{"id":1715,"date":"2010-10-03T21:07:30","date_gmt":"2010-10-03T19:07:30","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=1715"},"modified":"2010-10-03T21:07:30","modified_gmt":"2010-10-03T19:07:30","slug":"ich-bin-vegetarier-lass-mich-gulasch-kochen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=1715","title":{"rendered":"Ich bin Vegetarier, lass mich Gulasch kochen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Da denkt man, man hat einen ruhigen Abend und dann kommt Orsolya und st\u00f6rt die Ruhe. Zu Zeiten, wo das Oktoberfest gerade vonstatten ging, war die junge Dame sehr beeindruckt von der Idee, selber mal einen Stand bei einem Fest aufzumachen. Das Fest war auch schnell gefunden. Am 24. Oktober findet hier am Wohnheim ein Internationales Essensfest statt. Leider gibt es dabei nur ein klitzekleines Problem, es bedeutet viel Arbeit. Es hatte schon einen guten Grund, warum ich fr\u00fchzeitig meine Mitarbeit verweigert habe. Das Fest wird von den verschiedenen Ausl\u00e4ndergruppen Sendais organisiert und liefert Essen aus allen bekannten L\u00e4ndern. Aus diesem Grund wurden wir Ausl\u00e4nder aufgerufen, doch auch einen Stand f\u00fcr unser Land zu er\u00f6ffnen. F\u00fcr Deutschland w\u00e4re das wohl ohne weiteres gegangen, W\u00fcrstchen kann man immer auf den Grill legen, auch wenn es hier keine echten Th\u00fcringer gibt. Als einziger verbliebener Deutscher, der schon l\u00e4ngere Zeit hier ist, w\u00e4re das aber viel zu viel Aufwand gewesen und ich bin froh, dass Maria, die Dame mit ihrem Gasthof, diese Aufgabe \u00fcbernimmt. Die Neuen h\u00e4tte ich auf jeden Fall nicht einsetzen k\u00f6nnen. Die kommen momentan noch nicht einmal mit der Stadt zurecht, geschweige, dass man sie schon f\u00fcr so ein Gro\u00dfevent h\u00e4tte einspannen k\u00f6nnen. Leider bewarb sich Orsolya nun aber daf\u00fcr, einen Stand f\u00fcr Ungarn zu er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Wie sollte es auch anders sein: Nachdem sie vor einer Woche erst abgelehnt wurde, kam heute ein \u00dcberraschungsanruf und sie bekommt einen Stand. Danke auch an die T\u00fcrkei! Nur weil eure Leute spontan doch den Stand absagten, kommt jetzt Arbeit auf mich zu. Wie sich herausstellte, m\u00fcssen 160 Portionen garantiert werden und Orsolyas Ursprungsplan, einen Nachtisch anzubieten, wurde auch noch abgelehnt. Als alleinige Ungarin in Sendai, bekommt sie das nat\u00fcrlich nicht alleine hin und so wurde heute flei\u00dfig rekrutiert. David, Laura und ich wurden damit offiziell zum Arbeitsdienst eingeteil. Eine echt internationale Arbeitsgruppe also. Es gilt, Gulasch zu produzieren. Juhu, ein besseres Gericht h\u00e4tte es f\u00fcr einen Vegetarier doch gar nicht geben k\u00f6nnen! Zum Gl\u00fcck muss ich es nicht selber probieren. Das war es wohl mit einem ruhigen Nachmittag und ein wenig die Spezialit\u00e4ten verschiedener L\u00e4nder zu probieren.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich mu\u00dfte f\u00fcr die ganze Angelegenheit einiges an Papierkram erledigt werden. Es ist ja nicht so, als ob Japan Deutschland in Sachen B\u00fcrokratie in etwas nachstehen w\u00fcrde. So belehrte uns ein japanischer Student \u00fcber eine Stunde \u00fcber die Regeln und den Ablauf der ganzen Veranstaltung. Sogar Gesundheitsproben werden vom Koch genommen, um eine Konterminierung mit Salmonellen zu verhindern. Besonders dieser Punkt war dem Japaner absolut peinlich uns zu erkl\u00e4ren und er redete geschlagene 10 Minuten um das Thema herum. Wieso nur der Koch von der Untersuchung betroffen ist, verstehen wir zwar noch nicht, da wir alle ja schneiden werden, aber sie werden sich schon etwas dabei denken. Auf jeden Fall steht jetzt ein gro\u00dfes Experimentalkochen an, um herauszubekommen, wie viel Waren wir ben\u00f6tigen, um 160 M\u00e4uler zu stopfen. Wieso konnte ich nicht einfach nein sagen?<\/p>\n<p>Ansonsten verlief der Tag heute ruhig. Das Rentnerfest von gestern war wiederum sehr \u00fcberlaufen. Ein Gro\u00dfchor sorgte f\u00fcr Stimmung und das Gedr\u00e4nge kannte kein Durchkommen. Sie sind auf jeden Fall sehr r\u00fcstig und wissen sich durchzusetzen. Mehr als einmal versuchte sich einer der Anwesenden per Schulter oder Ellenbogeneinsatz den Weg durch die Menge zu bahnen. Da konnte selbst ich mir noch etwas abschauen. Die Leute hier sind selbst im hohen Alter noch sehr r\u00fcstig. Da mir die Veranstaltung aber dadurch etwas zu gewaltt\u00e4tig wurde, besorgte ich mir doch lieber noch ein paar Sachen f\u00fcr das n\u00e4chste Wochenende und wurde dann angerufen, ob ich nicht ins Kino mit m\u00f6chte. Leider war die Aussage nur Kino in der Mall und da das Handy der Anruferin ausfiel, durfte ich selber raten, welche der beiden Malls gemeint war. Leider entschied ich mich nat\u00fcrlich f\u00fcr die Falsche, was eine Radtour nach Izumie zur Folge hatte. Dort war zwar niemand, daf\u00fcr hatte ich so eine sch\u00f6ne vier Stunden Radtour durch Sendai bei bestem lauwarmen Temperaturen. Nur der Himmel sah, wie eigentlich seit Wochen, nach Regen aus. Zum Gl\u00fcck blieb es aber trocken. Hoffen wir, dass es so bis \u00fcbern\u00e4chsten Montag bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da denkt man, man hat einen ruhigen Abend und dann kommt Orsolya und st\u00f6rt die Ruhe. Zu Zeiten, wo das Oktoberfest gerade vonstatten ging, war die junge Dame sehr beeindruckt von der Idee, selber mal einen Stand bei einem Fest aufzumachen. Das Fest war auch schnell gefunden. Am 24. 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