{"id":2406,"date":"2010-12-20T21:58:58","date_gmt":"2010-12-20T19:58:58","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2406"},"modified":"2010-12-20T22:00:06","modified_gmt":"2010-12-20T20:00:06","slug":"reik-vs-reiseburos","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2406","title":{"rendered":"Reik vs. Reiseb\u00fcro"},"content":{"rendered":"<p>Wenn es etwas gibt, das man in einem fremden Land oft machen sollte, ist das Reisen. Leider gibt es zwei nat\u00fcrliche Begrenzungen f\u00fcr dieses Hobby, das Geld und die Zeit. Letztere h\u00e4tte ich mir in den letzten Monaten wohl noch \u00f6fter nehmen k\u00f6nnen und ersteres investieren sollen, aber ohne anst\u00e4ndige Begleitung sind die meisten Reisen leider ziemlich \u00f6de. Nat\u00fcrlich darf man die ganzen Reisen mit meinen Besuchern nicht au\u00dfen vor lassen. Gerade mit denen habe ich viel gesehen und getan. Aber dank des begrenzten Zeitvolumens der Besucher haben sich Reisen, die die japanische Hauptinsel verlassen, nie ergeben. Unter meinen Mitstudenten gibt es aber auch nicht all zu viele Studenten, die den spontanen Reisen zugetan sind und dementsprechend musste ich mich auf die wenigen Male mit Melanie verlassen, wenn ich etwas sehen wollte. Umso mehr \u00e4rgerte mich die Tatsache, dass ich das Zelten in Hokkaido mit ihr im Sommer verpasst habe. Hokkaido ist eines der Ziele, das ich unbedingt noch erreichen will, bevor ich das Land verlasse. <\/p>\n<p>Heute hat sich aber alles ge\u00e4ndert. Im Februar ist in Sapporo auf Hokkaido ein gro\u00dfes Schneeskulpturenfest. Monate vorher ist das ausgebucht und stellt damit einen der kulturellen H\u00f6hepunkte in Sapporo dar. Eigentlich sollte man daf\u00fcr schon 6 Monate vorher buchen, wenn man auch nur halbwegs billig dort hin kommen will. Nun ergab es sich, dass schon vor Wochen der Plan entstand, sich das Festival anzuschauen. Die Planer verga\u00dfen das Ganze aber wieder, bis sie ein gewisser Deutscher daran erinnerte. Da Orsolya aber nun schon in die Heimat geflogen ist und David als Mitverantwortlicher keine Zeit hatte, mussten zwei g\u00e4nzlich uninformierte heute den schweren Gang ins Reiseb\u00fcro antreten, um noch ein Hotel zu finden. Da standen wir also &#8211; Victoria und ich &#8211; ohne nur die geringste Ahnung \u00fcber den aktuellen Fortschritt der Planungen zu haben und nur mit der Information versehen, doch bitte 10 Tickets zu besorgen. Nichts leichter als das. Es ist ja zum Gl\u00fcck nicht so, als ob man im Internet noch all zu viele bezahlbare Doppelzimmer findet, geschweige denn 5 Doppelzimmer. Da eigentlich nur f\u00fcnf Teilnehmer der Reise richtig feststehen und wir es nicht einsahen, wenn im Extremfall niemand sonst mitkommen will, unseren Kopf hin zu halten, k\u00fcrzesten wir kurzerhand die Teilnehmerzahl auf 6. Und selbst diese geringe Anzahl sollte schwierig genug werden. Geschlagene 70 Minuten feilschten wir mit der anwesenden Angestellten \u00fcber die Hotels. Eine unserer Anweisungen besagte zum Beispiel, einen 3-Tage-Aufenthalt zu buchen. Kein Problem, nur schlecht, dass die F\u00e4hre nur alle zwei Tage f\u00e4hrt, was die drei Tage verhinderte. Gleichzeitig war das einzige freie Hotel auch nur f\u00fcr drei Tage frei. Ein verzweifelter Kampf entstand, in dem Tage geschoben, die Reise gek\u00fcrzt und verl\u00e4ngert wurde und im Endeffekt entschieden wurde, noch einen Tag dran zu h\u00e4ngen, da wir ansonsten einen Flug h\u00e4tten nehmen m\u00fcssen, um Sendai wieder zu erreichen. Mir war die Entscheidung auch sehr recht. 3 Tage auf Hokkaido w\u00e4ren mir auch zu wenig gewesen. Auf jeden Fall war es ein Kampf, da nichts wirklich so zusammen passte, wie wir uns das vorstellten. Dazu kam nat\u00fcrlich auch noch die Sprachbarriere, die alles noch ein wenig erschwerte. Victoria, die in Amerika schon Jahre Japanisch gelernt hatte, \u00fcbersetzte und ich traf die meisten Entscheidungen. \u00d6fter will ich solche Aktionen aber wirklich nicht machen. Was sollen wir f\u00fcr 4 andere entscheiden, die sich nie ge\u00e4u\u00dfert haben. Wir haben das ganze Projekt noch nicht mal angesto\u00dfen, aber egal, jetzt wird sich hoffentlich alles ergeben. Dementsprechend geht es in zwei Monaten nach Hokkaido. Endlich, dann fehlt jetzt nur noch Okinawa, wobei mich die Insel nicht so reizt, da es sich eigentlich nur um eine Entspannungsurlaubsinsel handelt. Man kann dort auch im Winter baden, aber daf\u00fcr muss ich nicht unbedingt die teuren Reisekosten tragen. Aber im Endeffekt soll man niemals nie sagen und eventuell ergibt es sich ja doch noch.<\/p>\n<p>Wenn ich nicht gerade Reiseb\u00fcromitarbeiter zur Verzweiflung bringe, tue ich das Ganze nat\u00fcrlich noch bei einer anderen Gruppe von Menschen: meinen Mitstudenten im B\u00fcro. Ich dachte ja, jetzt wo Rieko fertig ist, wird mein Leben einfacher, aber weit gefehlt. Shimizu muss seine Bewerbung f\u00fcr Deutschland fertig stellen und sa\u00df heute den ganzen Tag daran. Dazu verwendete er einen japanischen Text, den er versuchte ins Deutsche zu \u00fcbersetzen. Dazu lie\u00df er ?Professor Google?, wie er es nannte, eine Vor\u00fcbersetzung anfertigen, um dann im Anschluss selbst an die \u00dcbersetzung Hand anzulegen. Wirklich geholfen hat das aber bei weitem nicht. Mit dem Text, den er hatte, w\u00e4re er nicht mal in die erste Auswahl gekommen, aber wozu ist er Tutor von einem Deutschen? Kurzerhand \u00fcberarbeitete ich erst einmal seine Einleitung, um ihn eine Idee zu geben, wie er den Text schreiben muss. \u00dcberarbeiten ist dabei aber eventuell das falsche Wort, neu schreiben trifft es besser. Als ich schon am ersten Satz meckern musste, wurde er gleich kreidebleich und fragte, was an seinem Namen falsch sei. Rein gar nichts, aber ein &#8222;werde ich am DAAD-Trainingssystem teilnehmen&#8220;, kann nur aus dem \u00dcbersetzungsprogramm kommen und kann einfach nicht verwendet werden. Jetzt hat er hoffentlich eine Idee, aber lange genug hat die \u00dcberarbeitung auch gedauert. Das wird mich wohl noch die n\u00e4chsten Tage besch\u00e4ftigen. Auf der anderen Seite war der Tag aber auch ziemlich erfolgreich f\u00fcr mich. Zum einen hat mein Ministollen den Wettkampf gegen einen Stollen, den die deutsche Professorin letzte Woche mitgebracht hat, klar gewonnen und auf der anderen Seite haben wir heute B\u00fccher von einem verstorbenen Professor entsorgt und ich habe mir echte Sch\u00e4tze sichern k\u00f6nnen. Wie ich die nach Deutschland bekomme, ist mir zwar noch nicht ganz klar. Aber ich habe mich auch extra zur\u00fcck gehalten und nicht zu viele genommen, soweit das bei perfekten Quellen um die Jahrhundertwende \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn es etwas gibt, das man in einem fremden Land oft machen sollte, ist das Reisen. Leider gibt es zwei nat\u00fcrliche Begrenzungen f\u00fcr dieses Hobby, das Geld und die Zeit. 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