{"id":2355,"date":"2010-12-12T20:55:44","date_gmt":"2010-12-12T18:55:44","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2355"},"modified":"2010-12-12T20:55:44","modified_gmt":"2010-12-12T18:55:44","slug":"von-weihnachtsvorfreude-und-veganern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2355","title":{"rendered":"Von Weihnachtsvorfreude und Veganern"},"content":{"rendered":"<p>10.000 Kilometer und immer noch die ewig gleichen Weihnachtslieder, man kann ihnen einfach nicht entkommen. Angeblich feiern wir in Japan ja Weihnachten nicht, die Vorweihnachtszeit ver\u00e4ndert diese Behauptung aber kaum. Zwar fehlen Sachen wie Pl\u00e4tzchen, Gl\u00fchwein und Stollen, in anderen Bereichen sind uns die Japaner aber weit voraus &#8211; in der Dekoration. Alex lebt jetzt mittlerweile schon fast zwei Monate in Sendai, hat aber noch kaum etwas von der Innenstadt gesehen, wenn ihn nicht durch Zufall jemand mitgeschleppt hat. Dieser Zustand konnte nat\u00fcrlich nicht anhalten und dementsprechend schleifte ich ihn heute raus in die Stadt und zeigte ihm die wichtigsten Gesch\u00e4fte. In der Vorweihnachtszeit ist dieses Vorgehen eine wahrlich schlechte Idee. Zum einen sind die Stra\u00dfen und Gesch\u00e4fte an einem Sonntag nat\u00fcrlich hilflos von Menschen \u00fcberrannt, zum anderen sind die Gesch\u00e4fte komplett auf Weihnachten geeicht. Wenigstens habe ich jetzt verstanden, wo Frau Schemetowa ihre immer gleichen zwei Weihnachtslieder her hatte, die sie uns immer im Musikunterricht hat singen lassen: sie hatte eine japanische CD. Wenn man in zehn Gesch\u00e4ften den Song ?Last Christmas? h\u00f6rt, zweifelt man schon einmal kurz an der Musikauswahl eines Landes.<\/p>\n<p>Trotz allem schafften wir es, einige L\u00e4den zu besuchen und Alex konnte sogar einige Weihnachtsgeschenke f\u00fcr die Familie ausfindig machen. In dem Moment meldete sich Orsolya bei mir. Sie war ebenfalls in der Stadt und wir beschlossen, gemeinsam los zu ziehen. Ein weise Entscheidung, wie uns kurze Zeit sp\u00e4ter auffiel. Ohne dass jemand von uns etwas davon wusste, hatte Laura heute Geburtstag. Die gute Frage ist, was bitte schenken? So ging die Sucherei los. Relativ schnell wurde klar, dass das beste Mittel noch ein Kuchen sein wird. Leichter gesagt als getan, denn der Kuchen hat in Japan eine andere Bedeutung als in Deutschland. Nur ein paar kleine B\u00e4ckereien verkaufen ihn und dann zu absolut \u00fcberzogenen Preisen. In der Weihnachtszeit wird das Ganze aber noch viel schlimmer. Weihnachten wird an sich ja kaum gefeiert und wenn, dann wird es als Fest der Verliebten angesehen. Ein traditionelles Essen gibt es dann aber doch sogar hierzulande. Da das Fest hierzulande sehr von den amerikanischen Filmen gepr\u00e4gt ist, isst man am 24.12. ebenfalls eine Kleinigkeit gemeinsam. Fleisch ist f\u00fcr solche Gelegenheit aber viel zu teuer, also haben die Japaner ihre eigene Tradition erfunden: den Weihnachtskuchen. Das ist normaler Kuchen, einfach nur mit Sahne \u00fcberzogen und in den Farben rot und wei\u00df versehen. Er wird \u00fcberall angeboten. An sich ist das ja eine sch\u00f6ne Sache, wenn die normalen Kuchenpreise von etwa 10 Euro f\u00fcr einen derartigen Kuchen dann nicht gleich mal auf das drei- bis vierfache angehoben werden w\u00fcrden. Vierzig Euro f\u00fcr einen Kuchen, der ohne Weihnachten eventuell 10 kosten w\u00fcrde, ist schon ziemlich hart, geschweige denn, dass der Durchmesser maximal 10 cm umfasst. Um nicht zu zeigen, dass man die Preise so hoch angehoben hat, wird in den meisten B\u00e4ckereien im Dezember kurzerhand der normale Kuchen aus dem Regal entfernt und dementsprechend war f\u00fcr uns heute Suchen angesagt. Nach einiger Zeit konnten wir dies zwar erfolgreich beenden, Weihnachtskuchen kann ich trotzdem erst mal nicht mehr sehen.<\/p>\n<p>Nach der nervigen Suche hie\u00df es essen fassen. Mit einem Veganer in der Gruppe ist das in Japan ein absolut leichtes Unterfangen &#8211; oder auch nicht. Schon das Wort Vegetarier schreckt viele Restaurants ab, so dass sie bitten, doch ein anderes aufzusuchen, bei Veganer war es noch schlimmer. Bis wir ein Restaurant gefunden hatten, das Udon ohne Fischbr\u00fche herstellt, verging schon eine Zeit. Veganer k\u00f6nnte ich aber wirklich nicht werden. Nicht nur, dass ich Eier und Milch liebe, aber bei normalen Gebrauchsgegenst\u00e4nden k\u00f6nnte ich nie auf einen veganen Zustand achten. Unter anderem kaufte Alex einen Pinsel nicht, da er mit Tierhaaaren versehen war und damit nicht nutzbar. Ich respektiere da zwar seine Meinung, so einen Aufwand k\u00f6nnte ich f\u00fcr so etwas aber nie betreiben. Anschlie\u00dfend ging es noch einmal \u00fcber den Peagant of Light &#8211; es war wieder genau so beeindruckend wie gestern. Zum Abschluss wollte Orsolya unbedingt noch eine Revanche f\u00fcr ihre Niederlage gestern, die (wie erwartet) in einer erneuten Niederlage endete. Es war ein lustiger Tag in der Stadt, auch wenn das Veganerleben uns den Tag ungemein erschwert hat. Laura h\u00e4tte ich zwar gerne etwas anderes als Kuchen geschenkt, sie war aber \u00fcberrascht genug, dass wir \u00fcberhaupt von ihrem Geburtstag wussten. Wer k\u00f6nnte den verraten haben? Ich meine, es ist ja nicht so, als ob ich bei so etwas immer bestens informiert w\u00e4re.<br \/>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-2355 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3582.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3582-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3582-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3582-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3582-300x225.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3582.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3586.jpg'><img width=\"84\" height=\"113\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3586-84x113.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3586-84x113.jpg 84w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3586-112x150.jpg 112w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3586-168x225.jpg 168w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/imgp3586.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 84px) 100vw, 84px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10.000 Kilometer und immer noch die ewig gleichen Weihnachtslieder, man kann ihnen einfach nicht entkommen. 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