{"id":1710,"date":"2010-10-02T21:09:21","date_gmt":"2010-10-02T19:09:21","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=1710"},"modified":"2010-10-02T21:09:21","modified_gmt":"2010-10-02T19:09:21","slug":"anpfiff-fur-die-zweite-halbzeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=1710","title":{"rendered":"Anpfiff f\u00fcr die zweite Halbzeit"},"content":{"rendered":"<p>Willkommen zur Halbzeitshow des deutschen Ausw\u00e4rtsspiels 2010 im sch\u00f6nen Sendai, Japan. Der Trainer Reik J. ist sofort nach dem Halbzeitpfiff in den Katakomben verschwunden und bereitet unseren Informanten zufolge sein Team gerade lautstark auf die zweite Halbzeit vor. Um in der zweiten Halbzeit noch einmal richtig angreifen zu k\u00f6nnen, wird er wohl komplett durchwechseln. Spieler wie Andre, Felix, Kylie oder Moritz bleiben drau\u00dfen und werden durch neue hungrige Deutsche ersetzt. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die sp\u00e4t in der ersten Halbzeit eingewechselte Melanie gelegt, die wohl von Anfang an f\u00fcr Aufregung im Spiel sorgen soll. Wir sind gespannt, wie sich das Ausw\u00e4rtsspiel in der zweiten H\u00e4lfte entwickeln wird und welche Taktiken der Trainer neu herausholt, um gegen die immer wieder auf die Mannschaft einbrechenden Angriffswellen der Japanern zu reagieren&#8230;.<\/p>\n<p>Ist es wirklich schon so weit? Ein Blick auf den Kalender ergab letzte Woche f\u00fcr mich, dass ich in sechs Monaten auf jeden Fall das Land verlassen muss, da mein Visa abl\u00e4uft. Anders herum betrachtet, kann man aber auch sagen: noch einmal sechs Monate, um einiges zu erleben. Das Glas ist schlie\u00dflich halb voll und nicht halb leer. Zur Feier des Tages fanden heute auch die ersten Willkommenspartys statt. Wirklich komplett sind die noch nicht, da doch noch einige Ausl\u00e4nder fehlen. Aber irgendwann mussten diese ja vollzogen werden. Alle \u00e4lteren Austauschstudenten blieben dieser Veranstaltung aber erst einmal fern. 150 Studenten reichten vollkommen in dem kleinen Raum, da m\u00fcssen wir uns nicht auch noch hinein quetschen. Dann doch lieber in die Innenstadt fahren und die Reise am n\u00e4chsten Wochenende vorbereiten. Es geht mit Melanie wandern. Ziel wird die Alpine Tateyama-Kuroberoute sein. Melanie bei dem Mittsommerfest kennengelernt zu haben, stellt sich immer mehr als Gl\u00fccksgriff heraus. Keiner meiner Freunde hier ist so aktiv wie sie und gleichzeitig macht es sehr viel Spa\u00df, sich mit ihr zu unterhalten, was Touren sehr angenehm macht. Ob ich ohne sie zum Beispiel den Fuji-san erklommen h\u00e4tte, kann ich nicht mit abschlie\u00dfender Sicherheit behaupten. Aber auch ansonsten habe ich im letzten halben Jahr viele nette Leute kennengelernt und teilweise auch wieder verloren, da sie nur ein halbes Jahr geblieben sind. Aber man kann ja heutzutage leicht in Kontakt bleiben. Egal ob Amanda, meine geniale Tanzpartnerin beim Walzer, die Mitglieder der deutschen Delegation, mit denen ich viel unternommen habe und die mir auch \u00f6fter mal bei Problemen aus der Patsche geholfen haben oder zum Beispiel Lukas, den man bei Japanisch-Problemen notfalls auch nachts anklingeln konnte &#8211; es gab eigentlich keinen, der nicht sympathisch war oder den ich nicht vermissen werde. Zum Gl\u00fcck sind aber auch noch genug da. Egal ob Laura, Orsolya, Mohamed, die S\u00fcdamerikaner oder die Skandinavier, keinen w\u00fcrde ich gerne missen wollen. Das gleiche gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Japaner wie Kaori, Mayumi oder besonders Shimizu und Nobu, auch wenn Daniels Aussagen richtig waren, manchmal muss man gl\u00fccklich sein, sie einmal im Monat zu treffen. Mal schauen, ob ich die Zahl nicht in der zweiten H\u00e4lfte heben kann. <\/p>\n<p>Zu diesem gro\u00dfen Kreis an Leuten wurden heute wieder neue hinzugef\u00fcgt. Nachdem ich David durch Zufall getroffen hatte, ging ich erst einmal mit ihm shoppen f\u00fcr die Reise. Gleichzeitig sahen wir uns das neuste Fest an. Leider war es wohl aber eher auf Rentner ausgerichtet, jedenfalls sprach der Altersdurchschnitt daf\u00fcr. Es kann aber auch nicht an jedem Wochenende ein Fest f\u00fcr uns geben! Die Musik war aber trotzdem nicht schlecht, auch wenn es lustig war, wie begeistert die Rentner mitsangen. Anschlie\u00dfend traf ich auf dem R\u00fcckweg eine Gruppe von Neuank\u00f6mmlingen, mit einem \u00fcberproportionalen Anteil an Deutschen, die gerade den Weg suchten. Kein Problem, da kann ich helfen. Wieso ich es die letzten Tage immer schaffe, gerade diese Gruppen zu treffen, kommt mir zwar etwas spanisch vor, aber wieso nicht? Zwei der Damen kamen sogar aus dem sch\u00f6nen Bremen, da helfe ich doch von Natur aus besonders gerne! Also ging es zum Supermarkt, den sie suchten und ich half noch beim einkaufen. Das f\u00fchrte dazu, dass ich ihnen auch noch das Abendessen zusammenstellen durfte, da sie sich nicht entscheiden konnten. Sie waren auf jeden Fall sehr erfreut, dass ich helfen konnte. Damit z\u00e4hlen wir schon acht bekannte Deutsche, das entwickelt sich zu einer Invasion. Bisher ist der M\u00e4nneranteil aber erschreckend gering und den Vertreter aus G\u00f6ttingen, der eigentlich kommen sollte, habe ich auch noch nicht getroffen. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen diese Gruppen erst noch die Erfahrungen machen wie wir und auch erst einmal die Stadt und die Umgebung erkunden. Ich habe mich auch bereit erkl\u00e4rt, ein wenig auszuhelfen, schlie\u00dflich kenne ich hier schon einiges. <\/p>\n<p>Nach sechs Monaten muss ich sagen, Sendai ist eine sehr sch\u00f6ne Stadt, die genau meine Gr\u00f6\u00dfe hat. Sie ist nicht zu gro\u00df wie Tokyo, aber auch nicht zu klein wie gewisse nieders\u00e4chsische Universit\u00e4tsst\u00e4dte. Ich bin halt im Herzen doch eher ein Gro\u00dfst\u00e4dter. Allgemein ist Japan aber genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Es hat seine absolut perfekten Seiten, die einen w\u00fcnschen lassen, nie wieder weg zu m\u00fcssen. Es hat aber auch Schattenseiten, die einen auch wieder in die Realit\u00e4t holen und zeigen, dass Japan auch ein normales Land ist. Den Schritt hier her bereue ich auf keinen Fall, ob ich wie Thomas ein Leben lang hier leben wollte, bin ich mir dagegen nicht so sicher. Dazu mag ich Deutschland zu gerne und m\u00f6chte zum Vergleich doch noch viele andere L\u00e4nder sehen. Das Problem ist halt, dass man immer ein Ausl\u00e4nder bleibt, da man als Europ\u00e4er doch stark auff\u00e4llt. Ob ich das f\u00fcr immer wollte, keine Ahnung. Mein Visa l\u00e4uft vermutlich eher ab, bevor ich es heraus bekomme. Sechs Monate habe ich aber ja auch noch Zeit, es heraus zu bekommen. Aber auch alle meine Bekanntschaften machen es mir einfach, vieles zu erleben. Egal ob die ganzen Touren mit Melanie, Geschenke von Mayumi oder auch Group Mori, die man gar nicht genug loben kann, ich habe schon einiges hier gesehen und erlebt, wovon der Blog ja zeugt. Eines der absoluten Highlights bleibt aber das Essen zum Abschied von Yuri. So unvorbereitet und \u00fcberrascht wir dort anzutreffen waren, war einfach retrospektiv schon ziemlich kurios. Besonders die Bekanntschaft mit Thomas ist hier hervorzuheben. Ohne ihn und seine Bar h\u00e4tte ich wohl nur die H\u00e4lfte von dem sehen k\u00f6nnen, was ich gesehen habe. Er hat wirklich viele T\u00fcren ge\u00f6ffnet. Um das zu ehren sind David und ich deshalb auch heute mal schnell vorbeigefahren. Leider war er nicht selber da, aber es entwickelte sich eine illustre Runde mit allen G\u00e4sten und David, der die Bar noch nie gesehen hat. Er will aber auf jeden Fall wiederkommen. Besonders eine Chinesin war sehr aktiv und unterhielt sich den ganzen Abend mit uns. Die Frage der Kellnerin dazu, ob das Alter in unseren L\u00e4ndern bei Paaren eine Rolle spielt, hat bei mir da doch kurzzeitig f\u00fcr Bauchschmerzen gesorgt. Wenn, dann ging es aber um David. <\/p>\n<p>Aber auch in der Uni geht es voran, auch wenn man davon hier nicht so viel liest. Meine Dozenten haben endlich Interesse an meinem Thema und unterst\u00fctzen mich ein wenig mehr als bisher. Meine Mitstudenten, allen voran nat\u00fcrlich Shimizu, sind nat\u00fcrlich eh jeder Kritik erhaben. Japanische Unis sind aber auf jeden Fall etwas anderes als deutsche Unis. Oftmals &#8211; wie mit den B\u00fcros &#8211; zum guten, teils aber auch schlechter, wenn man zum Beispiel die Monologhaftigkeit der japanischen Seminare sieht. Als Historiker, der sich gerne einmischt, ist dies schon ein herber Einschnitt. Besonders trifft das nat\u00fcrlich zu, wenn der Monolog nicht von mir stammt.<\/p>\n<p>Wie man aber hoffentlich sieht, geht es mir hier sehr gut und ich genie\u00dfe jeden Tag aufs neue, mich f\u00fcr das Auslandsjahr entschieden zu haben. Japan war dazu auch das richtige Land, auch wenn es bei meiner Zerst\u00f6reraura f\u00fcr Reparaturen leider etwas zu weit von Deutschland entfernt ist. Ich hoffe, der geneigte Leser bleibt mir auch f\u00fcr die zweite Halbzeit treu und ich freue und bedanke mich f\u00fcr das Interesse, besonders auch von den flei\u00dfigen Kommentatoren. Ich freue mich \u00fcber jeden Kommentar &#8211; von daher: immer zu. Egal, welcher Zweikampf mit der japanischen Kultur als n\u00e4chstes ansteht, ich werde mit vollem Elan hineingehen und am Ende hoffentlich gewinnen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Willkommen zur Halbzeitshow des deutschen Ausw\u00e4rtsspiels 2010 im sch\u00f6nen Sendai, Japan. 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