{"id":1649,"date":"2010-09-25T22:35:29","date_gmt":"2010-09-25T20:35:29","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=1649"},"modified":"2010-09-25T22:35:29","modified_gmt":"2010-09-25T20:35:29","slug":"von-festen-konversationspartys-und-betrunkenen-japanern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=1649","title":{"rendered":"Von Festen, Konversationspartys und betrunkenen Japanern"},"content":{"rendered":"<p>Schon wieder ist fast ein Monat herum und einmal mehr steht eine gro\u00dfe Konversationsparty des MafuMafu an. Mittlerweile haben sich die Vorteile unter den Studenten herumgesprochen. Kostenloses Essen und Trinken, einige Japaner zum Sprechen und lustig ist es meistens auch noch. So machten sich diesmal mehr Ausl\u00e4nder als \u00fcblich auf dem Weg zur Veranstaltung. Mit so einem Zuspruch h\u00e4tten die Veranstalter laut eigenen Aussagen nie gerechnet. Bevor es aber zu der Veranstaltung gehen konnte, musste ich irgendwie erst einmal in die Innenstadt kommen. Das war gar nicht so leicht, wie es sich anh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Am Rathaus findet mal wieder ein Fest statt. Selbst redend, dass ich dort vorbei schauen musste. Meine Freude \u00fcber eine wirklich mal neue Standanordnung wechselte aber schnell in Zweifel. Wie sich herausstellte, handelt es sich bei dem Fest eher um ein Kinderfest. Einige interessante Gegebenheiten gab es aber auch f\u00fcr den armen Ausl\u00e4nder zu betrachten. Zum einen w\u00e4re da die B\u00fchne mit einem Liveauftritt zu nennen. Die junge Dame war wirklich nicht zu beneiden. Bei kaltem Wetter musste sie alleine auf der B\u00fchne eine peinliche Choreographie in sehr kurzem und durchl\u00e4ssigem Kleid durchziehen. Eine morgige Erk\u00e4ltung der Dame w\u00fcrde mich nicht wundern. Zu ihrem go\u00dfem Ungl\u00fcck sind Japaner ohne Bier auch noch ziemlich zur\u00fcckhaltend. Ihre Animationsversuche des jungen und alten Publikums misslangen allesamt und geklatscht wird in Japan offensichtlich aus Prinzip nicht. Trotzdem gab sie mit Kinder- und Erwachsenensongs ihr Bestes, das Publikum auf ihre Seite zu lenken. Viel beliebter als dieser Liveauftritt war aber ein ganz anderer Stand, zehn Meter weiter. Dort wurde gerade ein Sch\u00f6nheitswettbewerb live ins Fernsehen \u00fcbertragen. Wie man sich vorstellen kann, hatten die Zuschauer alle Stielaugen und es bildete sich eine gro\u00dfe Traube. Wieso die Damen so beliebt waren, erschloss sich mir aber beim besten Willen nicht. Nicht nur, dass alle wie 13 aussahen und auch so sprachen &#8211; nein, sie waren auch noch total \u00fcberschminkt und extra stark auf niedlich getrimmt. Aber gut, dass Japaner nun einmal einen anderen Geschmack bei Frauen haben als wir Europ\u00e4er, habe ich ja schon vor einer ganzen Weile gemerkt.<\/p>\n<p>Im Anschluss an das Festival kam ich am Oktoberfest vorbei. So langsam merkt man, dass das Fest nun schon eine ganze Weile geht. Das Zelt war nicht ganz so gut besucht wie sonst und die Band sieht auch nicht mehr ganz so motiviert aus, wie es anf\u00e4nglich einmal der Fall war. Wie der Zufall so wollte, kam mir eine bekannte Japanerin entgegen, die mich gleich auf das Fest zog. Den Namen der jungen Dame kenne ich zwar nicht, aber immerhin haben wir zusammen schon den Fuji-San in Angriff genommen, da kann ich nicht einfach weiter gehen. Ein gro\u00dfes Gl\u00fcck f\u00fcr mich. Unter ihren Freunden befand sich doch wirklich eine Jet-Lehrerin, die einen Master in Neuester Geschichte in England absolviert hat. Diese junge Dame muss ich mir vormerken. Echt anspruchsvolle 100-prozentige Fachgespr\u00e4che erfreuten mein Herz, w\u00e4hrend sich die Anderen \u00fcber Gott und die Welt auslie\u00dfen und ihre Vorlieben verrieten. Einige Trinkgeschichten sollten manchmal wirklich im privaten Raum bleiben, aber gut, in Ans\u00e4tzen waren wir ja im Privaten. Endlich war es vollbracht. Die Zeit bis zum Konversationstreffen war \u00fcberbr\u00fcckt und ich hatte es auch noch irgendwie geschafft, halbwegs p\u00fcnktlich zu erscheinen. <\/p>\n<p>Der Einstieg wurde einmal mehr aus den \u00fcblichen Spielen gebildet. Wie immer war ich nicht ganz schlecht und durfte mir einen Preis aussuchen. Aus Kommunikationsproblemen verzichtete ich sogar auf die H\u00e4lfte meines Preises. Es gab zwei 500 Yen Buchgutscheine und ich suchte mir dies aus. Vollkommen sicher, dass der Preis einer der Gutscheine ist, versicherte ich auf Nachfrage der Veranstalter noch einmal, dass 500 Yen sehr gut sind. Eine bl\u00f6de Sache, da wie ich sp\u00e4ter herausfand eigentlich gefragt wurde, ob ich den zweiten Gutschein noch gebrauchen kann, aber was soll es? Immerhin konnte sich so noch ein zweiter Gewinner freuen.<br \/>\nBei der Veranstaltung waren auch mal wieder die kuriosesten G\u00e4ste vertreten: Soldaten, die lieber L\u00fcgengeschichten erz\u00e4hlen als zuzugeben, dass sie als Milit\u00e4rs arbeiten. Eine \u00e4ltere Frau, ihres Zeichens Group Mori Mitglied, sah mich dagegen als Erl\u00f6sung all ihrer Probleme. Ihr Sohn, irgend etwas um die drei\u00dfig Jahre alt, sitzt den ganzen Tag nur zu Hause rum und hat auch zu wenig Freunde. Jetzt will sie ihn auf irgend einer Party mit mir bekannt machen und ich soll ihn doch \u00fcberzeugen, etwas zu unternehmen oder einfach nur ein Freund werden. Zum Gl\u00fcck habe ich ja gar nichts anderes zu tun. Auf der n\u00e4chsten Group Mori Party sollte ich wohl lieber etwas vorsichtiger sein. Aber auch ansonsten waren interessante Menschen vertreten. Orsolya hatten es dabei besonders die Kinder angetan. In bester Mutter- oder gro\u00dfe Schwestermanier k\u00fcmmerte sie sich hingebungsvoll um die Kleinen, die schon fr\u00fch von ihren Eltern in Sprachschulen geschickt wurden, um Englisch zu lernen.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wollte ich eigentlich nach Hause, Orsolya \u00fcberzeugte mich aber noch von einem MafuMafu-Abstecher, um Thomas noch einmal f\u00fcr die fehlenden Informationen betreffens des Lions Cub in den Hintern zu treten. Leider war der Laden hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllt. Zur Sto\u00dfzeit drangen knapp 60 Leute in den kleinen Laden ein. Da ich immer mehr an die Kasse gedr\u00fcckt wurde, \u00fcbernahm ich kurzerhand die Initiative und half den Mitarbeitern etwas aus, immerhin sind wir ja alle mittlerweile schon alte Bekannte. Zusammen schafften wir es, den gro\u00dfen Ansturm zu \u00fcberstehen. Ich wollte mich schon endlich nach Hause begeben, als Thomas noch einmal meine Hilfe anfragte. Ein betrunkener Japaner bel\u00e4stige zwei Japanerinnen mit N\u00e4he, Ber\u00fchrungen und Worten und ignorierte Thomas mahnende Worte, ob ich nicht einmal kurz eingreifen k\u00f6nnte? Kein Problem und sich erst einmal ziwschen den Opfern und dem T\u00e4ter aufgebaut. Demonstrativ nach einem b\u00f6sen Blick nahm ich ein kurzes Gespr\u00e4ch mit den Damen auf. Ihm war das gar nicht recht, aber schnell suchte er sich, nachdem wir den Gr\u00f6\u00dfenunterschied etwas verdeutlicht hatten, doch lieber an anderen Tischen Opfer. Immer wenn ich mich aber von dem Tisch entfernte, kam er wieder. So blieb ich dann doch, bis die Damen gingen, auf gut Deutsch bis zur Schlie\u00dfzeit des Lokals. Wenigstens war das Gespr\u00e4ch mit den beiden nicht ganz \u00f6de und als Dank wurde mir auch gutes Essen angeboten, leider aber mit zu viel Fleisch versehen. Betrunkene Japaner k\u00f6nnen auf jeden Fall sehr nervig werden, zum Gl\u00fcck bin ich aber abschreckend genug gewesen. Warum ich aber in einer Kneipe, wo ich nicht arbeite, trotzdem arbeite, wird wohl f\u00fcr immer mein Geheimnis bleiben. Sp\u00e4teren Japanreisenden kann ich derartige Treffen aber w\u00e4rmstens ans Herz legen, um Japaner kennen zu lernen. An Begegnungen mangelt es einem auf keinen Fall, auch wenn man aufpassen muss, dann nicht solche F\u00e4lle zu treffen, wie die \u00e4ltere Dame.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon wieder ist fast ein Monat herum und einmal mehr steht eine gro\u00dfe Konversationsparty des MafuMafu an. Mittlerweile haben sich die Vorteile unter den Studenten herumgesprochen. Kostenloses Essen und Trinken, einige Japaner zum Sprechen und lustig ist es meistens auch noch. So machten sich diesmal mehr Ausl\u00e4nder als \u00fcblich auf dem Weg zur Veranstaltung. 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