{"id":2172,"date":"2010-11-21T19:49:01","date_gmt":"2010-11-21T17:49:01","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2172"},"modified":"2010-11-21T19:49:01","modified_gmt":"2010-11-21T17:49:01","slug":"weihnachtsvorfreuden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2172","title":{"rendered":"Weihnachtsvorfreuden?"},"content":{"rendered":"<p>Wir schreiben das Jahr 1986 &#8211; ein Jahr der schrecklichen Katastrophen. Tschernobyl stellt das schrecklichste Atomungl\u00fcck seit Hiroshima und Nagasaki dar, die Challenger bricht auseinander, angehende Blogschreiber erblicken das Licht der Welt und der FCM erreicht nur Platz vier in der Liga. Im beschaulichen Sendai im fernen Japan hat man sich zu dieser Zeit mit ganz anderen Sorgen herumzuschlagen. Es ist Dezember und die B\u00e4ume verlieren ihre Bl\u00e4tter, die Stra\u00dfen sind grau und die Stimmung in der Stadt ist auf einem Tiefpunkt. Was soll man also machen? Einige Einwohner der Stadt entschieden, das Problem auf ihre Art zu l\u00f6sen und bildeten eine Freiwilligengruppe. Man entschied, die Stra\u00dfen lebhafter zu gestalten, indem man B\u00e4ume schm\u00fcckt und beleuchtet. \u00dcberall in der Stadt erstrahlten einzelne B\u00e4ume und in kurzer Zeit gewann diese Idee immer mehr Anh\u00e4nger. Aus der Freiwilligengruppe wurde eine ganze Bewegung, der sich schnell die ganze Stadt anschloss. Der Festzug des Sternenlichtes, Sendai Pageant of Starlight, entstand. Bis heute hat diese Tradition nicht an Bedeutung verloren und die Stadt Sendai und ihre Bewohner geben Millionen aus, um die Stadt zu gestalten. Durch diese Bem\u00fchungen ist das Festival ein H\u00f6hepunkt der Weihnachtszeit in Japan geworden und immer mehr Japaner pilgern nach Sendai, um das Schauspiel zu betrachten. Nat\u00fcrlich gelingt es nicht, die ganze Stadt innerhalb eines Tages in den gew\u00fcnschten Zustand zu versetzen und deshalb wird schon seit Tagen nachts in der Stadt gearbeitet und der Schmuck befestigt. Heute war es dann so weit und der erste Teil der Stadt konnte erstrahlen. In dunkelblau erstrahlt so Ichibancho, die Haupteinkaufsstra\u00dfe Sendais und l\u00e4dt zum verweilen ein. Auch die Gesch\u00e4fte lassen sich nicht lumpen und beteiligen sich eifrig an den Vorbereitungen. So hat Fujizaki, das gr\u00f6\u00dfte und teuerste Kaufhaus der Stadt, kurzerhand den Haupteingang verschlossen und hinter den Schiebet\u00fcren eine Lichtshow aufgebaut. Richtig losgehen wird das Festival zwar erst am 12. Dezember, aber schon jetzt bekommt man (nicht unbedingt zu meiner Freude) schon ein starkes Gef\u00fchl der Weihnachtszeit. Das Wetter passt zwar \u00fcberhaupt nicht zu Weihnachten, aber was will man machen.<\/p>\n<p>Als alter Weihnachtsmuffel war das Erkunden der Innenstadt deshalb auch eine reine Qual. Aber was will man machen, wenn man noch einige Besorgungen erledigen muss, eh die neue Woche anf\u00e4ngt. Ich habe absolut nichts gegen das Weihnachtsfest, aber derartig \u00fcbertreiben im November muss man es doch wahrlich nicht, besonders wenn man das Fest an sich eigentlich nicht feiert. Wenigstens sieht die blaue Beleuchtung von Ichibancho ziemlich gut aus, besonders im Mix mit dem sonst verarbeiteten wei\u00df. Aber auf die teilweise abgespielte Musik h\u00e4tte ich gerne verzichten k\u00f6nnen. Auf dem Weg zum n\u00e4chsten Laden auf meiner Liste stolperte ich dann per Zufall \u00fcber meinen alten Kumpel Tetsu. Tetsu, der eine Weile in Deutschland gelebt hat und beachtlich unsere Sprache beherrscht, berichtete mir gleich, dass er am Dienstag eine Deutscharbeit zu schreiben hat, die viel zu hart ist. Kein Problem, kurzerhand zogen wir uns in ein Cafe zur\u00fcck und ich spielte f\u00fcr zwei Stunden den Deutschlehrer. Es ist schon seltsam, dass Japaner f\u00fcr so etwas nur auswendig lernen. Wie bei dem Toefel Test, dem gro\u00dfen Englischtest, gibt es vorgefertigte B\u00fccher mit allen Fragen, die bei dem Test vorkommen k\u00f6nnen. Japaner lernen diese Sachen einfach auswendig und bestehen dann die Tests. Kein Wunder, dass sie sprachlich dann trotzdem noch ziemlich schwach auf der Brust sind. Aus diesem Grund versuchte ich alles, um Tetsu die L\u00f6sungen verst\u00e4ndlich zu machen, so dass er die Zusammenh\u00e4nge versteht. Gar keine leichte Aufgabe, denn die Japaner geben den Studenten wirklich fragw\u00fcrdige Texte an die Hand. Ich w\u00fcsste nicht, wozu ein Japaner wirklich die Lebensgeschichte der Chanel Gr\u00fcnderin lesen und verstehen k\u00f6nnen muss. Sobald es anfing, um die Behandlung von Schnitten und Modestilen zu gehen, schwamm ich selber ziemlich, denn welcher normale Mensch verwendet schon die ganzen Fachbegriffe. Von den Testteilnehmern wird so etwas aber erwartet. Hoffentlich hilft meine Vorbereitung ihm ein wenig, um durch den Test zu kommen. Anschlie\u00dfend ging es noch etwas weiter durch die Stadt, wobei ein Buchladen mich besonders am\u00fcsierte. Normalerweise nimmt dieser Bock Off f\u00fcr jedes englischsprachige Geschichtsbuch wenigstens 5 Euro, egal wie d\u00fcnn oder in was f\u00fcr einem schlechten Zustand es ist. Ein Buch im besten Zustand \u00fcber die japanischen Kriegsverbrechen in China dagegen, wurde als einziges f\u00fcr einen Euro rausgeworfen. Wer will so etwas in Japan schon lesen? Ich nat\u00fcrlich und schon wechselte es den Besitzer. Im Bock Off sp\u00fcrte mich dann auch Orsolya auf, die gerade Gro\u00dfeinkauf f\u00fcr den Winterheimflug machte. Viele ihrer Freunde wollen irgendwelche Mangas haben, so dass sie diesen Gro\u00dfeinkauf machen mussten. Allgemein ist es \u00fcberraschend, wie viele Leute eigentlich mal schnell nach Hause fliegen, selbst wenn sie dann nur noch vier Monate hier sind. Es werden wohl etwa \u00be der ausl\u00e4ndischen Studenten Weihnachten und Silvester in der Heimat verbringen und es wird hier ziemlich ruhig werden. Das ist aber nicht mein Problem, da wir zur\u00fcckbleibenden uns schon gut besch\u00e4ftigen werden und ich eventuell auch im Winter noch einmal eine Kurzreise durch Japan antreten m\u00f6chte. Ob das was wird, muss ich aber noch einmal sehen. Wenigstens musste ich so nicht alleine nach Hause gehen und wir machten uns gemeinsam auf den R\u00fcckweg.<br \/>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-2172 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/imgp3297-klein.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/imgp3297-klein-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" aria-describedby=\"gallery-1-2174\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/imgp3297-klein-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/imgp3297-klein-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/imgp3297-klein-300x225.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/imgp3297-klein.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-2174'>\n\t\t\t\tIchibancho\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/imgp3298-klein.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/imgp3298-klein-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/imgp3298-klein-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/imgp3298-klein-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/imgp3298-klein-300x225.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/imgp3298-klein.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir schreiben das Jahr 1986 &#8211; ein Jahr der schrecklichen Katastrophen. 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