{"id":1632,"date":"2010-09-21T20:39:49","date_gmt":"2010-09-21T18:39:49","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=1632"},"modified":"2010-09-21T22:11:03","modified_gmt":"2010-09-21T20:11:03","slug":"burochaos","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=1632","title":{"rendered":"B\u00fcrochaos"},"content":{"rendered":"<p>Das Semester f\u00e4ngt bald wieder an und im B\u00fcro der deutschen Literatur herrscht Chaos. Woher kenne ich das nur? Im Endeffekt gibt es zwischen dem Studium in verschiedenen L\u00e4ndern doch keine so gro\u00dfen Unterschiede. In diesem Fall ist f\u00fcr dieses Chaos mein betreuender Professor verantwortlich. Leider hat er es geschafft, sich den Arm zu brechen und deswegen jetzt im Krankenhaus zu liegen. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass er gerade andere Probleme hat, als sich um die Angelegenheiten des B\u00fcros zu k\u00fcmmern. Hauptleidtragender d\u00fcrfte damit aber in gewissem Sinne ich sein. Wie es im n\u00e4chsten Semester weitergeht mit meinen Kursen, kann mir leider niemand sagen. Noch nicht einmal die Ergebnisse meiner Sprachpr\u00fcfungen letztes Jahr sind mir bekannt. Verst\u00e4ndlicherweise sind die anderen Professoren und mein zweiter Betreuer auch nicht so weit informiert und so sitze ich momentan etwas auf dem Trockenen. Zum Gl\u00fcck ergeben sich durch die Arbeit an dem PC der deutschen Professorin f\u00fcr mich gleichzeitig aber auch ungeahnte M\u00f6glichkeiten. Sah ich sie bis dato nur \u00e4u\u00dferst selten, hatte ich die letzten Tage Gelegenheit, ausgiebigere Gespr\u00e4che mit ihr zu f\u00fchren. Neben einer Einladung zum Tag der Deutschen Einheit in die Deutsche Botschaft, betreffen diese Gespr\u00e4che verst\u00e4ndlicherweise das Studium. So interessierte sich wirklich mal ein Professor f\u00fcr meine Forschungen und ich konnte wirklich eine Mindstorming-Session mit jemand anderem machen. Bisher waren alle meine Ideen und Untersuchungen alleine auf meinen Mist gewachsen und maximal mit anderen Studenten abgesprochen, deshalb ist eine derartige Gespr\u00e4chsrunde f\u00fcr mich zur Abwechslung einmal sehr n\u00fctzlich gewesen. Nur bei einer ihrer Meinungen w\u00fcrden die G\u00f6ttinger Forscher vermutlich verzweifeln. Der in G\u00f6ttinger Kreisen sehr gesch\u00e4tzte W. G. Sebald, wurde von ihr als \u00fcbersch\u00e4tzt eingestuft. Ich halte mich in diesem Fall lieber mit Wertungen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ansonsten schaffen es Japaner immer wieder, mich zu \u00fcberraschen. Um meinen Vitamin- und N\u00e4hrstoffhaushalt auf der H\u00f6he zu halten, leistete ich mir heute den Luxus einiger Karotten. Dazu muss man sagen, dass man in Japan teils abenteuerliche Preise f\u00fcr Gem\u00fcse und Obst zahlen muss. Ein Apfel kann da schon einmal schnell 1.50 bis 2 Euro kosten. Auf jeden Fall hatte ich Hunger auf diese Karotte, reinigte sie noch im Laden und biss beherzt beim Herausgehen zu. Der japanische Ladenbesitzer wollte seinen Augen gar nicht trauen und versuchte mir klar zu machen, dass ich die Karotte doch sch\u00e4len m\u00fcsste. Er hatte schon ein Messer in der Hand, um diese Aufgabe zu \u00fcbernehmen. Wieso es so sch\u00e4dlich sein soll, die Schale so zu essen, war mir aber nicht klar und so lie\u00df ich mich auch zu seinem Frust nicht davon abbringen. Vermutlich haben Ausl\u00e4nder damit wieder einen Punkt mehr auf der Barbarenliste der Japaner gewonnen, mir war es egal und lecker war es auch so. <\/p>\n<p>Abends gab es dann noch ein Sechs-Pilzarten-Omelett in einer Co-Produktion mit Orsolya. Aufgrund der gro\u00dfen produzierten Menge an Omelett versorgten wir Nobu gleich auch noch damit. Dieser war so begeistert, dass er den Nachtisch in Eisform sponserte und von uns das Rezept f\u00fcr Omelett haben wollte. Im Endeffekt m\u00fcsste Omelett in Japan auch bekannt sein, aber offensichtlich war es doch \u00fcberraschend. So haben wir wenigstens eine Studentenspeise jetzt neu in Japan einf\u00fchren k\u00f6nnen. Wichtiger an dem Essen war aber die Tatsache, dass wir mit viel M\u00fche Nobu zum Erz\u00e4hlen \u00fcber seine Forschungen bringen konnten. Wenn wir ihn richtig verstanden haben, sind Teile seiner Masterarbeit ziemlich nahe an meinen Interessengebieten gelegen. Wieso er erst heute damit raus r\u00fcckte, ist aber wirklich seltsam. Da die Punkte aber sehr interessant sind, hat er mir versprochen, mich demn\u00e4chst noch genauer dar\u00fcber zu informieren. Vielleicht kann ich ja einige Erkenntnisse daraus einmal f\u00fcr eigene Ans\u00e4tze verwenden. Zum Gl\u00fcck kenne ich mit ihm einen der wirklich seltenen Geisteswissenschaftler hier in meiner Uni, wenn jetzt nur noch die Verst\u00e4ndigung leichter w\u00e4re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Semester f\u00e4ngt bald wieder an und im B\u00fcro der deutschen Literatur herrscht Chaos. Woher kenne ich das nur? Im Endeffekt gibt es zwischen dem Studium in verschiedenen L\u00e4ndern doch keine so gro\u00dfen Unterschiede. In diesem Fall ist f\u00fcr dieses Chaos mein betreuender Professor verantwortlich. 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