{"id":2574,"date":"2011-01-12T22:33:09","date_gmt":"2011-01-12T20:33:09","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2574"},"modified":"2011-01-12T22:33:09","modified_gmt":"2011-01-12T20:33:09","slug":"von-haaren-und-pcs","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2574","title":{"rendered":"Von Haaren und PCs"},"content":{"rendered":"<p>Ich wusste es doch, ich kann nicht alleine Schuld haben an all den Computerproblemen, die ich in den letzten Monaten hier in Japan zu verzeichnen hatte. O.k., eine gewisse Teilschuld kann man mir bestimmt geben, aber es muss am Land liegen. Ich befand mich heute sp\u00e4t abends gegen 21.30 Uhr noch in der Uni. Man sollte meinen, dass man um diese Uhrzeit seine Ruhe hat. Aber nein, in meinem B\u00fcro waren sogar noch Studenten und ich selbst wartete auf Rieko, die im zweiten B\u00fcro unserer Fakult\u00e4t noch besch\u00e4ftigt war. Pl\u00f6tzlich klingelte mein Telefon und genau aus meinem Nachbarb\u00fcro erreichte mich ein Hilferuf von Ulf und einem Franzosen. Die Festplatte des Franzosen wurde im laufenden Betrieb zerst\u00f6rt. Ohne Probleme startete der Laptop von ihm neu und die externe Festplatte wurde nicht mehr erkannt. Kein Problem, er wird ja die Daten noch irgendwo anders gespeichert haben? Nein, nat\u00fcrlich nicht und so wichtig waren die Daten auch gar nicht, aber es hatte auch die Abschlussarbeit des Franzosen getroffen, an der er noch werkelte und von der nat\u00fcrlich keine Kopien mehr existieren. Da hatten wir den Salat. Ulf versuchte alle Hebel in Bewegung zu setzen, um an die Daten zu gelangen, aber nichts half. Jetzt hatten sich beide einen Schl\u00fcssel f\u00fcr das B\u00fcro geholt und wollten die Festplatte direkt an einen internen Anschluss koppeln und nat\u00fcrlich kam es, wie es kommen musste, nichts funktionierte. Genau deshalb kam ich ins Spiel und musste helfen, alles wieder ins Lot zu bringen. Wir wollten ja schlie\u00dflich morgen nicht den gro\u00dfen Bericht in der Zeitung haben ?Vandalen zerst\u00f6ren Uni-Computer?! Der Rechner, den sie ge\u00f6ffnet hatten, hatte nat\u00fcrlich den falschen Anschluss und auf einmal funktionierte das Hochfahren des Rechners nicht mehr. Kein Problem, ich bin ja da und in einer Nacht- und Nebelaktion und immer in der Hoffnung, dass kein Mitglied des B\u00fcros noch mal vorbeischaut, reparierten wir den Rechner, bei dem sich die H\u00e4lfte des Innenlebens gelockert hatte. Die Festplatte blieb zwar tot, doch brachte ich die beiden wenigstens auf Ideen, wie man eventuell noch an die Daten kommen k\u00f6nnte. Auf solche Nachteins\u00e4tze habe ich auf jeden Fall weniger Lust. Auff\u00e4llig ist aber die Tatsache mittlerweile schon, wie schnell hier einige Ger\u00e4te den Geist aufgeben. Nicht nur dem Franzosen und mir ist das mittlerweile passiert, sondern auch einige andere sind betroffen und immer ohne vorherige Anzeichen. Ich werde wohl mal mit jemandem sprechen m\u00fcssen, der sich damit auskennt.<\/p>\n<p>Meinen Tag begann ich aber eigentlich weniger mit dem Reparieren von irgendwelcher Uni-Pcs. Erst einmal galt es, ein Paket nach Deutschland zu schicken. Eigentlich sollte das ja kein Problem darstellen, die Postmitarbeiterin handelte aber leider etwas schizophren. Auf der einen Seite sollte ich das Paket gleich beim Abgeben verschlie\u00dfen, nur damit sie es zwei Minuten sp\u00e4ter wieder \u00f6ffnete, weil sie die Zolldeklarierung nicht verstehen konnte. Dabei gebe ich zu, dass man als Europ\u00e4er mit dem Begriff Neujahrspfeil nicht viel anfangen kann, als Japaner sollte das aber eigentlich anders aussehen. Ein Neujahrspfeil ist ein Talisman in Pfeilform, aber ohne Spitze, den man zum Neujahr kauft und der einem das Gl\u00fcck zufliegen lassen soll. So gab es aber einige Verst\u00e4ndnisprobleme, so dass sie alles noch mal selber nachschaute. Kein Problem f\u00fcr mich, ich wollte eh los zur Uni, so lies ich sie das alleine erledigen und fuhr zur Tohoku Universit\u00e4t. <\/p>\n<p>Schon auf dem Weg dorthin fiel mir auf, dass es momentan bei japanischen Friseuren ziemlich g\u00fcnstig sein muss. Normalerweise haben fast alle Japaner schwarzes und dickes Haar. Diese Uniformit\u00e4t wird noch dadurch gest\u00e4rkt, dass man in der Schule und oftmals auch auf der Dienststelle kein F\u00e4rben der Haare gestattet. Als Ausgleich werden die Haare hierzulande gerne besonders auff\u00e4llig gestaltet. Noch nicht mal M\u00e4nner schrecken davor zur\u00fcck und so sah ich alleine heute drei M\u00e4nner mit l\u00e4ngeren Haaren und dicken Plastikhaarb\u00e4ndern, die in Deutschland wohl gerade so von Frauen getragen werden w\u00fcrden. Ein anderes beliebtes Spiel ist, dank der Haare gr\u00f6\u00dfer zu erscheinen, so dass mit Gel das Haar so nach oben aufgestellt wird, dass man gr\u00f6\u00dfer erscheint. Besonders kleine Japaner sind deshalb oft mit derartigen Frisuren zu entdecken. Gef\u00e4rbt wird das Haar aber nat\u00fcrlich auch. Falls es im Betrieb nicht erlaubt ist, wird das Haar halt nur f\u00fcr das Wochenende ge\u00e4ndert und am Montag wieder die Farbe ausgewaschen. Besonders Frauen aber sehen sowieso oftmals jeden Tag so aus, wie in Deutschland Frauen f\u00fcr besondere Anl\u00e4sse aufgestylt werden. Nachdem ich mich auf der Fahrt zur Uni schon leicht wunderte, begr\u00fc\u00dfte mich in der Uni gleich Okada-kun. Dieser tr\u00e4gt seit \u00fcber vier Jahren die Haare l\u00e4nger und hatte auf einmal einen Kurzhaarschnitt. Damit stellt er ein erneutes Opfer der Friseure hierzulande dar. Auch Shimizu hatte das Schicksal hier schon ereilt. Wenn man bei einem Friseur nicht mit einem Foto des gew\u00fcnschten Haarschnitts auftaucht, sondern nur einfach sagt, ein kleines bisschen k\u00fcrzer, ist das Haar schon verloren. Eigentlich traurig, bedenkt man, dass ein normaler Friseurbesuch hierzulande ohne Waschen schon mal 50 Euro kosten kann.  F\u00fcr 10 Euro bekommt man dagegen maximal mit viel Gl\u00fcck einen 10 Minuten Friseur, wo einem in zehn Minuten trocken die Haare geschnitten werden. F\u00fcr mich ist nach den wiederholten Gruselgeschichten jetzt aber auf jeden Fall klar, das Abenteuer japanischer Friseur brauche ich wirklich nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wusste es doch, ich kann nicht alleine Schuld haben an all den Computerproblemen, die ich in den letzten Monaten hier in Japan zu verzeichnen hatte. O.k., eine gewisse Teilschuld kann man mir bestimmt geben, aber es muss am Land liegen. Ich befand mich heute sp\u00e4t abends gegen 21.30 Uhr noch in der Uni. 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