{"id":2019,"date":"2010-11-06T02:27:06","date_gmt":"2010-11-06T00:27:06","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=2019"},"modified":"2010-11-06T16:25:58","modified_gmt":"2010-11-06T14:25:58","slug":"kyoto-im-schnelldurchlauf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=2019","title":{"rendered":"Kyoto im Schnelldurchlauf"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt Sachen, die sollte man einfach nicht machen, eine davon ist eindeutig Kyoto in einem Tag zu besuchen. Was l\u00e4ge also n\u00e4her, als eben genau das zu unternehmen? Da wir morgen noch eine Reise in eine andere Stadt unternehmen wollen, blieb nur ein Tag \u00fcbrig, um Kyoto zu besuchen. Wie soll das an einem Tag klappen ist die Frage. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Mit Dennis hat es doch schlie\u00dflich auch so fast geklappt. Unter diesem Motto ging es heute fr\u00fch, bewaffnet mit einem 24-Stunden-Busticket los, die Stadt zu erkunden. Unser Reiseleiter, also ich, ging mit eisernem Tempo und viel Hetzerei voran und die anderen mussten folgen. Unser erster Weg f\u00fchrte uns in den Norden. Ein alter Zentempel wartete auf seine Besichtigung. Dort existierten ein gro\u00dfer Park und ein Zen-Garten. Zen-G\u00e4rten sind Kiesg\u00e4rten, die nicht aus Pflanzen bestehen, sondern mit Kies besondere Muster bilden, die die Energie des Geistes flie\u00dfen lassen sollen. Als nicht Spiritueller mutet das etwas seltsam an, aber wenn man daran glaubt, wieso nicht?<\/p>\n<p>Weiter ging die Reise zum nahe gelegenen Goldenen Pavillon. Ein Pavillon an einem See, der mit Gold best\u00fcckt ist. Ein beeindruckender Anblick den jeder versuchte, irgendwie auf Zelluloid, beziehungsweise die Speicherkarte zu bannen. Dementsprechend war aber auch der Tempel, da man kaum voran kam, ohne \u00fcber einen Japaner zu stolpern. Neben dem Goldenen Pavillon besitzt Kyoto auch noch einen Silbernen Tempel, den wir nat\u00fcrlich auch besichtigen mussten. Silbern ist der zwar nicht, aber der anschlie\u00dfende Park ist sehr sch\u00f6n und immer einer Reise wert. Der Erbauer wollte eigentlich den Pavillon zu Ehren seines Gro\u00dfvaters, dem Erbauer des Goldenen Pavillons, versilbern lassen. Leider verlor er zu dieser Zeit einige Kriege und verf\u00fcgte \u00fcber keine Finanzmittel mehr, um die Versilberung ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen, so blieb es nur bei dem Namen. Weiter ging es durch einen Tempelkomplex, der gleichzeitig die letzten Reste des alten Kyotos beinhaltete. Dort konnte f\u00fcr wirklich alles gebetet werden, so war zum Beispiel ein Tempel f\u00fcr Liebesdinge zust\u00e4ndig. Interessanter waren aber die Seitengassen. Zwar waren diese mit Souvenirgesch\u00e4ften und Restaurants \u00fcberfrachtet, doch stellten die Geb\u00e4ude wenigstens die wirklich alten Geb\u00e4ude Kyotos dar. Eigentlich waren alle Geb\u00e4ude aus Holz und lagen an schmalen Gassen, so etwas findet man heute nur noch in diesem Gebiet. Was man auch nur noch heute dort findet, sind Geishas. Diese Damen sind nach alten Sch\u00f6nheitsidealen gekleidet und heutzutage nur noch sehr selten zu finden. Sie tragen sehr hohe Schuhe, lange Kimonos und komplett wei\u00df gef\u00e4rbte Gesichter. Ausgebildet sind sie in jeder Form der Unterhaltung und ein Gesch\u00e4ftsessen mit Geishaunterhaltung stellt das teuerste dar, was man seinem Gesch\u00e4ftspartner bieten kann. Wir hatten heute das Gl\u00fcck, gleich mehrere von ihnen in ihrem f\u00fcr Europ\u00e4er seltsamen Auftreten zu treffen.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend ging es noch auf einen Bergtempel auf Stelzen. Hier bewies der Buddhismus wieder einmal, wie viel Gesch\u00e4ftst\u00fcchtiger er doch ist, als die Kirche. Das einzige was die Kirche zu bieten hat f\u00fcr Spenden sind Abl\u00e4sse und die Reduzierung der Leiden nach dem Tod. Die Buddhisten haben da ein effektiveres System. Sie verkaufen Talism\u00e4nner, die bei aktuellen Situationen helfen, nach einem Jahr aber wirkungslos sind. Egal ob sichere Geburt, Gl\u00fcck, Geld oder wirtschaftlichen Erfolg, alles wird feilgeboten. Man soll gar nicht glauben, was f\u00fcr ein Umsatz mit diesen Talism\u00e4nnern gemacht wird. Minutlich gingen welche \u00fcber den Ladentisch. Auch muss man vor dem Beten etwas Geld f\u00fcr die G\u00f6tter spenden, wirklich finanziell schlecht gehen kann es den Tempeln nicht. Aber auch ansonsten lohnte sich der Tempel. Der Ausblick auf die Stadt war sehr sch\u00f6n und man kann sich als Insider die Position anschauen, wo Jean Reno im Film Wasabi stand. Nat\u00fcrlich konnte das nicht reichen und neben einigen Tempeln auf dem Weg ging es dann noch einmal schnell in den S\u00fcden der Stadt. In einem den Ernteg\u00f6ttern gestiftetem Tempel haben Sakeproduzenten und -verk\u00e4ufer seit Jahrhunderten kleine rote Tore gespendet, um die G\u00f6tter zu erfreuen. Da diese Tore nat\u00fcrlich auch aufgestellt werden m\u00fcssen, gibt es an diesem Tempel mittlerweile \u00fcber 2.600 Tore, die ein lang gestrecktes Gangsystem \u00fcber den naheliegenden Berg erzeugen, das wir zum Abschluss beschritten. Eine gr\u00f6\u00dfere Wanderstrecke stand also noch einmal an. Ersch\u00f6pft entschieden wir, das letzte Teilst\u00fcck nur noch mit dem Bus zu absolvieren und erreichten die gr\u00f6\u00dfte Pagode Japans leider kurz nach der Schlie\u00dfzeit. Trotzdem war sie herrlich beleuchtet und war schon etwas Besonderes. Danach reichte es aber auch mit Tempeln, Schreinen und Parks und wir gingen nur noch kurz essen.<\/p>\n<p>Gelohnt hat sich es auf jeden Fall, den Aufwand zu betreiben. Wie wenig berauschend die Stadt auch an sich ist, die Tempel sind zu Recht Teil des Weltkulturerbes. Trotzdem sollte man sich wirklich mehr als einen Tag f\u00fcr diese Stadt nehmen. Trotzdem, irgendwie haben wir alles gesehen, was wir sehen wollten und mein Vater wird noch Pagodenliebhaber. Diese bis zu f\u00fcnfd\u00e4chrigen Geb\u00e4ude haben es ihm besonders angetan. Aber auch ansonsten waren beide wohl begeistert von den Bauten. Nur ich w\u00fcnschte, es w\u00e4re nicht Kyoto. Viel zu viele Touristen waren unterwegs und machten das Vorankommen sehr schwierig. Nebenbei kamen in einem Gebiet auf einmal auch Sch\u00fclerinnen auf mich zu und wollten spontan einfach mal ein Foto mit dem gro\u00dfem Ausl\u00e4nder. Wenn ich zur\u00fcck in Deutschland bin, wird hier in Japan mein Bild wohl fast \u00fcberall verteilt sein. Ich bin gespannt.<br \/>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-2019 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/05tempel.jpg'><img width=\"150\" height=\"99\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/05tempel-150x99.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" 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