{"id":127,"date":"2010-04-11T19:22:32","date_gmt":"2010-04-11T17:22:32","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=127"},"modified":"2011-02-21T08:05:10","modified_gmt":"2011-02-21T06:05:10","slug":"11042010-die-fruchte-des-kommerzes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=127","title":{"rendered":"Die Fr\u00fcchte des Kommerzes"},"content":{"rendered":"<p>Man sollte meinen, dass Deutschland ein fortschrittliches Land ist. Aber in einigen Bereichen k\u00f6nnte unser Land noch Nachhilfe bekommen. Den Beamtenapparat, \u00fcber den Japan verf\u00fcgt, habe ich ja schon angesprochen, aber einen Luxus muss ich noch unbedingt erw\u00e4hnen. Heute, an diesem sonnigen Sonntag, wollte ich eigentlich nur regenerieren. Dies war, nachdem ich ab 5 Uhr morgens mit Mohammed El Classico im Internet verfolgt habe (Real Madrid gegen FC Barcelona f\u00fcr die Nichtfussballfans), eigentlich auch dringend erforderlich. Daraus wurde leider nicht viel. Wie der geneigte Leser schon geh\u00f6rt hat, ist das Besorgen des neuen Handys ja leider etwas daneben gegangen. Deshalb werden Orsolya, Laura und ich am Montag einen neuen Versuch unternehmen. Dazu m\u00fcssen wir aber alle mit R\u00e4dern ausgestattet sein und daran haperte es noch. Dementsprechend nutzten wir heute den Luxus des verkaufsoffenen Sonntags. <\/p>\n<p>Wenn es in Deutschland hei\u00dft, der wird nicht gestattet, da eh nicht genug Kunden kommen, kann ich echt nur den Kopf sch\u00fctteln. Die ganze Stadt war \u00fcberf\u00fcllt. So viele Leute habe ich in der Innenstadt von Sendai in der ganzen Zeit noch nicht gesehen. Das Angebot wurde dankend angenommen und ausgenutzt. Es ist aber auch wirklich entspannend, an einem Tag, wo eh nicht viel ansteht, noch mal loszuziehen. Dank unserer Erfahrung schafften wir es auch schnell, unsere Finnin mit einem Rad auszustatten und danach noch die vielen K\u00f6stlichkeiten, die in der Stadt feil geboten wurden, anzuschauen. Gef\u00fcllte Teigtaschen (Anko, Creme, Sakura?), Oktopusb\u00e4llchen und andere Spezialit\u00e4ten warteten auf den Mutigen. Wir k\u00f6nnen es auf jeden Fall nur weiterempfehlen. Wenn ich gerade bei Luxus bin: Einen zweiten Luxus stellen die \u00d6ffnungszeiten dar. Wo G\u00f6ttingen mit seinem bis 24 Uhr ge\u00f6ffneten REWE fast ein Novum darstellt, sind in der N\u00e4he unseres Wohnheimes alle Conbinis und 43 Superm\u00e4rkte 24 Stunden ge\u00f6ffnet. Es geht nichts \u00fcber eine Runde Lebensmittel einkaufen, um 1 Uhr morgens!<\/p>\n<p>Trotz allem war der Tag aber schnell zu Ende und da Orsolya mein Internet und damit meinen PC besetzte, hatte ich Gelegenheit, mich mit dem japanischen Fernsehen bekannt zumachen. Was soll ich sagen, alle Vorurteile stimmen. Neben den unvermeidlichen Animes, \u00fcber deren Qualit\u00e4t ich mich nicht auslassen m\u00f6chte, wird das Programm von drei St\u00fctzpfeilern gehalten:<br \/>\nDer erste stellt die News-Sendung dar. Dieses Sendeformat unterscheidet sich auch noch. Es gibt die traditionellen News (\u00e4hnlich Deutschland), h\u00e4ufiger aber noch gibt es die weniger traditionelle Art. Dabei steht ein Anchorman vor einer gro\u00dfen Zeitung, liest vor und interpretiert die Artikel. Man stelle sich vor: G\u00fcnther Jauch steht vor einer riesigen &#8222;Bild&#8220; und beschreibt, was darin steht.<br \/>\nEin zweiter Pfeiler sind die Dramen. Japaner haben ebenfalls die Soaps f\u00fcr sich entdeckt, nur dass deren Versionen k\u00fcrzer sind und daf\u00fcr auch in den verschiedensten Epochen spielen. Man kommt gar nicht um die Samurai-Filme herum. Gleichzeitig sind die Schauspieler aber oftmals genau so h\u00f6lzern, wie ihre deutschen Gegenst\u00fccke.<br \/>\nUnd der dritte Typ ist die unvermeidliche Spielshow und Comedy-Abklatsch. Dabei kann alles passieren. Japaner herabw\u00fcrdigen sich bis zum Tiefsten, um sinnlose Preise zu gewinnen und machen Witze, wo ein Bully in Deutschland noch richtig Niveau hat. Schwulen-Witze sind genau so gerne gesehen, wie Witze auf Kosten von Minderheiten. Dabei stellt aus meiner Sicht dieser St\u00fctzpfeiler gleichzeitig den gr\u00f6\u00dften Anteil am Fernsehprogramm dar.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall ist es ein Erlebnis, japanisches Fernsehen zu schauen. Allen, die sich daf\u00fcr aber aufgrund der Animes interessieren, muss ich aber sagen, dass diese meistens zu unchristlichen Zeiten kommen. Dementsprechend ist ein Fernseher hier auch kaum n\u00f6tig. Wirklich anspruchsvolle Sendungen habe ich bis jetzt noch nicht entdecken k\u00f6nnen und ein Japaner best\u00e4tige mir auch, dass es sich um die Standardsituation im japanischen Fernsehen handelt. Jetzt aber genug vom japanischen Fernsehen, morgen wird ein sehr stressiger Tag und deshalb bis bald.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man sollte meinen, dass Deutschland ein fortschrittliches Land ist. Aber in einigen Bereichen k\u00f6nnte unser Land noch Nachhilfe bekommen. Den Beamtenapparat, \u00fcber den Japan verf\u00fcgt, habe ich ja schon angesprochen, aber einen Luxus muss ich noch unbedingt erw\u00e4hnen. Heute, an diesem sonnigen Sonntag, wollte ich eigentlich nur regenerieren. 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