{"id":2620,"date":"2011-01-18T21:48:51","date_gmt":"2011-01-18T19:48:51","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2620"},"modified":"2011-01-18T21:48:51","modified_gmt":"2011-01-18T19:48:51","slug":"kleine-geschenke-erhalten-die-freundschaft-geschenke-in-japan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2620","title":{"rendered":"Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft &#8211; Geschenke in Japan"},"content":{"rendered":"<p>Merke, in der N\u00e4he von Japanern sollte man seine Worte sehr weise und vorsichtig w\u00e4hlen, sie nehmen sie sehr genau. Ein R\u00fcckblick auf die Jahresendfeier des B\u00fcros in der Mitte des Dezembers: In einer ruhigen Minute hatte ich mir Kazaoka geschnappt. Kazaoka ist ein \u00e4lterer Japaner, der gerade von einem Ein-Jahres-Aufenthalt in Bonn in das sch\u00f6ne Sendai zur\u00fcckgekehrt ist. Aus vorherigen Gespr\u00e4chen mit ihm war mir bekannt, dass er ebenfalls ein Fu\u00dfballfan ist. Mehr noch, sein Bruder hat in der Jugendmannschaft von Jubilo Iwata gespielt. Iwata, das ist gleichzeitig der Fu\u00dfballverein, von dem ich als erstes etwas geh\u00f6rt habe, als ich mich Ende der Neunziger zum ersten Mal \u00fcber japanischen Fu\u00dfball informierte. Als Verein mit blau-wei\u00dfem Logo und gro\u00dfen Erfolgen dank seiner Jugendarbeit, hatte ich mir als Ziel gesetzt, ihn wenigstens ein Mal zu schauen. Als Jubilo nun sein Gastspiel in Sendai gab war es endlich so weit. Aber einen Schal beziehungsweise den Handtuchersatz f\u00fcr Schals gab es zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwerben. Kein Problem, ich habe ja Kazaoka. In der ruhigen Minute fragte ich ihn, ob er mir nicht eines der Handt\u00fccher und eine Anstecknadel besorgen kann. Kein Problem, \u00fcber Neujahr war er in der Heimat und machte sich auf die Jagd. Erfolgreich war diese aber nicht. Nach Neujahr war der Fanshop noch geschlossen, so dass er mit einem normalen Laden vorlieb nehmen musste. Dort fand er etwas, wenn auch etwas anderes, als ich erwartet hatte. Zur\u00fcck in der Gegenwart traf ich ihn heute endlich das erste Mal, seit dem Neujahr. Sofort als er mich sah, rannte er los und brachte mir meine Lieferung. Zwei Anstecknadeln, eine von Jubilo und eine von den S-Puls waren vorhanden. Dazu gab es noch einen echten Schal vom Erzrivalen Jubilos, den S-Puls. Ein Handtuch hat er nicht gefunden, also wurde es der Schal, der ein Geschenk f\u00fcr mich darstellte. Alles protestieren half nichts, wenn ein Japaner etwas schenken will, dann macht er es. Dadurch besitze ich nun einen sehr sch\u00f6nen Schal, der einfarbig schwarz und auf der anderen orange ist und sehr dezent den Vereinsnamen darauf stehen hat. Da so ein Schal hier in Japan wirklich teuer ist, werde ich morgen erst mal einen Austausch durchf\u00fchren und Kazaoka im Ausgleich mit einem FCM-Fanartikel beschenken. Ob das ein Wimpel oder Schal wird, muss ich aber noch entscheiden. <\/p>\n<p>Diese Situation ist aber typisch f\u00fcr Japan. Man muss sehr aufpassen, weil Japaner es auch m\u00f6gen, teure Geschenke zu machen. Wenn jemand bei einem Essen zahlen m\u00f6chte, kann einem gleich klar sein, dass das vom Aussucher gew\u00e4hlte Restaurant einen dementsprechend hohen Preis hat. Viel schlimmer wird es aber bei Geschenken. Nach einem Geschenk bekommt man mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Gegengeschenk im gleich hohen Wert zur\u00fcck. Das f\u00e4ngt schon bei Schokolade an. Gebe ich zum Beispiel Nobu etwas deutsche Schokolade, habe ich am n\u00e4chsten Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit einen gro\u00dfen Haufen japanische Schokolade vor der T\u00fcr liegen. Das sch\u00f6ne ist, es gleicht sich alles aus. Auf der anderen Seite ist es nat\u00fcrlich sehr anstrengend, wenn man jemandem nur eine Freude machen m\u00f6chte. Um es mit Thomas Worten zu meinem gewonnenen Fleisch noch einmal auszudr\u00fccken. ?Schenke das Fleisch einer Frau. Entweder sie heiratet dich, oder sie schl\u00e4ft wenigstens mit dir.? So unrealistisch, wie sich dieser Spruch anh\u00f6rt, ist er aber wirklich nicht.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite haben wir Zuwachs im B\u00fcro bekommen. F\u00fcr zwei Wochen ist ein Gastprofessor in Sendai, der den Studenten \u00fcber andere Fachthemen berichten wird. Der Herr ist ein alter Bonnveteran und kann nach seinem zweij\u00e4hrigen Deutschlandaufenthalt besser Deutsch, als alle Professoren der Fakult\u00e4t zusammen. Wie er das Herz der restlichen Studenten erreichen kann, hat er auch raus, was seine Art sehr interessant macht. Um das Eis mit den Studenten zu brechen, denen er etwas \u00fcber klassische Musik berichten wollte, holte er kurzerhand seinen iPod mit Klaviersoftware heraus und lies eine Studentin kurz etwas vorspielen. Innerhalb weniger Minuten war dadurch das Eis gebrochen. Auch in anderen Gespr\u00e4chen schaffte er es in wenigen Minuten, n\u00e4her an die Studenten zu gelangen, als es vermutlich den meisten Professoren der Fakult\u00e4t in mehreren Jahren gelingt. Es ist auf jeden Fall sehr interessant, sich mit ihm zu unterhalten, besonders da er auch G\u00f6ttingen kennt. Da er aber auch in Japan sehr viel herumgereist ist, konnte er mir auch gleich noch Tipps \u00fcber Sapporo geben. Die Reise haben wir schlie\u00dflich heute auch bezahlt. Man glaubt gar nicht, was es f\u00fcr ein komisches Gef\u00fchl es ist, mit 2.200 Euro herumzureisen, die nicht alleine mir geh\u00f6ren. Um so erleichterter war ich, es wenigstens abgeben zu k\u00f6nnen. Eigentlich h\u00e4tte ich gerne per Karte gezahlt, das Reiseb\u00fcro in Japan nimmt aber keine. Dementsprechend waren wir nicht die einzigen Leute, die heute in bar bezahlten und in der kurzen Zeit in der wir zahlten, gingen grob gesch\u00e4tzt 12.000 Euro \u00fcber den Tisch. Man stelle sich solche ein Vorgehen mal in Deutschland vor. Auf jeden Fall bleibt jetzt nur noch, auf gutes Wetter zu hoffen und dann auf Hokkaido unseren Spa\u00df zu haben. Ich bin gespannt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Merke, in der N\u00e4he von Japanern sollte man seine Worte sehr weise und vorsichtig w\u00e4hlen, sie nehmen sie sehr genau. Ein R\u00fcckblick auf die Jahresendfeier des B\u00fcros in der Mitte des Dezembers: In einer ruhigen Minute hatte ich mir Kazaoka geschnappt. 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