{"id":2606,"date":"2011-01-16T23:09:54","date_gmt":"2011-01-16T21:09:54","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2606"},"modified":"2011-01-16T23:09:54","modified_gmt":"2011-01-16T21:09:54","slug":"das-24-stunden-paradigma-und-die-buchladen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2606","title":{"rendered":"Das 24-Stunden-Paradigma und die Buchl\u00e4den"},"content":{"rendered":"<p>In was f\u00fcr einem Land lebe ich, wo es an einem Sonntag keinen Sport gibt? Da es au\u00dferhalb von Sendai aufgrund von \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Schneefall immer noch Probleme gibt blieb mir nichts anderes \u00fcbrig, als meinen Tag in der Stadt zu verbringen. Zu meiner \u00dcberraschung war mit meinen Freunden aber leider auch nicht zu rechnen. Alex ist nach dem gestrigen Tag immer noch nicht so wirklich fit, Victoria ist besch\u00e4ftigt, die Japaner sind auch nicht topfit und Orsolya sollte sich so langsam mal um ihre zuk\u00fcnftigen Wohnm\u00f6glichkeiten k\u00fcmmern. Beide Wohnheime haben den entscheidenden Nachteil, dass sie nur f\u00fcr einen einj\u00e4hrigen Aufenthalt ausgerichtet sind. F\u00fcr den normalen Austauschstudenten stellt ein Jahr nat\u00fcrlich kein Problem dar. Aber f\u00fcr die anderen Studenten bedeutet dies, man muss sich eine normale Wohnung besorgen. Wohnungen in Japan tendieren aber dazu, extrem teuer zu sein. Da Orsolya es nun verplant hat, Ende des letzten Jahres nach einer Wohnung zu suchen, muss sie sich ranhalten, um noch eine relativ g\u00fcnstige zu bekommen. Da in Japan aber alles nach Jahren abl\u00e4uft, wird die Sache f\u00fcr sie nicht einfacher. Egal ob im Sport oder in der Schule, alles beginnt im April und h\u00f6rt sp\u00e4testens im Februar auf. Demzufolge wird die Stadt bald von neuen Studenten \u00fcberflutet und der Wohnraum noch knapper, als er jetzt schon ist. Aus diesen Gr\u00fcnden war aber nat\u00fcrlich mit ihr heute auch nicht zu rechnen. Keiner hatte also Zeit oder war in der Lage, irgend etwas zu unternehmen. <\/p>\n<p>Kein Problem f\u00fcr mich. Mein Fahrrad wollte sowieso einmal wieder Auslauf haben und dazu kommt noch der geniale Umstand, dass in Japan Sonntags die Gesch\u00e4fte ge\u00f6ffnet sind. Also ging es zu einer kleinen Radtour um die Stadt. Das Wetter in Sendai war dazu mild, also optimal f\u00fcr eine Tour. Auf dem Weg machte ich nat\u00fcrlich auch mal halt, so zum Beispiel bei einem Buchhandel, der gerade neu er\u00f6ffnet hatte.  B\u00fccher sind hierzulande ziemlich bedeutend, auch wenn sich der Markt stark von Deutschland unterscheidet. Hinter den USA hat Japan sogar den zweitgr\u00f6\u00dften Buchmarkt der Welt. Um diesen zu festigen, werden in Japan verschiedenste Techniken eingesetzt, die in Deutschland undenkbar w\u00e4ren. Die \u00fcberraschendste dabei ist vermutlich die Qualit\u00e4t des Papiers in Zeitungen und B\u00fcchern. Gerne verwenden japanische Verlage Papier von mangelhafter Qualit\u00e4t, mit dem sich in Deutschland nie B\u00fccher verkaufen w\u00fcrden. Durch das schlechte Papier erreichen die Verlage aber gleich mehrere Ziele. Zum einen werden die B\u00fccher und Zeitschriften billiger, was sich im Absatz bemerkbar macht und gleichzeitig werden sie nach einmaligen Lesen oftmals entsorgt, so dass das f\u00fcr Verlage problematische Zweitlesen unterbunden wird. Als Ausl\u00e4nder ist man aber trotzdem immer wieder \u00fcber die schlechte Qualit\u00e4t \u00fcberrascht. Zwei weitere gro\u00dfe Unterschiede umfassen dagegen den Zeitungsmarkt und den Mangamarkt. Es gibt hierzulande viele w\u00f6chentliche Zeitungen, die mit Comics k\u00fcnstlich gef\u00fcllter erscheinen als sie sind und au\u00dferdem werden die Kunden mit Geschenken gek\u00f6dert. Eine Zeitschrift \u00fcber die letzte Saison von Vegalta? Kein Problem &#8211; und als Zugabe gibt es gleich noch ein Vegaltahandtuch. Modezeitungen kommen nat\u00fcrlich mit Handtaschen, Kosmetiksets und dergleichen. Eins ist aber auf alle F\u00e4lle sicher, eigentlich jede Zeitung verf\u00fcgt \u00fcber eine Beigabe, die teurer ist, als der Inhalt der restlichen Zeitung, der sie beiliegt. Der Kunde freut sich auf jeden Fall und die Zeitschriften sind der Renner. Auf der anderen Seite ist dazu noch der Comicmarkt in Japan explodiert. Das Segment des Buchladens, das mit Mangas gef\u00fcllt ist, ist gr\u00f6\u00dfer als das mit normalen B\u00fcchern. Egal was man sucht, man findet den passenden Comic dazu. Sogar Erkl\u00e4rb\u00fccher, wie einen Guide \u00fcber Kindererziehung, kann man in dieser Form finden.   <\/p>\n<p>Am beachtlichsten fand ich aber wie immer eine Sache: In Japan gibt man bevorzugt die Zeiten in 12-Stunden-Schritten an. Einige L\u00e4den wollen es den Ausl\u00e4ndern aber einfacher machen und deshalb geben sie die Zeit mittels 24-Stunden-System an. Die Frage ist nur, wie wendet man es richtig an und wie wird der Wechsel von Mitternacht zum n\u00e4chsten Tag am besten dargestellt? Die Japaner haben auf diese Frage eine einfache Antwort entdeckt, sie geben die Zeit nach Mitternacht einfach als nachfolgende Zeit an. Ein Uhr schlie\u00dft der Laden? Kein Problem kurzerhand wird 25 Uhr an die T\u00fcr geschrieben. Ich muss ehrlich sagen, diese Zeitangabe finde ich schon etwas seltsam. Aber wenn sie es so besser finden, von mir aus!<\/p>\n<p>So verbrachte ich auf jeden Fall meinen Tag. Auf dem Rad im Au\u00dfenbereich der Stadt Sendais, die Stadt halb umqueren und dabei immer mal Rast zu machen, wo ich etwas Interessantes sah. Die frische Luft tut gut, ist gesund und hilft mir gleichzeitig, f\u00fcr meine Forschungen einen freien Kopf zu bekommen. Was will man mehr? Oh: als Fahrradfahrer eine Warnung, wenn die Stadtstra\u00dfe, auf der man sich gerade befindet, sich pl\u00f6tzlich in eine Schnellstra\u00dfe \u00e4ndert. \u00dcberall rasten sie und auf einmal wurde mir klar, was falsch war. Zum Gl\u00fcck fand ich schnell einen alternativen Weg, der Schreck sa\u00df trotzdem tief in meinen Knien. Trotzdem hat sich die Fahrt sehr gelohnt.<br \/>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-2606 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0137.jpg'><img width=\"84\" height=\"113\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0137-84x113.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0137-84x113.jpg 84w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0137-112x150.jpg 112w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0137-168x225.jpg 168w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0137.jpg 449w\" sizes=\"(max-width: 84px) 100vw, 84px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0140.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0140-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0140-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0140-200x149.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0140-300x224.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0140.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0142.jpg'><img width=\"84\" height=\"113\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0142-84x113.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0142-84x113.jpg 84w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0142-112x150.jpg 112w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0142-168x225.jpg 168w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/imgp0142.jpg 449w\" sizes=\"(max-width: 84px) 100vw, 84px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In was f\u00fcr einem Land lebe ich, wo es an einem Sonntag keinen Sport gibt? 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