{"id":2468,"date":"2010-12-30T23:23:15","date_gmt":"2010-12-30T21:23:15","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2468"},"modified":"2010-12-30T23:23:15","modified_gmt":"2010-12-30T21:23:15","slug":"speisen-wie-die-oberen-zehntausend","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2468","title":{"rendered":"Speisen wie die oberen Zehntausend"},"content":{"rendered":"<p>Da war doch noch was? Genau, vor einer Weile habe ich einen 5.000 Yen Restaurantgutschein beim Lions Club gewonnen! Was soll ich also damit machen? Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte ich auf einen besonderen Anlass warten, aber die Gefahr ist da viel zu gro\u00df, dass er gar nicht mehr zum Einsatz kommt. Da gehe ich doch lieber nach dem Motto ?Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen? vor. Kurzerhand habe ich Victoria, unsere Halb-Amerikanerin, Halb-Chinesin zum Essen eingeladen. Alleine in einem Restaurant zu essen ist mir dann doch etwas zu peinlich und au\u00dferdem musste ich mich eh noch daf\u00fcr bedanken, dass sie mir trotz Zeitmangel bei der Organisation der Hokkaidoexkursion so sehr geholfen hat. So ein Restaurantbesuch bedarf aber einiger Vorbereitungen, besonders dann, wenn es sich um ein Edelrestaurant handelt und zeitgleich am Morgen eine SMS kommt, ob wir uns zu Fu\u00df treffen k\u00f6nnen, mit ihrem Kleid will sie ungern mit dem Rad fahren. Ich war ja bereit, mich gut anzuziehen, das bedurfte jetzt aber spezieller Vorbereitungen.<\/p>\n<p>Das erste Problem stellte mein Hemd dar. Das war zwar gewaschen, aber mit dem B\u00fcgeln stehe ich etwas auf Kriegsfu\u00df. Es ist nicht so, als ob ich das nicht machen w\u00fcrde, aber unser B\u00fcgeleisen funktioniert meist nicht so, wie es soll. Ein Gl\u00fcck, dass in diesem Moment gerade mein koreanischer Mitbewohner Kim die Unit betrat. Kurzerhand wurde er nach den notwendigen Einstellungen am B\u00fcgeleisen gefragt. Nach einer Erkl\u00e4rung, dass ich gleich mit einer jungen Dame essen gehe, wurde mir kurzerhand das Hemd entrissen und er b\u00fcgelte es f\u00fcr mich. Er besorgte sogar noch schnell Kleidungsauffrischer, um das Hemd perfekt vorzubereiten. Wie war das mit dem Spruch, einmal dumm angestellt, reicht f\u00fcrs ganze Leben? Ein Problem beseitigt, bleiben noch zwei andere. Ich habe nat\u00fcrlich kein Sakko hier in Japan, denn sind wir ehrlich: Wie hoch war die Chance, dass ich eines hierzulande gebrauchen kann? Ein wei\u00dfes Hemd und Stoffhose reichen f\u00fcr die meisten Zwecke ja auch. Kurzerhand ging ich alle meine M\u00f6glichkeiten durch. Die Japaner fielen allesamt aufgrund von Gr\u00f6\u00dfenproblemen aus und bei Ausl\u00e4ndern sah es auch nicht gro\u00df anders aus. In diesem Moment kam mir die Erleuchtung in Form von Antii, der ist zwar st\u00e4rker gebaut als ich, aber nur minimal kleiner. Einen Anruf (inklusive Wecken um 15 Uhr) sp\u00e4ter, hatte ich die Zusage, mir eins aussuchen zu d\u00fcrfen, wenn er wirklich wach ist. Es schien wohl eine anstrengende Nacht gewesen zu sein. Jetzt blieb nur noch ein Problem. Die Dame hatte sich doch wirklich \u00fcber uns lustig gemacht, dass wir keine Krawatte besitzen. Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen und kurzerhand wurde eine eingekauft. Leider kommen die Teile immer ungebunden. Was ist das eigentlich f\u00fcr ein Betrug? Ab jetzt kaufe ich nur noch vorgebundene! Zum Gl\u00fcck gibt es aber die Geheimwaffe aller verzweifelten Junggesellen: Google. 45 Minuten und 15 Videoanleitungen sp\u00e4ter hatte ich es wirklich geschafft, die Krawatte war gebunden. Keine Meisterleistung, aber immerhin das Ziel erreicht. Also schnell zu Antii, das etwas zu weite, aber ansonsten gut passende Sakko besorgt, nur um dann festzustellen, dass die dunkelblaue Krawatte nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht dazu passt. Also noch mal shoppen. Gott, ich liebe unsere Kombinis! Bevor ich aber das Haus verlassen konnte, musste ich mich noch eimal von meinem Koreaner begutachten lassen. Der zupfte noch mal kurz den Kragen zurecht und endlich konnte es losgehen. Im Laden wurde noch schnell eine halbwegs vern\u00fcnftig aussehende Krawatte besorgt und der Verk\u00e4ufer gezwungen, mir sie schnell zu binden. Endlich konnte es losgehen.<\/p>\n<p>Im Hotel wurde auch schnell klar, dass unsere Aufmachung nicht verkehrt war. Das Hotel ist nicht umsonst eines der teuersten der Stadt. Zum Essen standen ein Chinese, ein Japaner, ein Franzose und ein Steakrestaurant zur Verf\u00fcgung. Die Wahl fiel auf den Chinesen, der im Verh\u00e4ltnis noch g\u00fcnstig war und gleichzeitig Victoria die Vergleichsm\u00f6glichkeit lies. Eine gute Wahl, bedenkt man, dass beim Franzosen das billigste Men\u00fc bei 150 Euro anfing. Hier waren es wenigstens nur 80 Euro. Wirklich begeistert war das Personal aber nicht, uns zu sehen und mangels fehlender Reservierung h\u00e4tten wir beinahe wieder gehen m\u00fcssen. Es klappte aber doch und wir beschlossen, uns eine bunte Mischung zu bestellen. Von Reis, \u00fcber Haiflossen und Gem\u00fcse war einiges dabei und es war verdammt lecker. Nur schon beim ersten Blick sah man, wie luxuri\u00f6s alles war. Unter normalen Umst\u00e4nden h\u00e4tte ich so ein Restaurant, wo das billigste Teilgericht in der kleinen Portion 20 Euro kostet, wohl nie aufgesucht. Trotzdem war es ein gro\u00dfer Spa\u00df und der Service, wo man vom Koch begr\u00fc\u00dft wird, absolut zuvorkommendes Personal einen bedient und der kostenlose Tee einer der besten Tees war, den ich wohl je getrunken habe, war eine interessante Erfahrung. So unterhielten wir uns, hielten das Personal auf Trab und kamen leicht \u00fcber den Gutscheinwert, aber damit kann ich leben. Da wir schon die Schlie\u00dfzeiten um 45 Minuten ohne Klage des Personals verl\u00e4ngerten beschlossen wir, keinen Nachtisch zu uns zu nehmen, sondern zogen noch mal los und a\u00dfen als wohl bestangezogenste Kunden in einer Cr\u00eapes- und Eisbar noch einen Cr\u00eape. Vorher mussten wir unsere Outfits aber noch auf Zelluloid bannen und fragten dazu auch einen Japaner. Der war sich aber zu fein f\u00fcr so etwas, was man ihm eigentlich auch h\u00e4tte gleich ansehen k\u00f6nnen und so musste sein kleiner Sohn uns fotografieren. Schade, dass der Kleine unsere F\u00fc\u00dfe nicht drauf bekommen hat, aber trotzdem haben wir perfekt in das Etablissement hineingepasst.  Schade eigentlich, dass ich wohl nie soviel Geld verdienen werde, um in solchen Restaurants Stammkunde zu werden. Aber es war eine Erfahrung, die sich sehr gelohnt hat und Victoria hatte wohl auch ihren Spa\u00df. Gut war auch zu wissen, dass ich mich auf meine Freunde verlassen kann. Die Vorbereitungen haben sie perfekt unterst\u00fctzt, auch wenn ich Kim morgen wohl noch mal erkl\u00e4ren muss, dass es kein Date in dem Sinne war. Trotzdem herrlich, wie er um mich besorgt war.<br \/>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-2468 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3820.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3820-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3820-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3820-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3820-300x225.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3820.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3821.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3821-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3821-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3821-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3821-300x225.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3821.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3839.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3839-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3839-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3839-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3839-300x225.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3839.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da war doch noch was? 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