{"id":1100,"date":"2010-07-15T21:22:03","date_gmt":"2010-07-15T19:22:03","guid":{"rendered":"http:\/\/rj-webspace.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=1100"},"modified":"2010-07-15T21:22:03","modified_gmt":"2010-07-15T19:22:03","slug":"der-schlaf-im-unterricht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/2010.rj-webspace.de\/?p=1100","title":{"rendered":"Der Schlaf im Unterricht"},"content":{"rendered":"<p>Donnerstagmorgen, es steht mal wieder der Sprachkurs an. Zu meinem Unwillen nat\u00fcrlich auch noch bei der anderen Lehrerin und nicht Frau Abe. Jetzt k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich meine Ablehnung als willk\u00fcrlich auslegen, aber die Statistik f\u00fcr diesen Sprachkurs spricht B\u00e4nde. Finden sich am Dienstag von 15 Sprachkursteilnehmern noch immerhin im Schnitt 12 Sch\u00fcler zum Unterricht ein, so sind es am Donnerstag nur noch im Schnitt 5 bis 6. Heute wurde diese Statistik mal wieder vollkommen best\u00e4tigt und ganze 6 Mutige f\u00fcllten den Raum. Dabei soll man aber nicht denken, dass diese sechs illusteren Gestalten auch mitgearbeitet h\u00e4tten. Von diesem sechs, schliefen vier bis f\u00fcnf in bester Japanermanier, mitten im Unterricht. Ob dieses Verhalten nun alleine auf den Unterricht zur\u00fcckzuf\u00fchren ist oder ob der ungesunde Lebenswandel der Studenten dabei eine Rolle spielt, konnte aber noch nicht nachgewiesen werden. Die Lehrerin kann einem schon leid tun. Sie versucht wirklich alles, um den Unterricht interessant zu gestalten, aber ein wirkliches Talent hat sie dazu leider nicht. Trotzdem ist das Schlafen schon etwas unh\u00f6flich, die Japaner scheint das aber auch weniger zu st\u00f6ren. In jedem Seminar, was ich bis dato besuchte, schafften es ein bis zwei Japaner, direkt vor den Augen des Professors zu schlafen. Hier geh\u00f6rt dieser Zustand auf jeden Fall zur Normalit\u00e4t.<\/p>\n<p>12 Uhr mittags, die vier Stunden des Sprachkurses sind endlich \u00fcberstanden. Jetzt kann es eigentlich nur ein Ziel geben: Kostenloses Essen bei Group Mori. Kostenloses Essen lockt nat\u00fcrlich viele Ausl\u00e4nder an und deshalb hie\u00df es, sich im Raum zu dr\u00e4ngen. Zu meiner gro\u00dfen Freude waren auch zwei meiner Lieblingsmitglieder dabei. Eine der beiden befragte mich ausgiebig zum Thema Yuri (die in Deutschland lebende japanische Musikerin) aus, w\u00e4hrend die zweite Dame ausf\u00fchrlich mit mir \u00fcber Gott und die Welt redete. Besonderes Plus stellten aber die selbst gemachten Tofu-Reistaschen dar. Dabei handelt es sich um eine Abart des Sushis. Eines der Mitglieder hatte eine \u00fcbergro\u00dfe Box mit diesen Taschen gef\u00fcllt. Das bedeutet im Klartext, dass man von knapp vierzig bis f\u00fcnfzig dieser Tofutaschen ausgehen kann.  Bei der Ausgabe der Tofutaschen machte sie aber einen schwerwiegenden Fehler! Als nur noch f\u00fcnf Personen im Raum waren, stellte sie die Taschen doch tats\u00e4chlich direkt vor meine Augen. Einige Minuten sp\u00e4ter und zehn der Taschen mehr in meinem Magen, war die Box nun endg\u00fcltig leer. Die Anderen best\u00e4rkten mich sogar darin, alles alleine aufzuessen. Trotzdem muss ich ziemlich ausgehungert ausgesehen haben, was nat\u00fcrlich gar nicht eingeplant war. Irgendwelcher Kritik entging ich aber ohne Probleme. Ich erkl\u00e4rte ihr einfach, wie lecker die Taschen schmeckten und sie war von dem Lob sehr angetan. Beim n\u00e4chsten Mal gibt es hoffentlich noch mehr davon. Das Lob an ihren Kochk\u00fcnsten befl\u00fcgelte sie so sehr, dass sie sich von mir eine deutsche \u00dcbersetzung des Lobes anfertigen lie\u00df.<\/p>\n<p>Nach dem gro\u00dfem Essen, ging es endlich zum B\u00fcro. Was dort aber heute los war, kann ich auch nicht so genau sagen. Shimizu spielte mit einem Kumpel irgendwelche Geishaspiele und beschwerte sich im Anschluss, dass das Spiel, mit Kerlen, auch nicht so viel Spa\u00df macht. Eines der ersten Male, dass ich die immer so korrekten Japaner auf einmal so umgangssprachliche Worte verwenden h\u00f6rte. Noch nicht einmal in ihrer eigenen Sprache kommt das allzu oft vor. Die anderen beiden Anwesenden betrachteten auf dem im Raum vorhandenem Laptop einen Anime und der einzige der arbeitete, war mein zweiter Betreuer. Dies aber auch nicht so lange, um 18.40 wollte er doch dann auch endlich mal Schluss machen. Da ich weder \u00fcber einen Schl\u00fcssel verf\u00fcge noch einer der Schl\u00fcsseltr\u00e4ger auch nur in der N\u00e4he war, ging es dann doch nach Hause. Das war gerade noch rechtzeitig vor dem gro\u00dfen Regen. Was mich aber viel mehr \u00fcberraschte, war ein Sprachproblem. Mein Advisor war das Rauschmei\u00dfen sehr peinlich. Zur Beruhigung wollte ich ihn etwas aufbauen und ihm erkl\u00e4ren, dass ich volles Verst\u00e4ndnis habe. Die Reaktion war aber mal wieder typisch. Mein Betreuer kennt zwar fast alle wichtigen deutschen Worte, aber das wichtige Wort  &#8222;Feierabend&#8220; oder &#8222;wohlverdienter Feierabend&#8220; kennt er nat\u00fcrlich nicht. Typisch Japaner! Sie wissen nie Dinge, die etwas mit Freizeit zu tun haben k\u00f6nnten. Der Gedanke an Freizeit muss f\u00fcr Japaner echt unertr\u00e4glich sein.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich bleibt die Erkenntni des Tages: Diese Tofutaschen k\u00f6nnen s\u00fcchtig machen. Wenigstens habe ich durch das Aufessen gleich noch Bonuspunkte bei dem dritten Mitglied von Group Mori einkassiert. Man wei\u00df nie, wozu man es mal braucht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstagmorgen, es steht mal wieder der Sprachkurs an. Zu meinem Unwillen nat\u00fcrlich auch noch bei der anderen Lehrerin und nicht Frau Abe. Jetzt k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich meine Ablehnung als willk\u00fcrlich auslegen, aber die Statistik f\u00fcr diesen Sprachkurs spricht B\u00e4nde. 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