{"id":2179,"date":"2010-11-22T23:18:23","date_gmt":"2010-11-22T21:18:23","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2179"},"modified":"2010-11-22T23:18:23","modified_gmt":"2010-11-22T21:18:23","slug":"wer-braucht-gift-wenn-er-schokolade-hat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2179","title":{"rendered":"Wer braucht Gift, wenn er Schokolade hat?"},"content":{"rendered":"<p>Japaner haben eindeutig einen seltsamen Geschmack. Gut, dass sie Lakritze nicht gerne essen, kann ich ja noch verkraften, da geht es einem Gro\u00dfteil der Europ\u00e4er wohl auch nicht anders. Aber bei Schokolade so kritisch zu sein, h\u00e4tte ich ihnen dann doch nicht zugetraut. Man erinnere sich: Kurze Zeit nach meiner Ankunft belehrten mich meine Mitstudenten \u00fcber den Unterschied zwischen japanischer und deutscher Schokolade. Laut ihrer Ansicht w\u00fcrde deutsche Schokolade viel s\u00fc\u00dfer sein als japanische und damit auch viel zu s\u00fc\u00df. Diese Aussage konnte ich schon damals nicht nachvollziehen, da japanische Lebensmittel oft nur so vor Zucker strotzen. Das Gegenteil konnte ich ihnen aber damals noch nicht beweisen. Nach der gener\u00f6sen Lieferung meiner Eltern, bin ich nun aber im Besitz von Bitterschokolade in verschiedenen Ausf\u00fchrungen. Die 75prozentige legte ich meinem B\u00fcro bekanntlicherweise letzte Woche schon vor und wirkliche Fans konnte sie nicht gewinnen. Kein Problem, ich habe ja noch ein paar Ideen. Dementsprechend servierte ich heute den Japanern 66prozentige Bitterschokolade mit Chili. Was soll ich sagen? Niemand wird wohl noch jemals behaupten, japanische Schokolade w\u00e4re nicht so s\u00fc\u00df wie deutsche. Schon die Tatsache, dass die Schokolade nicht s\u00fc\u00df, war verschreckte die Leute. Als dann aber noch die Sch\u00e4rfe dazu kam, war es ganz aus mit ihnen. Tapfer a\u00dfen sie die St\u00fccken auf, aber ob sie in Zukunft noch etwas von mir annehmen, ist nach den Gesichtsausdr\u00fccken ziemlich fraglich. Einer meiner Kommilitoninnen musste ich sogar einen Apfel opfern, weil ihr die Schokolade viel zu scharf war. Trotzdem gab es immerhin 2 von 8 Testern, die die Schokolade mochten. Die deutschlanderfahrene Rieko mochte sie und Shimizu isst zum Gl\u00fcck eh alles, was ich ihm vorsetze. <\/p>\n<p>Nachdem ich mein B\u00fcro vergiftet hatte, konnte es ja endlich mit dem Studium weiter gehen. Aber heute ging es nicht so lange, denn ich war mit meinem Kumpel Tetsu verabredet. Da ich zu seinem Geburtstag besch\u00e4ftigt war, hatten wir uns f\u00fcr heute im MafuMafu verabredet und wie immer wurde es ein sehr lustiger Abend. David, ein Schwede, der 95 Prozent des gesprochenen Deutsch versteht, aber nicht selber sprechen kann, gesellte sich noch zu der illustren Runde und so verbrachte man irgendwie den ersten Teil des Abends.  So wurde erst einmal der Silvesterabend geplant. Eigentlich ist Silvester ein ruhiges Fest, was man hierzulande mit der Familie feiert. Aber irgendwie ist Thomas der \u00dcberzeugung verfallen, dass wir anstelle dessen auch einfach eine Feuerzangenbowlen-Party veranstalten k\u00f6nnen. Das MafuMafu k\u00f6nnen wir als Standort ebenfalls nutzen, jetzt m\u00fcssen nur noch die letzten Details gekl\u00e4rt werden. Nach einer Weile kam dann auf einmal eine andere Gruppe, bestehend aus einem Schweizer, einem Bayern, einem Brasilianer und einem Japaner ins Lokal. Ich muss sagen, ich bin ja gewohnt, dass ich bekannt bin, aber die Begr\u00fc\u00dfung des Schweizers hat mich dann doch etwas aus den Socken gehauen. Als er mitbekam, dass ich aus Deutschland stamme, meinte er nur so: ?Du bist dann wohl Reik?. Das war mal eine neue Begr\u00fc\u00dfung. Dass ich bekannt bin, ist klar, aber das h\u00e4tte ich dann doch nicht erwartet. Ob das gut oder schlecht ist, dass er schon von mir geh\u00f6rt hat, konnte er dann auch nicht beantworten. Er meinte aber, dass er bis dato nur Gutes geh\u00f6rt hat. Die Frage ist dann aber wirklich, wer hier in meiner Abwesenheit von mir erz\u00e4hlt. Gut, Yosuke ist einer der Kandidaten, die in Frage kommen. Der Koch des MafuMafu ist einer meiner Lieblingsgespr\u00e4chspartner dort und als letztes Wochenende David mal alleine dort hingegangen ist, war die erste Nachfrage, ob ich denn auch noch komme. Trotzdem, die beiden ?Deutschsprachigen? waren ziemlich sympathisch. Aber seien wir ehrlich, wer den 1. FC Magdeburg als Bayer kennt, kann nur sympathisch sein. Kurze Zeit sp\u00e4ter kamen dann auch noch Yuka und Alex und die gro\u00dfe deutschsprachige Runde war komplett. Yuka ist immerhin die Japanerin, die von allen Japanern, die ich kenne, am besten Deutsch sprechen kann. So wurde der Abend zwar wieder einmal sp\u00e4ter als gedacht, aber wenigstens war es in der gro\u00dfen Runde doch ziemlich lustig. Einige andere G\u00e4ste fanden uns alle so interessant, dass sie sich einfach noch zu uns setzten. Die Frage, die bleibt, ist aber wirklich: Bin ich wirklich so bekannt, dass die Deutschsprachigen in Sendai automatisch von mir h\u00f6ren?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Japaner haben eindeutig einen seltsamen Geschmack. Gut, dass sie Lakritze nicht gerne essen, kann ich ja noch verkraften, da geht es einem Gro\u00dfteil der Europ\u00e4er wohl auch nicht anders. Aber bei Schokolade so kritisch zu sein, h\u00e4tte ich ihnen dann doch nicht zugetraut. 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