{"id":1652,"date":"2010-09-26T18:21:59","date_gmt":"2010-09-26T16:21:59","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=1652"},"modified":"2010-09-26T18:28:17","modified_gmt":"2010-09-26T16:28:17","slug":"von-wohnungen-und-hochwinter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=1652","title":{"rendered":"Von Wohnungen und Hochwinter"},"content":{"rendered":"<p>Jeder Student kennt wohl das Problem: Wo soll ich wohnen, wenn meine Wohnzeit im Studentenwohnheim zu Ende geht? In Deutschland w\u00e4re man nun auf sich alleine gestellt und d\u00fcrfte die Wohnungssuche starten. Im University Haus Sanjo versucht man, dem Problem auf andere Weise habhaft zu werden. Schon vor zwei Monaten landete bei uns ein Brief im Briefkasten, der die Studenten aufforderte, ihre zuk\u00fcnftigen Wohnungspl\u00e4ne zu beschreiben. Zieht man zur\u00fcck zu den Eltern, verl\u00e4sst man die Stadt oder ben\u00f6tigt man eine Wohnung? Alle Studenten, die ihre Wohnungssuche darlegten, erhielten dieses Wochenende eine Einladung zum Wohnungsmarkt im Wohnheim. Wir anderen waren nat\u00fcrlich auch eingeladen. Sinn der ganzen Veranstaltung war das Zusammenbringen der Studenten mit einigen Immobilienh\u00e4ndlern. Dazu wurden verschiedene studentenfreundliche Wohngelegenheiten vorgestellt und die Studenten auch mit Bussen zu etwaigen Wohnzielen gefahren. Dank dieses Services hatte ich heute auch einmal die Gelegenheit, mich ein wenig in die Wohnungsmarktsituation Japans einzuarbeiten.<\/p>\n<p>Man kann gar nicht sagen, wie dankbar man f\u00fcr einen Wohnplatz in Sanjo sein muss. Die Unterschiede zum etwas billigeren Internationalen Haus habe ich ja schon des \u00f6fteren anklingen lassen. F\u00fcr einen Preisunterschied von knapp f\u00fcnfzig Euro bekommt man eine Klimaanlage mit Heizfunktion, gute D\u00e4mmung, saubere Zimmer und viele Extras gestellt. Die Unterschiede zu echten Wohnungen sind aber noch einmal drastischer. Der Wohnungsmarkt der vorgestellten Wohnungen fing erst bei knapp vierhundert Euro an. Dabei war aber weder Gas noch Wasser mit eingerechnet. Vielmehr muss man wirklich alles selber besorgen, noch nicht einmal die Klimaanlagen sind vorhanden. Ein Mitbewohner besichtigte eine dieser Wohnungen, die keine Heizung und keine D\u00e4mmung hatte, was den Winter noch unangenehmer gestalten d\u00fcrfte. Eine weitere Summe auf den Zetteln der Immobilienmakler \u00fcberraschte mich dazu noch. Eine zwei bis drei mal so hohe Summe wie die Miete, muss als Einmalzahlung geleistet werden. Meine Nachfrage, ob man dies als Kaution nach dem Auszug wieder bekommt, wurde von den Ansprechpartnern verneint. Die Erkl\u00e4rung ist einfach, wie auch Japanisch. Mit diesem Geld bezahlt man dem Vermieter die Freundlichkeit, dass er einen in seine Wohnung ziehen lassen w\u00fcrde. Als arroganter Europ\u00e4er bin ich bis dato immer davon ausgegangen, dass der Vermieter jemanden in der Wohnung braucht, um dadurch Geld zu verdienen. Dass dies eher eine Unannehmlichkeit darstellt, ist mir auch neu gewesen. Das bedeutet gleichzeitig, dass man schon bei der billigsten angebotenen Bleibe achthundert Euro verliert, ohne dass man etwas daf\u00fcr als Gegenleistung erh\u00e4lt, au\u00dfer das Mietrecht. F\u00fcr Studenten ist das eine stattliche Summe. Ein Grund warum ich \u00fcber mein ein Jahres Aufenthalt sehr gl\u00fccklich bin. Eine bekannte musste aus diesem Grund f\u00fcr ein halbes Jahr in eine echte Wohnung ziehen und diesen Geldbetrag zahlen. Betreffen wird es aber am Ende viele meiner Freunde. nach einem Jahr muss man aus beiden Wohnheimen auf jeden Fall ausziehen. Die Freude der Betroffenen ist auf jeden Fall sehr gro\u00df. Zum Gl\u00fcck ist es aber ohne diese Wohnheimveranstaltung auch m\u00f6glich, eine Wohnung zu erhalten, die g\u00fcnstiger ist.<\/p>\n<p>Nach dieser Exkursion war ich auf jeden Fall heil froh, nicht davon betroffen zu sein und entschied, noch einmal kurz die Stadt aufzusuchen. Mein Weg f\u00fchrte mich \u00fcber ein neues Konzert im Stadtpark zum Oktoberfest. Mit dem heutigen Tag ist dieses Event endlich auch \u00fcberstanden. Die Band sah mich schon aus der Entfernung und verabschiedete sich noch \u00fcberschw\u00e4nglich. Ich gab ihnen noch einige Ratschl\u00e4ge f\u00fcr Tokyo mit auf dem Weg. Ihre Begeisterung f\u00fcr Japan, eher noch aber f\u00fcr Bier, hat nach 10 Tagen Dauerauftritten aber auch merklich nachgelassen. Als echte Deutsche wurde von ihnen erwartet, dass sie auf der B\u00fchne auch mit Bier erscheinen und regelm\u00e4\u00dfig das Glas leeren, schlie\u00dflich haben sie eine Vorbildfunktion f\u00fcr die Japaner und m\u00fcssen damit den Bierverkauf ankurbeln. Nach 10 Tagen nur Bier, fiel ihnen das aber laut eigenen Aussagen immer schwerer. Auch die ganze Aufmerksamkeit der Japaner wurde f\u00fcr sie immer nerviger. Jeder wollte sie mal ber\u00fchren oder Fotos machen. Zum Gl\u00fcck wurde das Ganze aber auch sehr gut bezahlt f\u00fcr sie. Ich selber verabschiedete mich aber lieber nur schnell von ihnen und verschwand im Anschluss in die Stadt. In der kurzen Zeit meiner Anwesenheit hatte ich vier verschiedene Freunde getroffen, die alle mit einem Bier mit mir ansto\u00dfen wollten. Man muss wahrlich nicht immer trinken. <\/p>\n<p>Die Innenstadt bot aber auch keinen besseren Anblick. Die ganze Stadt bereitet sich auf zwei gro\u00dfe Veranstaltungen vor. Zum einen wird alles auf Halloween vorbereitet. Alle Gesch\u00e4fte sind bis aufs Letzte mit Flederm\u00e4usen, K\u00fcrbissen und \u00e4hnlichem gepflastert, immer aber in der japanischen Version. Man sollte meinen, dass Halloweenkost\u00fcme Angst verbreiten sollen, nicht aber so in Japan. Das alte Vorurteil von h\u00e4sslichen Hexen oder seltsamen Skeletten braucht man hierzulande nicht bedienen, da gibt es lieber die Katzenfrauenhexenkost\u00fcme oder \u00e4hnliche an Animefiguren angelehnte Verkleidungen. Das zweite Event, was verst\u00e4rkt vorbereitet wird, ist der Winter. In Anbetracht der \u00fcberall ausgestellten extra dicken Wollm\u00fctzen, stelle ich mir langsam wirklich die Frage, auf welche K\u00e4ltegrade ich mich bitte im Winter einstellen muss. Die Japaner sind auf jeden Fall sehr eifrig dabei, sich eine arktische Grundausr\u00fcstung zusammen zu kaufen. Das macht Hoffnung auf mehr.<br \/>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-1652 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1813-klein.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1813-klein-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1813-klein-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1813-klein-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1813-klein-300x225.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1813-klein.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1814-klein.jpg'><img width=\"84\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1814-klein-84x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1814-klein-84x112.jpg 84w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1814-klein-112x150.jpg 112w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1814-klein-168x225.jpg 168w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1814-klein.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 84px) 100vw, 84px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1815-klein.jpg'><img width=\"150\" height=\"112\" src=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1815-klein-150x112.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1815-klein-150x112.jpg 150w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1815-klein-200x150.jpg 200w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1815-klein-300x225.jpg 300w, http:\/\/2010.rj-webspace.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/imgp1815-klein.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder Student kennt wohl das Problem: Wo soll ich wohnen, wenn meine Wohnzeit im Studentenwohnheim zu Ende geht? 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