{"id":1641,"date":"2010-09-23T20:28:20","date_gmt":"2010-09-23T18:28:20","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=1641"},"modified":"2010-09-23T20:28:20","modified_gmt":"2010-09-23T18:28:20","slug":"herbstanfang-in-sendai-regen-pur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=1641","title":{"rendered":"Herbstanfang in Sendai &#8211; Regen pur"},"content":{"rendered":"<p>Sendai geht im Regen unter und das passend an einem Feiertag. Da hei\u00dft es immer, Japaner h\u00e4tten nie frei und keine Feiertage, so ganz stimmt das nicht. Mit Deutschland ist Japan zwar bei den Feiertagen nicht zu vergleichen, ein paar freie Tage gibt es aber schon. Nachdem am Montag der &#8222;Respektiere das Alter-Tag&#8220; war, fand heute gleich der n\u00e4chste Feiertag statt, der Herbstanfang. Aus diesem Grund wird die Woche in Japan teilweise auch als Silver Week gef\u00fchrt, in Anlehnung an die Golden Week im Fr\u00fchjahr mit drei Feiertagen in einer Woche. W\u00e4ren nicht einige Restaurants geschlossen geblieben, man h\u00e4tte aber nichts davon mitbekommen. Das Regenwetter hat Sendai immer noch im Griff und kaum waren Leute auf den Stra\u00dfen anzutreffen. Kein Problem f\u00fcr mich. Schnell den Regenschirm geschnappt und auf in die Stadt. Ein wenig Regen kann doch einen echten Deutschen nicht schocken! Leider fielen alle geplanten Feste aber sprichw\u00f6rtlich ins Wasser. Nur die Autofahrer hatten ihren Spa\u00df. Mehr als einer versuchte, mich umzufahren. Den Schuldigen konnte ich schnell ausmachen. Japaner haben oftmals Navigationsger\u00e4te mit TV im Auto verbaut. Wer beim Autofahren dann lieber auf den kleinen Bildschirm schaut, kann den armen Ausl\u00e4nder unter seinem Regenschirm nat\u00fcrlich nicht sehen. Also der Stra\u00dfenverkehr in Japan ist eindeutig eine Wonne. Wenn ich den heil \u00fcberstehe, mache ich drei Kreuze im Kalender. Busfahrer, immer auf die P\u00fcnktlichkeit bedacht, fahren wie die Henker &#8211; mit \u00fcberh\u00f6hter Geschwindigkeit in die Kurve, kein Problem. Autos auf schmaler Stra\u00dfe \u00fcberholen, warum nicht. Der Bus ist doch wendiger als ein Sportauto, das wird schon alles klappen. Die Taxifahrer fahren durch die schmalsten Gassen und gerne auch mal mit ihren G\u00e4sten oder am Funkger\u00e4t sprechend, ohne auf die Stra\u00dfe zu achten und die Autofahrer brauchen ihr Fernsehprogramm. Der Stra\u00dfenverkehr ist also ein Traum und heute konnte ich mich wirklich \u00f6fter nur gerade so retten.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr bekam ich aber eine Anfrage, ob man nicht abends irgendwo hingehen k\u00f6nnte. Die Deutsch &#8211; Finnin vom letzten Freitag hatte Lust, etwas zu unternehmen und mit netten Gespr\u00e4chspartnern ist mir Abwechslung nat\u00fcrlich immer recht. Zusammen ging es erst einmal ins MafuMafu, wenn auch ohne Thomas. Das restliche Personal kennt mich aber auch so gut genug. Relativ schnell wurden wir von Japanern ausgequetscht. Was ist das eigentlich mit Japanern und Deutschland? Unsere beiden Gespr\u00e4chspartner waren auch schon einmal in Deutschland, aber wie immer nur in den \u00fcblichen drei, vier St\u00e4dten. Wie man aber dazu kommt, N\u00fcrnberg und Co als Ostdeutschland zu bezeichnen, muss ich zum Gl\u00fcck nicht verstehen. Das \u00fcbliche Alter sch\u00e4tzen verloren die Beiden aber absolut. Man sch\u00e4tzte uns beide auf 18. Also geht es den Japanern mit uns nicht anders, als anders herum beim Sch\u00e4tzen. Yosuke, der japanische Koch der Bar, servierte uns im Anschluss Oliven. Oliven nach \u00fcber sechs Monaten &#8211; das war ein Traum. Da es nun aber immer voller wurde, verlie\u00dfen wir die Bar nach einiger Zeit und es ging zu einem Rundgang durch die Stadt. Gleichzeitig konnte ich mich ein wenig \u00fcber meine Forschungsthemen austauschen. Wirklich Interessierte an meinen Themen fehlen mir hier merklich. Man merkt schon, dass die meisten Studenten Naturwissenschaftler sind. Naturgegeben interessieren diese sich nicht f\u00fcr Geisteswissenschaften, k\u00f6nnen eher gesagt eigentlich gar nichts damit anfangen. Dementsprechend wenig kann ich mich austauschen, ein belastender Zustand. Dementsprechend sch\u00f6n war es, endlich mal wieder wirklich etwas zum besten zu geben. Auff\u00e4llig war heute aber die Polizei. Ich wei\u00df nicht, ob es nur ein Zufall war, aber ziemlich viele Polizisten kontrollierten heute in der Stadt &#8211; besonders auch die Rauchregeln. In Sendai gibt es einige Stra\u00dfenz\u00fcge, in denen man nicht beim Gehen rauchen darf, ein sehr kurioser Zustand. In Restaurants darf man \u00fcberall rauchen, auf der Stra\u00dfe aber nicht. Bei Festen gelten noch Sonderregelungen. Beim Oktoberfest oder Baseball darf man vor Ort gar nicht rauchen, sondern man muss den Weg in ein etwas abseits gelegenes Raucherabteil suchen. Heute auf der Stra\u00dfe wurde die Einhaltung des Rauchverbotes auch ausgiebig kontrolliert und einige Japaner wurden mit Strafen belegt.<\/p>\n<p>Dazu waren wir nat\u00fcrlich Gespr\u00e4chsthema Nummer eins bei vielen Japanern, so dass man auch einige Kontakte zu den Einheimischen kn\u00fcpfen konnte. Was will man mehr? Nat\u00fcrlich Japaner, die Auto fahren k\u00f6nnen und Japaner die es lernen, nicht das Rad und einen Regenschirm gleichzeitig zu nutzen, jedenfalls nicht, wenn man es nicht beherrscht. Gut, man kann aber leider nicht alles haben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sendai geht im Regen unter und das passend an einem Feiertag. 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