{"id":1621,"date":"2010-09-20T08:49:17","date_gmt":"2010-09-20T06:49:17","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=1621"},"modified":"2010-09-20T08:51:41","modified_gmt":"2010-09-20T06:51:41","slug":"ein-fest-verpasst-dafur-ein-spontanfest-erlebt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=1621","title":{"rendered":"Ein Fest verpasst, daf\u00fcr ein Spontanfest erlebt."},"content":{"rendered":"<p>Manchmal sollte man einfach ganz ruhig bleiben. Habe ich gestern noch \u00fcber die Kommentare der Japanerinnen gelacht, die \u00fcber uns Deutsche gemacht wurden, bin ich heute in fast die gleiche Situation hinein geschlittert, nur ohne die Unterst\u00fctzung anderer Deutscher zu haben. Aber der Reihe nach: Thomas hatte uns vor zwei Tagen informiert, dass es ein internationales Fest geben wird, wo es Gerichte von vierzig Nationalit\u00e4ten zu erwerben geben wird. Gleichzeitig nutzte er das \u00e4lteste Mittel, um uns Ausl\u00e4nder zu diesem Fest zu locken, er stellte als Bierausschenker des Festes ein Freibier in Aussicht. Keine Frage, da m\u00fcssen wir vorbei schauen. Wir w\u00e4ren zwar auch so vorbeigekommen, aber manche Angebote m\u00fcssen ausgenutzt werden. Leider schafften Orsolya und ich es dank perfekter Absprachen erst gegen achtzehn Uhr zum Standort des Festes, aber so kann man wenigstens zu Abend essen. Leider hatte uns keiner gewarnt, dass die Veranstaltung schon fr\u00fch zu Ende geht und die meisten H\u00fctten waren schon geschlossen. In den restlichen gab es noch Kleinigkeiten zu essen und die K\u00fcnstler der Stadt hatten sich dort einquartiert. Unter anderem der K\u00fcnstler, von dem ich \u00f6fter mal Kalligrafien anfertigen lasse. Interessanterweise erkannte er mich sofort wieder, obwohl ich gar nicht so oft zu Gast bin und er immer viele Kunden hat, auch Ausl\u00e4nder. Vermutlich sind unsere Gespr\u00e4che mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen aber in seinem Ged\u00e4chtnis geblieben.<\/p>\n<p>Noch vorhanden war aber auch der Stand von Thomas, auch wenn er langsam zusammenbaute. Da ich eh nicht viel Besseres zu tun hatte, half ich ein wenig aus. Ein Umstand, mit dem ich mir mein Freibier dann auch redlich verdiente. Ein wenig moralische Unterst\u00fctzung schadet aber auch nicht.  Ich kann ja schlecht zuschauen, wie andere schuften. \u00dcber diesen Gedankengang meinerseits weniger erfreut, war eine 23-j\u00e4hrige Japanerin, die mit einem Freund auch gerade am Stand war und sich mit Thomas unterhielt. Sie sah sich gen\u00f6tigt, auch zur Hand zu gehen und so reinigten wir zu dritt einen Tayakibr\u00e4ter. Wenn man schon gemeinsam reinigt, kann man sich auch ein wenig unterhalten. Sie kramte ihr bestes Englisch aus und los ging es. Ab dem Zeitpunkt, wo sie mir versuchte klar zu machen, dass ihr Begleiter nicht ihr Freund sei, h\u00e4tte mir die ganze Sache ja schon Spanisch vorkommen sollen. Aber gut, das ist eine Aussage, die ich hier so \u00f6fter zu h\u00f6ren bekomme. Nach einiger Zeit wurde ich nach meiner Mailadresse gefragt, man k\u00f6nne ja mal seine Englischkenntnisse und Japanischkenntnisse etwas auffrischen. Ein Vorschlag, dem ich nur all zu erfreut zustimmte. Was mich dann doch etwas an diesen Pl\u00e4nen zweifeln lie\u00df war die Mail, die ich daraufhin bekam. Mir ist ja klar, dass Japanerinnen gerne einmal Smilies verwenden, f\u00fcr eine fl\u00fcchtige Bekannte hat die junge Dame aber dann doch zu viele Herzen in ihrer Nachricht untergebracht. Nobu, dem ich die Nachricht gezeigt habe, hat so seine Zweifel, aber ich glaube ja noch an das Gute im Menschen. Sie braucht sich auf jeden Fall keine Hoffnungen zu machen. <\/p>\n<p>Aber auch ansonsten wurde es ein interessanter Abend. Ich blieb bewusst in Thomas N\u00e4he und es sollte sich auszahlen. Zum einen sorgten einige japanische Hip Hopper und Rapper f\u00fcr ein Spontankonzert auf der B\u00fchne genau neben dem Stand. Man kann zu der Musik stehen wie man will, meinen Geschmack haben sie nicht getroffen, gut waren die Jungs aber alle male. Obwohl die Veranstaltung schon l\u00e4ngst beendet war, verblieben rund siebzig Leute auf dem Gel\u00e4nde, um sich zu unterhalten und um dem Konzert zu folgen. Japaner als gef\u00e4hrliche Hip Hopper und Rapper, wie sie sich gerne darstellten, war zwar nicht wirklich ernst zu nehmen, aber es war eine spa\u00dfige Veranstaltung. Dazu falle ich auch noch ziemlich auf, so dass ich noch einige interessante Menschen kennenlernte. Einmal kurz hingesetzt auf einer Treppe und schon sa\u00df ein Japaner neben mir und wollte sich unterhalten, so verlief der ganze Abend. Die interessanteste Bekanntschaft war aber eine junge Dame, die in einem Nachbarort als Hauptforscherin an Wegen arbeitet, die Flucht der Leute in die Stadt zu unterbinden.  Unsere Gespr\u00e4che \u00fcber Generationengeschichte, aber auch die Fluchtproblematik aus dem l\u00e4ndlichen Gebieten, waren sehr aufschlussreich. Im Endeffekt hat sie mir damit auch Fakten \u00fcber die Gedankenwelt der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung in den letzten zwanzig Jahre in die H\u00e4nde gespielt. Da sie auch noch Deutsch und sehr gut Englisch beherrschte, war unser Gespr\u00e4ch eindeutiges Highlight. <\/p>\n<p>Obwohl ich mein eigentliches Ziel verfehlte, mir etwas zum Abendbrot zu besorgen, lohnte sich das ganze Fest auf jeden Fall. Beim Oktoberfest kann man eigentlich nur Spa\u00df haben, wenn man mit den richtigen Leuten hin geht. Die Japaner tendieren leider dazu, sich viel zu schnell mit dem angebotenem Bier abzuschie\u00dfen. Durch die andere Struktur dieses Festes gelingt es hier viel eher, mit den anderen Leuten ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Selbst kleine Kinder waren neugierig und gingen auf die zwei komischen Ausl\u00e4nder los, zum Gl\u00fcck ist Thomas Japanisch sehr genial. Auch ansonsten waren alle Bekanntschaften sehr nett, wenn ich auch bei der 23-j\u00e4hrigen sehr gespannt bin, auf was sie nun wirklich aus ist. Aber gerade Japaner davon zu \u00fcberzeugen, sich freiwillig mit jemandem zu unterhalten, ist normalerweise ein Ding der Unm\u00f6glichkeit. Hier gelang es ohne weiteres. Sch\u00f6n, dass man auch mal solche Gelegenheiten hat. Morgen werde ich auf jeden Fall wieder vorbei schauen und diesmal hoffentlich auch alle St\u00e4nde offen erleben. Schade nur, dass ich diesmal frei nach Nina Hagens &#8222;Du hast den Farbfilm vergessen&#8220; keine Speicherkarte f\u00fcr meine Kamera dabei hatte und auf Fotos und vor allem Videos des Spontankonzertes verzichten musste. Der Anblick, wie Teile des Publikums mit gingen, h\u00e4tte eigentlich auf Film gebannt werden m\u00fcssen, aber eventuell ja morgen wieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal sollte man einfach ganz ruhig bleiben. Habe ich gestern noch \u00fcber die Kommentare der Japanerinnen gelacht, die \u00fcber uns Deutsche gemacht wurden, bin ich heute in fast die gleiche Situation hinein geschlittert, nur ohne die Unterst\u00fctzung anderer Deutscher zu haben. 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