{"id":2361,"date":"2010-12-13T19:24:56","date_gmt":"2010-12-13T17:24:56","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2361"},"modified":"2010-12-13T19:24:56","modified_gmt":"2010-12-13T17:24:56","slug":"fleisch-als-hochzeitsgrund-wo-muss-ich-unterschreiben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2361","title":{"rendered":"Fleisch als Hochzeitsgrund, wo muss ich unterschreiben?"},"content":{"rendered":"<p>Die Mitte des Monats Dezember n\u00e4hert sich unweigerlich, f\u00fcr den armen Studenten bedeutet dies gleich einen mehrfachen Einschnitt. Der offensichtlichste ist nat\u00fcrlich, dass das Wetter unweigerlich schlechter wird. 5 Grad Celsius und Dauerregen sind unsch\u00f6ne Bedingungen, um zur Uni zu fahren. Bei n\u00e4herer Betrachtung ist aber im Endeffekt alles besser, als das Wetter in Deutschland momentan. Der andere Punkt, liegt in der Tatsache versteckt, dass Weihnachten vor der T\u00fcr steht und damit viele der Studenten aus Sendai verschwinden. Schon jetzt, mehr als eine Woche vorher, hat sich die Anzahl der Studenten schon merklich gelichtet und es wird immer schlimmer. Prominentestes Opfer ist Orsolya, die heute den Heimweg angetreten hat. Nat\u00fcrlich gibt es einen Ort, den man vor einer Heimfahrt unbedingt besuchen muss: das MafuMafu. Thomas h\u00e4tte es ihr nicht verziehen, wenn sie vergessen h\u00e4tte, auf Wiedersehen zu sagen. Aber auch ansonsten war der Besuch sehr lohnend. Nicht nur, dass es kostenloses Essen gab, da uns einige uns unbekannte Japanerinnen einluden, ich erfuhr auch einige Neuigkeiten. Die f\u00fcr mich interessanteste war zweifellos die Information, die Thomas \u00fcber mein gewonnenes Fleisch eingeholt hat. Wie es aussieht, handelt es sich um eine Art Rindfleisch mit viel Fett durchzogen, was beim Kochen absolut weich wird. Europ\u00e4ern soll es wohl \u00fcberhaupt nicht schmecken. An den leuchtenden Augen der sich an unserem Tisch befindlichen Japanerinnen konnte man etwas anderes ablesen. Um es mit Thomas Worten auszudr\u00fccken: Wenn ich das Fleisch einer Japanerin schenke, sollte es eine sein, an der ich Interesse habe, denn sie wird mich daf\u00fcr heiraten oder wenigstens mit mir daf\u00fcr ins Bett springen. Also ist es keine gute Idee, es Mayumi zu \u00fcberlassen, aber vielleicht hat ja ihre j\u00fcngere Schwester Interesse?. Nein, aber ich bin auf jeden Fall froh, dass er mich gewarnt hat. Seinen Aussagen zufolge soll das Fleisch wohl einen Gegenwert von etwa 300 bis 400 Euro haben. Nichts also, was ich meinen Mitstudenten auftischen w\u00fcrde und sollte, geschweige denn, dass ich es eh nicht zubereiten k\u00f6nnte, wie es das verdient. Aber auch ansonsten war es ein sehr lustiger Abend. Nur Laura hat mich entt\u00e4uscht. Thomas versucht in letzter Zeit alles, um mich zu verkuppeln. Ich h\u00e4tte ihn vermutlich nicht mit meinem Vater zu lange allein lassen sollen. Sein  heutiger Versuch betraf Laura. Sie wollte ein Glas Wasser und wollte wissen, wie teuer es ist. Thomas Aussage, ein Kuss f\u00fcr Reik, war ihr dann leider zu teuer. Egal, einen Versuch war es wert.<\/p>\n<p>Ansonsten verbrachte ich heute meine Zeit haupts\u00e4chlich mit im Regen baden gehen und mit Japanern \u00fcber Forschungsregeln diskutieren. Ich helfe ihnen ja gerne beim Berichtigen ihrer Arbeiten, aber wissenschaftliches Arbeiten ist ihnen wohl wirklich ein Graus und macht die Sache f\u00fcr mich sehr anstrengend. Man sollte meinen, ein Magisterstudent ist in der Lage, Fu\u00dfnoten anst\u00e4ndig zu setzen, aber weit gefehlt. Niemand im B\u00fcro hat auch nur die geringste Ahnung, wie Fu\u00dfnoten nun nach Standard der Tohoku-Universit\u00e4t auszusehen haben. Um ein Beispiel daf\u00fcr anzugeben, hatten Rieko und ich eine l\u00e4ngere Diskussion \u00fcber die Angabe von Internetquellen. Dass eine einfache Angabe der Internetseite nicht reicht, war ihr vollkommen unbekannt und eine Endliteraturangabe hatte sie auch nicht vor zu schreiben. Gut, mein Problem ist es nicht, aber ich wei\u00df nicht, wie die deutsche Professorin dar\u00fcber denkt. Leider konnte uns nicht mal mein zweiter Betreuer in dieser Frage weiterhelfen und ihr Hauptprofessor befindet sich gerade nicht in der Uni. Perfekt also, um in drei Tagen die Arbeit abzugeben. Ich mag mich zwar gerne \u00fcber die vielen Hausarbeiten in G\u00f6ttingen aufregen, aber gelernt haben wir daf\u00fcr wenigstens was. Ich glaube, selbst die schlechteste Bachelorarbeit bei uns in G\u00f6ttingen, die eine Note erhalten hat, k\u00f6nnte sich mit den meisten hier erstellten Arbeiten messen. Kein Wunder also, dass G\u00f6ttingen im Times-Ranking weit vor der Tohoku liegt. Wir sind zwar in allen Belangen schlechter als die Tohoku, aber G\u00f6ttingen hat weit mehr Publikationen. Vermutlich br\u00e4uchte man eine Mischung aus beiden Universit\u00e4tssystemen, um die perfekte Universit\u00e4t zu erzeugen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Mitte des Monats Dezember n\u00e4hert sich unweigerlich, f\u00fcr den armen Studenten bedeutet dies gleich einen mehrfachen Einschnitt. Der offensichtlichste ist nat\u00fcrlich, dass das Wetter unweigerlich schlechter wird. 5 Grad Celsius und Dauerregen sind unsch\u00f6ne Bedingungen, um zur Uni zu fahren. 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