Milchreis stand. Passenderweise waren auch andere G\u00e4ste heute da, die zusammen mit Kim feierten. So viele misstrauische Blicke wie heute, habe ich bei einem Kochversuch noch nie bekommen. Kein Asiat konnte sich vorstellen, dass das schmecken soll. Wenn ich da an die Gruselgeschichten von seinen Milchreiserfahrungen in Deutschland denke, die er selbst heute noch zum Besten gibt, bin ich aber nicht wirklich verwundert. Wohlweislich, dass der Reis nicht allen schmecken muss, hatte ich kurzerhand auch noch alles f\u00fcr Kartoffelsalat besorgt. Kartoffelsalat, der nicht aussieht wie Kartoffelbrei, ist hierzulande auch ziemlich unbekannt, so dass wir da die n\u00e4chsten Blicke hatten. Meinen G\u00e4sten schmeckte es aber auch sehr gut, auch wenn ich viel improvisieren musste. Kartoffelsalat in veganer Ausf\u00fchrung hatte ich bis dato schlie\u00dflich auch noch nicht hergestellt. Anschlie\u00dfend gab es von meinen Japanern noch S\u00fc\u00dfigkeiten und wir schauten das Spiel der japanischen Nationalmannschaft. Meinen Japanern hat es auf alle F\u00e4lle sehr gut gefallen und bei meiner Abschiedsfeier, von der ich bis jetzt offiziell noch nicht mal etwas wusste (schlie\u00dflich hatte ich nicht mal eine in G\u00f6ttingen vor mittlerweile 10 Monaten geschafft) wollen sie mich geb\u00fchrend verw\u00f6hnen. Wenn mein Japanisch mich nicht ganz verlassen hat, hat Nobu auch noch irgend etwas anderes vor, da lasse ich mich aber \u00fcberraschen. Es ist schon fies, dass es hierzulande viele Verschw\u00f6rungsm\u00f6glichkeiten gibt. Mit Deutsch sprechenden Leuten wird im Notfall auf Deutsch gewechselt und ist ein Asiat in der Sprache bewandert, reden wir einfach schneller. Dasselbe machen die Japaner nat\u00fcrlich auch im Japanischen, so dass ich nicht genau wei\u00df, was mich erwartet. Aber mal schauen. Es hei\u00dft ja schlie\u00dflich nicht umsonst, kommt Zeit, kommt Rat. Nachdem mich alle G\u00e4ste verlassen hatten, schaute ich mit den verbliebenen Japanern noch Fu\u00dfball zu Ende. Die Japaner gewannen nach Elfmeterschie\u00dfen gegen S\u00fcdkorea. S\u00fcdkorea spielte? Keine Frage, dass mein Koreaner auch nicht weit war. Beim Ausgleich in der 121. Minute hallte ein Aufschrei durch das Haus, als ob Nordkorea endlich besiegt wurde. Man k\u00f6nnte meinen, alle Koreaner haben genau in diesem Moment aufgeschrien. Trotzdem (und gerade f\u00fcr den Hausfrieden sehr wichtig) haben die Japaner gewonnen, auch wenn sie nur das N\u00f6tigste gegeben haben. Dadurch d\u00fcrfte es am 29. im Finale spannend werden und meine Mitbewohner werden alle schauen.<br \/>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-2661 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0061.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0061-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0061-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0061-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0061-300x225.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0061.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0062.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0062-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0062-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0062-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0062-300x225.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0062.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0064.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0064-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0064-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0064-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0064-300x225.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0064.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der heutige Tag hat eines ganz eindeutig gezeigt: Japaner verstehen keinen schwarzen Humor. 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