{"id":2529,"date":"2011-01-05T22:16:16","date_gmt":"2011-01-05T20:16:16","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2529"},"modified":"2011-01-05T22:16:16","modified_gmt":"2011-01-05T20:16:16","slug":"ruhe-vor-dem-sturm","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2529","title":{"rendered":"Ruhe vor dem Sturm"},"content":{"rendered":"<p>Wir sind mittlerweile schon im 5. Tag des neuen Jahres und die entspannte Zeit ist ab morgen wieder vorbei. Das Semester geht weiter und damit der Ernst des Lebens. Bevor es soweit ist, musste ich heute wenigstens eine meiner letzten Chancen ausnutzen, die Stadt in Ruhe zu erkunden. Aus diesem Grund ging es wirklich fr\u00fch auf dem Rad los und in die einzige Richtung, die ich bisher kaum betreten habe. Zu meinem Gl\u00fcck ging es nat\u00fcrlich auch noch richtig sch\u00f6n steil den Berg hoch, aber so hatte ich wenigstens ein gutes Training. Wirklich, wer muss schon joggen gehen, wenn er ein Fahrad besitzt. Zum Ausgleich war die Aussicht aber nicht schlecht. Da stand ich nun, irgendwo in einer der abgelegensten Ecken der Stadt, in die sich offensichtlich, der Blicke der Sch\u00fcler nach zu urteilen, kaum einmal Ausl\u00e4nder verirren und was passiert als erstes &#8211; ich werde erkannt. Frau Omori hat sich aus mir absolut unverst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden nat\u00fcrlich exakt zur gleichen Zeit am gleichen abgelegenen Ort befunden. Wirklich, diese Stadt hat \u00fcber 1 Million Einwohner und ich finde wirklich \u00fcberall jemanden, der mich erkennt. Trotzdem hat sich die Strecke gelohnt, besonders da es \u00fcberall, wo es bergauf geht, auch wieder bergrunter geht. Dementsprechend aufregend war der R\u00fcckweg, wo alle 2 Meter Stra\u00dfenschilder bereit standen, die die Autofahrer an das Bremsen erinnern sollten, da Unfallgefahr ein gro\u00dfes Problem sei.<\/p>\n<p>Egal, wenn ich nicht mal mehr mit meinem Rad durch die Gegend fahren kann, dann gehe ich halt ins B\u00fcro. Es fand sich auch wirklich ein Student, der die selbe Idee hatte und f\u00fcr mich gab es dadurch Arbeit. Ich verstehe ja pers\u00f6nlich, dass man als Germanist \u00e4ltere Texte lesen sollte. Aber kann man nicht wenigstens den Studenten erst einmal richtig Deutsch beibringen, bevor man den Leuten Texte zu lesen gibt, die selbst f\u00fcr mich nur zur H\u00e4lfte zu verstehen sind? Er hatte ein Tagebuch von der Jahrhundertwende, dessen Schreiber offensichtlich ein Hobbyarzt war. Als Hobbyarzt hat er nat\u00fcrlich auch Behandlungsmethoden beschrieben und daf\u00fcr einen Mix aus Franz\u00f6sisch und Latein verwendet. Der Student dachte doch wirklich, ich w\u00fcsste sofort, was dort stehen w\u00fcrde. Als Historiker war aber nat\u00fcrlich sofort mein Interesse geweckt und nach langen Quervergleichen hatten wir die L\u00f6sung des R\u00e4tsels gefunden. Nur das Erkl\u00e4ren war schwerer als gedacht, da er kaum Deutsch verstand. Wirklich, der Text war f\u00fcr jeden Deutschen zu schwer und jemand, der noch nicht mal die Bedeutung der Ma\u00dfeinheit Teel\u00f6ffel wirklich verstand, sollte das mit Sinn \u00fcbersetzen. Manchmal frage ich mich wirklich, was in den K\u00f6pfen einiger Professoren hier vorgeht. Trotzdem konnte ich mich so wirklich n\u00fctzlich machen und hielt eine kleine Einf\u00fchrung in die deutsche Medizingeschichte. Als Dank erhielt ich einige Einblicke in die japanische, soweit er etwas davon wusste. So hat sich der Aufenthalt f\u00fcr uns beide doch schon gelohnt.<\/p>\n<p>Um noch eine andere Problematik nachzureichen: Einige meiner verehrten Leser werden sich eventuell noch an die Problematik mit meinem gewonnen Fleisch erinnern. Da mir niemand besseres einfiel, der es anst\u00e4ndig verarbeiten kann, habe ich es kurzerhand Mayumi unter dem Versprechen geschenkt, dass sie ihre Schwester an dem Essen beteiligt. Gut, Thomas wird entt\u00e4uscht sein, schwor er doch auf die beziehungsschaffende Wirkung des Fleisches, aber so ist es garantiert in guten H\u00e4nden. Es dorthin \u00fcberhaupt erst einmal zu bekommen, hat sich aber als schwieriger herausgestellt, als von mir eingeplant. Eigentlich hatte ich es so bestellt, dass es am 31. hier angeliefert wird. Leider hat der Lieferdienst aber nicht geliefert und ich sollte es nun erst n\u00e4chsten Freitag bekommen. Dann h\u00e4tte ich es noch irgendwie Mayumi \u00fcberreichen m\u00fcssen. Kurzerhand hat Mayumi die letzten Tage versucht, dort anzurufen und die Adresse zu \u00e4ndern. Das war ein logistischer Aufwand sondersgleichen. Sie hatte alle Daten und es stand auch drauf, dass \u00c4nderungen m\u00f6glich sind aber sie haben sich trotzdem erst nach Abgleich von allen Seiten \u00fcberzeugen lassen. Wenigstens bekommt es jetzt wirklich jemand, der etwas damit anfangen kann und ich habe einen Punkt weniger, den ich vor meiner Abreise verschwitzen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind mittlerweile schon im 5. Tag des neuen Jahres und die entspannte Zeit ist ab morgen wieder vorbei. Das Semester geht weiter und damit der Ernst des Lebens. Bevor es soweit ist, musste ich heute wenigstens eine meiner letzten Chancen ausnutzen, die Stadt in Ruhe zu erkunden. 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